Dürerbundhaus

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Dürerbundhaus in Blasewitz, links im Bild der Eckpavillon der Heinrich-Schütz-Straße 1
Blick auf die Elbe (vom Nachfolgebau)

Das Dürerbundhaus wurde 1910/1911 in Blasewitz errichtet, um den gewachsenen Bedarf an Arbeits-, Archiv- und Lagerräumen von Dürerbund und Kunstwart-Verlag zu befriedigen.[1] Es befand sich zunächst unter der Adresse Bahnhofstraße 24 (nach der Eingemeindung nach Dresden Wasserturmstraße 2 und Heinrich-Schütz-Straße 2). Das Dürerbundhaus war in vielfältiger Weise mit Personen des Deutschen Werkbundes verbunden. Die Pläne dazu hatte Heinrich Tscharmann entworfen, Besitzer war Ferdinand Avenarius. Die in der Nachbarschaft gebräuchliche Bezeichnung „Grüne Villa“, oder auch Grünes Haus, beschrieb nicht nur den Anstrich, sondern auch die ehemals reiche Berankung mit Wildem Wein und die später grün gefärbten Kupferdächer der beiden Türme.

[Bearbeiten] Richtfest

Anlässlich des Richtfestes hieß es am 19. Juli 1910 im Dresdner Anzeiger: „Im Gasthof zu Blasewitz fand am Sonnabend ein fröhliches Richtfest statt. Das Haus des Dürerbundes in der Bahnhofstraße war gehoben worden und auf dem stattlichen hohen Dach erhebt sich seit Sonnabend fröhlich das grüne Bäumchen. Um 5 Uhr fanden sich im Saale des Gasthofes an 50 Maurer und Zimmerleute nebst ihren Polieren, den planenden Architekten Baurat Prof. Tscharmann und Architekt Hänischen, sowie den ausführenden Baumeistern Luther und Scholz, dem Bauherrn Dr. Ferdinand Avenarius und einigen Gästen zusammen. Der Bauherr hieß die Arbeiter willkommen und erläuterte ihnen – unter Hinweis auf Schillers Wort: „Den schlechten Manne muß man verachten, der nie bedacht was er vollbringt“ – das Wesen des Dürerbundes, der auf allen Gebieten für ästhetische Kultur wirkt. Eine Tombola, Gesang und Tanz verschönten das Fest, das von gutem Einvernehmen zwischen Arbeitnehmern und Arbeitgebern ein gutes Zeugnis ablegte.“

[Bearbeiten] Nutzung

Reklameanzeige von Kurt Fiedler

[Bearbeiten] Garten

Im parkähnlichen Garten befanden sich fünf oder sechs Skulpturen aus Sandstein. Die naturnahe Gartengestaltung mit einem alten Baumbestand der ehemaligen Hartholzaue ging auf Avenarius zurück. Der Kritiker reiner Landschaftsgärten bekannte sich zu dem Prinzip, Nützlichkeit und Natürlichkeit der Gärten so zu verbinden, dass diese den Wohnraum fortsetzten.

[Bearbeiten] Zerstörung

Das Dürerbundhaus ist während der Luftangriffe am 13. Februar 1945 von zwei Brandbomben getroffen und zerstört worden. Die Gartenanlage mit ihrer wertvollen künstlerischen Ausstattung hatte keinen Schaden genommen. Für die Skulpturen fanden sich in den Nachkriegsjahren neue „Interessenten“. Das charakteristische Profil des Senkgartens wurde im Zusammenhang mit der Neubebauung mit einem Bootshaus weitgehend planiert.

[Bearbeiten] Eine Verwechslung

Mit dem Vergessen des Dürerbundes ging auch ein Vergessen des Dürerbundhauses einher. Es wurde in der Literatur schließlich auf die Ferdinand-Avenarius-Straße verlegt und, in Unkenntnis der durchgeführten Umnummerierung, mit dem Haus Avenarius-Straße 3 in Verbindung gebracht (die ehemalige Wachwitzer Straße 3 war die erste Avenarius-Villa und der letzte Wohnsitz der Schumanns in Dresden).[6]

[Bearbeiten] Quellen

[Bearbeiten] Einzelnachweise

  1. Dürerblatt, hrsg. vom Dürerbunde, November 1910
  2. Adressbuch der Stadt Dresden, 1912
  3. Adressbuch der Stadt Dresden, 1916
  4. Albert Schramm, Julius Rodenberg: Deutschlands Verlagsbuchhandel: Eine Bibliographie
  5. Gerlinde und Klaus Schneider (aus der Familie von Prof. Karl Hanusch): Mitteilungen
  6. A.R. Lux: Griechischer Geist in Blasewitz. Orpheusrelief-Replik stand einst im Garten des „Grünen Hauses“. DNN, 15. Juli 2002, S. 7

[Bearbeiten] Weblinks

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