Lockwitz

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Ansichtskarte um 1900
Gemeindesiegel zu Lockwitz

Lockwitz ist ein linkselbischer Stadtteil Dresdens und liegt am südöstlichen Rand der Stadt, am Ausgang des Lockwitztals und ist Teil des Ortsamtsbereiches Prohlis.

Inhaltsverzeichnis

[Bearbeiten] Geschichte

Als Lucawicz 1288 erstmals erwähnt, geht der Name auf das altsorbische Lukavica zurück, welches etwa Ort am Wiesenbach bedeutet. Der Ort gliederte sich ursprünglich in:

Aufgrund des Lockwitzbaches und der umliegenden Agrarwirtschaft siedelten sich in Lockwitz mehrere Mühlen und Bäcker an. Während der Pest in Dresden versorgten die Lockwitzer Bäcker von 1522 bis 1527 die gesamte Stadt.

Im 18. Jahrhundert war Lockwitz "ein Dorf im Amte Dresden, 1 1/2 Stunden von der Stadt gegen Dohna zu, dessen Einwohner sich mit allerley Gewerbe von Holzarbeit und von Strohhutmachen nähren". Aus den Mühlen entstanden vor allem im 19. Jahrhundert Fabriken, u. a. die Schokoladenfabrik von Otto Rüger. Die aus Laubegast stammenden Emil und Albert Donath gründeten im Lockwitzgrund die erste Obstmostkelterei in Sachsen, die spätere Kelterei Lockwitzgrund.

1923 wurde das benachbarte und seit vielen Jahren zum Rittergut von Lockwitz gehörende Nickern nach Lockwitz eingemeindet. Die entstandene Großgemeinde Lockwitz wurde 1930 nach Dresden eingemeindet, behielt aber ihren dörflichen, von der Großstadt abgeschiedenen Charakter.

[Bearbeiten] Lage

Lockwitz erstreckt sich im Süden bis hinauf auf die auslaufenden Hänge des Lockwitztals und weist hier eine sehr grüne und lockere Bebauung auf. Am Rande des Viertels findet man die ehemalige Kelterei Lockwitzgrund und das Fußballfeld des BSV Lockwitzgrund. Als inoffizielles Zentrum kann das Rondell "Am Plan" gelten. Hier ist auch der Knotenpunkt des öffentlichen Verkehrsnetzes zwischen der Linie 66, 86 und der 89. Bis 1977 verkehrte hier die Lockwitztalbahn. In der Nähe steht die Lockwitzer Kirche und das Schloss Lockwitz. Der größte Teil des alten Lockwitz erstreckt sich auf der Straße Altlockwitz bis zur Bundesstraße 172, welche Lockwitz grob von Niedersedlitz trennt. Ebenfalls am Plan befindet sich die Freiwillige Feuerwehr Lockwitz.

[Bearbeiten] Sehenswürdigkeiten

Im Gebiet von Lockwitz finden sich noch etliche Spuren, die auf ehemalige Mühlen hindeuten. Das spiegelt auch der in mehreren Verzweigungen durch den Stadtteil fließende Lockwitzbach wieder. So gab es im Laufe der Geschichte folgende Mühlen (Namensnennung dem Verlauf des Lockwitzbachs folgend):

Im Verlauf des alten Mühlgrabens von Unterlockwitz folgt dort ebenfalls stromabwärts die Dankelmannmühle, die jedoch bereits auf der Niedersedlitzer Flur lag.[1]

Bemerkenswert ist in Lockwitz das Lockwitzer Wehr, neben dem man den bekannten Lockwitzer Frosch findet. Hier stand 1893 die von Amalie Rüger begründete Kinderbewahranstalt. Als Lockwitz 1906 an die Lockwitztalbahn angeschlossen wurde, entwickelte sich der Ort und das angrenzende Tal zu einem Ausflugsgebiet der Dresdner Bevölkerung, in deren Folge auch etliche Gast- und Wirtshäuser entstanden, so u. a.:

Im weiteren Verlauf nach Kreischa folgte als Ausflugsgaststätte die Hummelmühle auf der Flur Bärenklause.

Die erste Dorfschule im Ort befand sich seit 1623 in Niederlockwitz. 1868 wurde die sogenannte Alte Schule an der Tögelstraße eröffnet. 1906 wurde der Bau der neuen Lockwitzer Schule in der Urnenstraße fertiggestellt, die spätere 79. Mittelschule.

Der in der Maxener Straße gelegene Friedhof Lockwitz ist mit knapp 400 Jahren einer der ältesten Friedhöfe im heutigen Stadtgebiet.

Schloss und Schlosskirche Lockwitz ca. 1900
Schloss und Schlosskirche Lockwitz 2012
Eingang zum Schlosspark mit dem Seitenflügel des Schlosses

[Bearbeiten] Rittergut und Schloss Lockwitz

Das Rittergut ist erstmals im Jahr 1349 urkundlich erwähnt und blickt seit dem auf eine wechselvolle Geschichte und eine beachtliche Reihe von Eigentümern zurück. Im Laufe der Geschichte entstand auf dem Gelände des Rittergutes zuerst ein Herrenhaus und später das Schloss Lockwitz, was mehrmals umgebaut und erweitert wurde. Besitzer des Rittergutes und des Schlossen waren:

[Bearbeiten] Straßen

Alte Landstraße | Altlockwitz | Am Burgwall | Am Galgenberg | Am Gückelsberg | Am Hofegarten | Am Landigt | Am Krähenhügel | Am Plan | Am Trutzsch | Am Viertelacker | Am Wehr | An der Malte | An der Niedermühle | An der Obermühle | An der Schloßgärtnerei | Auf dem Pläner | Auf der Scholle | Bernd-Aldenhoff-Straße | Christian-Sültze-Straße | Dora-Zschille-Straße | Gebergrundweg | Gerberstraße | Gommernsche Straße | Gorknitzer Straße | Grohmannstraße | Hänichenweg | Hermann-Conradi-Straße | Hohles Tor | Kap-herr-Weg | Klebaer Straße | Köttewitzer Straße | Kurt-Böhme-Straße | Lochnerstraße | Lockwitzgrund | Lockwitztalstraße | Max-Schwarze-Straße | Maxener Straße | Michaelisstraße | Nickerner Straße | Preußerstraße | Röhrsdorfer Straße | Schongauerstraße | Sobrigauer Weg | Theilestraße | Tögelstraße | Urnenstraße | Welzelstraße | Wittgensdorfer Straße | Wölkauer Straße

[Bearbeiten] Quellen

[Bearbeiten] Einzelnachweise

  1. Dresdner Mühlen, Mühlendatenbank auf dresden-mühlen.de
  2. Pressemitteilung 43/2007 des Staatsbetriebes Sächsisches Immobilien- und Baumanagement, Dresden, 21. Juni 2007, Online pdf

[Bearbeiten] Weblinks

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