Lockwitzer Schule

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Visualisierung der sanierten Lockwitzer Oberschule
ehemalige 79. Mittelschule in Lockwitz in der Urnenstraße
Neue Schule in der Urnenstraße unmittelbar nach der Fertigstellung im Jahr 1906
Neue Lockwitzer Schule, Schulhof mit Turnhalle (am rechten Bildrand), 1906
Die Lockwitzer Volksschule kurz nach der Eröffnung 1906
Die Lockwitzer Volksschule in den 1930er Jahren nach der Eingemeindung nach Dresden
Ehemalige 79. Mittelschule Lockwitz - Uhr
Ehemalige 79. Mittelschule Lockwitz - Detail

Die Lockwitzer Schule war die 79. Mittelschule in Dresden und lag im Stadtteil Lockwitz. Sie feierte 2006 ihr 100-jähriges Bestehen und wurde zwei Jahre später geschlossen. Seitdem steht die Schule leer und wird nicht mehr genutzt. Das Bildungswerk Sachsen will ab dem Schuljahr 2017/18 die Schule wieder eröffnen.

Inhaltsverzeichnis

[Bearbeiten] Geschichte der Lockwitzer Schule

Die ursprüngliche Dorfschule Am Plan existierte bereits seit 1623 gegenüber des Lockwitzer Schlosses.[1] Nach dem Kauf des Lockwitzer Gutsbesitzes durch Baron Hermann Christian von Kap-herr im Jahr 1866 wurde der Plan zum Bau der zweiten Schule konkret. 1868 wurde diese Schule in der heutigen Tögelstraße im Haus Nr. 12 eröffnet, wo Julius Hermann Tögel (18221893) Schulmeister wurde.

Als sich Ende des 19. Jahrhunderts Lockwitz zu einem bevorzugten Vorort von Dresden entwickelte und die Einwohnerzahlen besonders aufgrund des industrialisierten Nachbarortes Niedersedlitz sprunghaft anstiegen, wurde nach nicht einmal 40 Jahren ein großer Neubau notwendig. Nach dem Bau der neuen Schule, die 1906 in der Urnenstraße 22 im neuen Wohngebiet Am Galgenberg eröffnet wurde, wurde die im Volksmund genannte „Alte Schule“ in der Tögelstraße zu einem Wohnhaus für Lehrer umgebaut. Mit der neuen Schule hatte Lockwitz eine für damalige Verhältnisse sehr moderne achtklassige Volksschule erhalten, die sogar eine Fortbildungsschule und eine Sporthalle besaß. An der damaligen, sogenannten "Einfachen Volksschule" unterrichteten 1907 insgesamt acht Lehrer und Hilfslehrer:

Schulhausmann war zu dieser Zeit Ernst Zepuntke.[2]

1910 unterrichteten sechs ständige und zwei Hilfslehrer insgesamt 442 Schulkinder. Zu dieser Zeit betrug das Schulgeld 5 Reichsmark je Kind. 1914 lehrten an der Volksschule:

Ab 1930, der Eingemeindung von Lockwitz nach Dresden und bis 1945 ist die offizielle Bezeichnung "79. Volksschule" gewesen. Im Zweiten Weltkrieg befand sich im Keller der Schule ein Luftschutzraum. Der Hinweis an der Hauswand ist noch heute zu sehen.

Nach 1949 wurde die Volksschule in das Schulsystem der DDR integriert und ab 1959 in eine zehnklassige allgemeinbildende polytechnische Oberschule umgewandelt. Die Schule erhielt 1981 den Ehrennamen des verstorbenen ehemaligen Chemnitzer SPD- und KPD-Funktionärs Karl Winter (* 15. Dezember 1897 in Chemnitz; † 31. Dezember 1971 in Dresden), der ab Januar 1950 die Landeskommission für Staatliche Kontrolle in Sachsen leitete.[4] Nach dem Ende der DDR wurde der Ehrenname der Schule nicht mehr weiter verwendet. Ebenfalls 1981 wurde im hinteren Bereich der Schule, zum alten Schulhof hin, eine Erweiterung der Schule angebaut. Damit ergab sich eine Umfunktionierung der Schulen in Nickern und Luga, die als Kindergarten umgebaut wurden. 1988 wurden an der Schule 640 Kinder von 43 Lehrern unterrichtet.

Die Schule in Lockwitz wurde ab 1981 wieder von den Kindern aus den benachbarten Stadtteilen Luga und Nickern genutzt. Letzterer bildet seit Jahrhunderten mit Lockwitz auch eine Kirchgemeinde.

siehe auch: Liste der Polytechnischen Oberschulen

[Bearbeiten] Schließung und Zukunft der Schule

Am 8. Februar 2007 beschloß der Stadtrat die Schließung von drei Dresdner Grund- und acht Mittelschulen. Auch die 79. Mittelschule in Lockwitz war darunter, an der zu diesem Zeitpunkt noch etwa 250 Schüler unterrichtet wurden. Am 31. Juli 2008 schloss die über einhundert Jahre alte Schule ihre Türen, was auch Protestaktionen und Unterschriftensammlungen der Schüler, Lehrer und Eltern nicht mehr verhindern konnten. Als Hauptgrund für die Schließung wurden sinkende Schülerzahlen genannt. Die offizielle Homepage der ehemaligen Schule wurde mittlerweile abgeschaltet.

Die Schule steht unter Denkmalschutz und wurde in die Liste der Kulturdenkmale von Dresden aufgenommen. In den letzten Jahren gab es immer wieder Diskussionen zur Wiedereröffnung der Lockwitzer Schule.

Am 12. Oktober 2015 teilte das Berufsbildungswerk Sachsen mit, dass es ab dem Schuljahr 2017/18 in dem Gebäude eine Oberschule betreiben will. Nach der beabsichtigten Wiedereröffnung der Lockwitzer Schule sollen die Oberschulklassen aus der Montessori-Schule in Leuben an der Pirnaer Landstraße nach Lockwitz umziehen. Der Start in Lockwitz ist als SRH Oberschule Dresden mit vier Klassen geplant. Ab dem Schuljahr 2021/22 könnten 400 Schüler in der Schule an der Urnenstraße 22 lernen. Später soll auch ein berufliches Gymnasium starten. Vor der Wiedereröffnung der Schule ist eine Sanierung notwendig. [5] Baustart dafür war am 11. April 2016.

[Bearbeiten] Persönlichkeiten an der Lockwitzer Schule

[Bearbeiten] Quellen

  1. Aus der Lockwitzer Ortsgeschichte auf www.dresden-und-sachsen.de
  2. Adreßbuch von 1907 für die Orte Dohna, Dobritz, Gommern, Groß-Luga, Großzschachwitz, ... in der SLUB Dresden
  3. Adreßbuch von 1914 für die Orte Dohna, Dobritz, Gommern, Groß-Luga, Großzschachwitz, ... in der SLUB Dresden
  4. Karl Winter in der Bundesstiftung Aufarbeitung
  5. Lockwitzer Schule hat neuen Betreiber, Sophie Arlet/ Nora Domschke in SZ, Dresden, 16. Oktober 2015, Seite 5

[Bearbeiten] Weblinks

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