Deutscher Werkbund

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Pensionshaus im ehemaligen Kulturzentrum der Gartenstadt Hellerau (Heinrich Tessenow, 1910)
Die Kunstgewerbeausstellung 1906 in Dresden gab einen wichtigen Impuls zur Gründung des Deutschen Werkbundes, dem auch Otto Gussmann, der Schöpfer des Plakats, beitrat.

Der Deutsche Werkbund (DWB) wurde am 6. Oktober 1907 als eine „Vereinigung von Künstlern, Architekten, Unternehmern und Sachverständigen“ in München gegründet mit der Absicht, „der Veredelung der gewerblichen Arbeit im Zusammenwirken von Kunst, Industrie und Handwerk“ zu dienen. Man sieht sich auch heute noch als „kritische Instanz für alle Fragen der Produkt-, Lebens- und Umweltgestaltung“. 1996 konnte ein ehemaliges Pensionshaus im Gelände Festspielhaus Hellerau als Werkbundhaus eingeweiht werden. Es ist der Sitz der sächsischen Geschäftsstelle des Deutschen Werkbundes und bietet ein historisches Ambiente für Ausstellungen und andere Präsentationen.

Inhaltsverzeichnis

[Bearbeiten] Geschichte

Einen wichtigen Anstoß zur Gründung des Deutschen Werkbundes hatte die Große Deutsche Kunstgewerbeausstellung 1906 im Ausstellungspalast gegeben. Zu den jeweils 12 Künstlern und Firmen unter den Initiatoren des Werkbundes zählten aus Dresden die Professoren Fritz Schumacher und Wilhelm Kreis sowie die Deutschen Werkstätten für Handwerkskunst unter Karl Schmidt und die Werkstätten für deutschen Hausrat Theophil Müller.[1] Gründungsmitglieder waren auch Richard Riemerschmid und Theodor Fischer, die wie Wolf Dohrn, der ebenfalls zu den Unterzeichnern des Gründungsmanifestes gehörte, anschließend von Karl Schmidt für die Gestaltung der Gartenstadt Hellerau gewonnen wurden. Bei den künstlerischen Zielen stand die Sachlichkeit im Mittelpunkt. Die Form der Produkte sollte durch ihre Funktion bestimmt sein. Zudem gewannen Fragen des Urheberrechtsschutzes im Kunstgewerbe an Bedeutung. Fast zeitgleich und mit vielen Übereinstimmungen hinsichtlich Zielen und Mitgliederschaft gründete sich in Dresden die Künstlergemeinschaft Die Zunft.

Von 1908 bis 1912 leitete Wolf Dohrn, ein Vertrauter Karl Schmidts, die zentrale Geschäftsstelle des Werkbundes, die er nach Hellerau verlegte. Der Sitz der Dresdner Geschäftsstelle war danach Blasewitzer Straße 17. Gemeinsam mit Émile Jaques-Dalcroze gründete Dohrn die Bildungsanstalt für Musik und Rhythmus im heutigen Festspielhaus Hellerau. 1913 gründete der Deutsche Werkbund zusammen mit dem Dürerbund in Hellerau die Dürerbund-Werkbund-Genossenschaft. Sie stand in der Tradition der Gemeinnützigen Vertriebsstelle deutscher Qualitätsarbeit, die der Dürerbund zwei Jahre zuvor ins Leben gerufen hatte und die von führenden Werkbündlern wie Emil Högg und Heinrich Tessenow beraten wurde. In den Warenkatalogen bzw. Warenbüchern, die bis 1927 im Handel erhältlich waren, erhielten die Verbraucher eine objektive Qualitätsbewertung zu Produkten des Alltags. Die ästhetische Gestaltung galt dabei als wesentlicher Bestandteil der Produktqualität.[2]

1919 übernahm der Dresdner Stadtbaurat Hans Poelzig für zwei Jahre die Führung des Werkbundes. Er prägte ihn nachhaltig im Sinne der Neuen Sachlichkeit. In seine Amtsperiode fällt auch die Gründung des Bauhauses, das Poelzig bald in der Wahrnehmung als führenden Avantgardisten moderner Architektur ablösen sollte. Der Deutsche Werkbund wurde zum Vorbild für ähnliche Bestrebungen in anderen Ländern, z. B. in Holland (vgl. Mart Stam).

Während der Nazizeit ist der Werkbund zunächst gleichgeschaltet, 1938 aufgelöst worden. 1945 gab es den Versuch der Neugründung einer Dresdner Arbeitsgemeinschaft, den die sowjetische Militärverwaltung jedoch unterband. Die Neugründung eines sächsischen Werkbundes konnte erst nach der Wende erfolgen.

[Bearbeiten] Architekturbeispiele

[Bearbeiten] Mitglieder

Ehemalige: Ferdinand Avenarius | Fritz Becker | German Bestelmeyer | Wolf Dohrn | Martin Dülfer | Hugo Erfurth | Hans Erlwein | Theodor Fischer | Kurt Frick | Josef Goller | Julius Graebner | Karl Groß | Cornelius Gurlitt | Otto Gussmann | Erich Haenel | Oswin Hempel | Walter Heyn | Emil Högg | Emmy Hottenroth | Genja Jonas | Edmund Kesting | Erich Kleinhempel | Rudolf Kolbe | Charlotte Krause | Wilhelm Kreis | Ernst Kühn | Max Hans Kühne | Wera Meyer-Waldeck | Gustav Lehmann | William Lossow | Oskar Menzel | Alfons Paquet | Bruno Paul | Otto Pilz | Hans Poelzig | Richard Riemerschmid | Rudolf Schilling | Karl Schmidt | Edmund Schuchardt | Fritz Schumacher | Paul Schumann | Oskar Seyffert | Heinrich Tessenow | Heinrich Tscharmann | Bruno Urban | Paul Wolf | Georg Wrba | Ernst Zimmermann Firmen: Buch- und Steindruckerei Theodor Beyer | Deutsche Werkstätten für Handwerkskunst | Dresdner Werkstätten für Handwerkskunst | Gemeinnützige Vertriebsstelle deutscher Qualitätsarbeit | Heinrich Ernemann AG | Kunststickerei Armgard Angermann | Werkstätten für deutschen Hausrat Theophil Müller

Heutige: Hermann Glaser | Ludger Kilian Firmen: Deutsche Werkstätten Hellerau

[Bearbeiten] Adresse

DWB Sachsen
Karl-Liebknecht-Straße 56-58
01109 Dresden
E-Mail: sachsen@deutscher-werkbund.de

[Bearbeiten] Quellen

  1. Chronik des Deutschen Werkbundes
  2. Das Hellerauer Warenbuch

[Bearbeiten] Weblinks

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