Paul Schumann

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Villa in der Wachwitzer Straße

Der Kunsthistoriker Paul Schumann (* 12. August 1855 in Großenhain; † 24. September 1927 in Dresden) war ein führender Kulturreformer seiner Zeit. Er gehörte zu den Mitbegründern des Dürerbundes und der Dresdner Volkshochschule.[1]

[Bearbeiten] Leben und Wirken

Schumann besuchte das Gymnasium Dreikönigschule in Dresden und die Fürstenschule Grimma. Nach seinen Studien der Architektur, Klassischen Philologie und Kunstgeschichte in Leipzig, Tübingen und am Polytechnikum Dresden promovierte er 1884 mit der Arbeit Barock und Rococo: Studien zur Baugeschichte des 18. Jahrhunderts mit besonderem Bezug auf Dresden. Schon 1881 erschienen die ersten Aufsätze von ihm im Dresdner Anzeiger, bei dem er am 1. September 1884 einen Vertrag als Kunstkritiker erhielt. Bis 1888 lehrte Schumann an der Müller-Gelinekschen Realschule, einer Privatschule in der Reitbahnstraße 11, die ihn noch 1892 als Mitdirektor führte.[2] Seit 1888 war Schumann für das Feuilleton des Dresdner Anzeigers verantwortlich.

Schumann war in erster Ehe mit Elsbeth Doehn, Tochter des deutsch-amerikanischen Schriftstellers Rudolf Doehn, verheiratet und gehörte wie sein Schwiegervater dem Literarischen Verein und der Litterarischen Gesellschaft an. Ab 1887 arbeitete er eng mit Ferdinand Avenarius in der Redaktion der Zeitschrift Der Kunstwart zusammen. Um 1890 betrieb Schumann in der Gutzkowstraße 11 auch einen eigenen Verlag, der u. a. seine Französische Lautlehre für Mitteldeutsche herausbrachte. Er wohnte in den nächsten Jahren Ostra-Allee 30 bzw. Am Fürstenplatz 2.[3] Sein Sohn aus erster Ehe, Wolfgang Schumann, später ein bekannter Journalist und Schriftsteller, wuchs nach der Scheidung im Hause seines Stiefvaters Ferdinand Avenarius auf, mit dem Paul Schumann jedoch eng verbunden blieb. Sie wohnten nach 1895 gemeinsam in einer von Schilling und Graebner auf der Wachwitzer Straße 3 erbauten Villa. 1900 wurde Schumann zum Professor ernannt, 1902 gründete er mit Avenarius gemeinsam den Dürerbund. Wie Avenarius war Paul Schumann Mitglied im Deutschen Werkbund.

Als langjähriger Leiter des Feuilletons und verantwortlicher Redakteur beim Dresdner Anzeiger machte sich Schumann v. a. auch mit seiner Polemik gegen Karl May einen Namen.[4] Er engagierte sich in einer Vielzahl von Vereinen und mit zahlreichen Schriften für junge Künstler und Wissenschaftler, für die Pflege des kulturellen Erbes in Dresden, die deutsche Sprache, das Kunstgewerbe, die Freilichtmalerei und den Naturschutz. Schumann gehörte zu den Organisatoren renommierter Ausstellungen, darunter der I. Internationalen Kunstausstellung von 1897 im Ausstellungspalast. Im Landesverein Sächsischer Heimatschutz leitete er die Abteilung für Naturschutz, im Dresdner Goethebund war er Schriftführer.[5] Im Sinne des Sächsischen Altertumsvereins erschien 1909 sein Werk Berühmte Kunststätten (Reprint 2002 bei panorama-art). Mit Cornelius Gurlitt verband ihn auch sein Engagement für die Kunsterziehungsbewegung.

Nach dem Bau des Dürerbundhauses 1910/1911 wohnte Schumann zeitweise zusammen mit Avenarius in der Bahnhofstraße 24,[6] bevor er wenige Jahre später auf die Wachwitzer Straße zurückkehrte.[7] 1919 zählte er zu den Mitbegründern der Volkshochschule in Dresden, 1923 übernahm er nach Avenarius' Tod den Vorsitz des Dürerbundes. Die Bildhauerin Etha Richter schuf eine Bronzebüste von ihm,[8] Walter Hahn fotografierte ihn.

[Bearbeiten] Werke als Volltext

[Bearbeiten] Quellen

[Bearbeiten] Einzelnachweise

  1. Wiltrud Gieseke, Karin Opelt: Erwachsenenbildung in politischen Umbrüchen: Programmforschung Volkshochschule Dresden 1945–1997. VS Verlag, 2003
  2. Adressbuch der Stadt Dresden, 1892
  3. Adressbuch der Stadt Dresden, 1892
  4. Karl-May-Wiki
  5. Adressbuch der Stadt Dresden, 1904
  6. Mitgliederverzeichnis des Deutschen Werkbundes, 1913
  7. Adressbuch der Stadt Dresden, 1916
  8. Porträtbüste von Etha Richter, Aufnahme Bestand Deutsche Fotothek

[Bearbeiten] Weblinks

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