Wolfgang Schumann

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Wolfgang Schumann (* 22. August 1887 in Dresden; † 22. April 1964 in Freital) war ein kulturpolitisch engagierter Schriftsteller und Journalist.

Inhaltsverzeichnis

[Bearbeiten] Leben

Wolfgang Schumann, Sohn von Paul Schumann und dessen erster Frau Else, wuchs als Stiefsohn von Ferdinand Avenarius auf der Wachwitzer Straße auf. Nach dem Besuch einer Blasewitzer Privatschule ging er auf das Königliche Gymnasium Dresden-Neustadt. Er studierte an der Technischen Universität Dresden Kunstgeschichte bei Cornelius Gurlitt, später u. a. Medizin, Soziologie, Philosophie, Philologie und Literaturgeschichte in München und Berlin.

Schumann war ab 1912 mit der Übersetzerin und Schriftstellerin Eva Feine verheiratet, später Ehrenbürgerin von Freital. Sie wohnten zeitweise im Dürerbundhaus in der Bahnhofstraße 24,[1] dann Trinitatisstraße 33.

Schumann wurde 1917 in den Vorstand der Dürerbund-Werkbund-Genossenschaft in Hellerau gewählt. Bekannt war er v. a. für sein politisches Engagement. Seit 1918 SPD-Mitglied, gehörte er zu den Aktivisten der Räterepublik in München.[2] Auch in Sachsen zählte er zu den Initiatoren der Sozialisierung. An der Volkshochschule Dresden, die er mitbegründet hatte, wirkte er als Dozent.[3]

Vor dem Machtantritt der Nazis 1933 trat Schumann vehement gegen Hitler auf, weswegen er nach der Machtergreifung mit seiner Ehefrau zeitweise emigrieren musste. Nach ihrer Rückkehr erhielt Schumann zunächst Schreibverbot und hielt sich mit seiner Frau u. a. bei der befreundeten Schriftstellerin Marianne Bruns, die viele Jahre für den Kunstwart geschrieben hatte, in Breslau auf. Am 13. Februar 1945 wurde ihr Zuhause auf der Ferdinand-Avenarius-Straße, in das sie kurz zuvor zurückgekehrt waren und das sich zu diesem Zeitpunkt nicht mehr im Familienbesitz befand, durch die Luftangriffe zerstört.

Die Schumanns und Marianne Bruns wurden von Karl Hanusch in Freital aufgenommen, wo Wolfgang Schumann bis 1947 erster Intendant des Theaters im Plauenschen Grund in Potschappel war. Seine Ablehnung von Volksbildung als Mittel zur ideologischen Indoktrination führte ihn in der DDR zunehmend in die Isolation. Schumann wurde auf Sylt beigesetzt.[4]

Der Klub der Intelligenz in Freital beim Kulturbund der DDR trug den Namen Wolfgang-Schumann-Klub[5].

[Bearbeiten] Werke

[Bearbeiten] Schumann als Journalist

Schumann begann als Referent beim Dresdner Anzeiger. Frühzeitig verantwortete er die Literaturteile von Publikationen des Dürerbundes und der Zeitschrift Der Kunstwart. Von 1922 bis 1933 war er Redakteur bei der Dresdner Volkszeitung. Während der Weimarer Republik trat er auch vielfach im Rundfunk auf.[6] Bei der Volksbühne Dresden war er 2. Vorsitzender, Dramaturg und Zeitschriftenredakteur. Wegen Erfolglosigkeit wurde er 1926 vom Callwey Verlag München nach zwei Jahren aus der Führung des Kunstwart entlassen. Dies hatte insbesondere auch politische Gründe. Die Klientel des Kunstwart war eher bürgerlich geprägt, Schumann bekannte sich zu sozialistischen Gesellschaftsmodellen.

[Bearbeiten] Schriftstellerisches Schaffen

Familiär bedingt engagierte sich Schumann frühzeitig für den Dürerbund, zu dessen Führung auf der Bahnhofstraße er lange Zeit gehörte. Im Sinne des Dürerbundes verfasste er kulturhistorische, aber auch pädagogische Schriften. Seine eigenen Beiträge waren von hohem literarischen Niveau geprägt, gleichzeitig förderte er aber auch andere Autoren, z. B. Hermann Häfker, und er gab Goethe, Rathenau und Max Liebermann heraus. Auch nach 1945 wirkte Schumann als freischaffender Schriftsteller.

[Bearbeiten] Bibliografie (Auswahl)

[Bearbeiten] Quellen

  1. Adressbuch der Stadt Dresden, 1916
  2. Otto Neurath, Marie Neurath, Robert Sonné Cohen: Empiricism and sociology. Springer, 1973. ISBN 9027702594.
  3. Wiltrud Gieseke, Karin Opelt: Erwachsenenbildung in politischen Umbrüchen: Programmforschung Volkshochschule Dresden 1945-1997. VS Verlag, 2003. ISBN 3810036323.
  4. Klaus-Georg Günther: Volksbildung war ihm eine Herzenssache. Sächsische Zeitung, 22. April 2010
  5. Informationsbroschüre "Kulturangebot 1987-1990" des Rat des Kreises Freital, S. 38
  6. Schriftsteller im Rundfunk - Autorenauftritte im Rundfunk der Weimarer Republik 1924-1932

[Bearbeiten] Weblinks

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