Götz Heidelberg

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Götz Heidelberg (* 1. März 1923 Bensberg (Bergisch Gladbach)) ist ein deutscher Physiker und Unternehmer. Besonders bekannt wurde er durch seinen maßgeblichen Anteil an der Entwicklung des Transrapid.

[Bearbeiten] Leben und Wirken

Heidelbergs Wohnhaus in Blasewitz

Zusammen mit seinen Eltern, zwei Halbgeschwistern und einer Schwester kam Heidelberg in den 1930er Jahren nach Dresden, wo der Vater die Maschinenfabrik KG, Herstellung von Tabakbearbeitungs- und Kartonagen-Maschinen in der Riesaer Straße 7 übernommen hatte[1], die zuvor als Veco Maschinenfabrik firmierte. Die Familie bewohnte fast das ganze Erdgeschoss des Dürerbundhauses in Blasewitz, Heinrich-Schütz-Straße 2. Die Wohnung hatte der Schriftsteller Wolfgang Schumann vermittelt. Heidelberg besuchte die Schillerschule Blasewitz.

Nach dem Abitur wurde Heidelberg an die Ostfront eingezogen. Wegen einer schweren Verwundung kehrte er nach Dresden zurück und begann, an der Technischen Hochschule zu studieren. Die Luftangriffe 1945 überlebte er in einem Splitterschutzgraben bei der Ferdinand-Avenarius-Straße[2]. Heidelberg flüchtete vor der anrückenden Roten Armee trotz seiner Behinderung auf einem Fahrrad nach Westdeutschland und schloss in Göttingen sein Physik-Studium ab. In Dresden leitete er danach die elterliche Firma. Später verließ er die DDR endgültig.

An der Technischen Hochschule Stuttgart und bei der Bölkow GmbH in München wurde unter seiner Leitung der weltgrößte Hubschrauberrotor nach dem Niederdruck-Reaktionsprinzip entwickelt[3]. Als Vorstand des Unternehmensbereiches "Neue Verkehrssysteme" der Messerschmidt-Bölkow-Blohm GmbH in München war er maßgeblich an der Entwicklung von Magnetschwebebahnen und elektrischen Kunststofffahrzeugen beteiligt[4],[5].

Mit seinen insgesamt fast 120 Patenten, z. B. zum Linearmotor in Langstator-Bauweise, hat Heidelberg entscheidenden Anteil an der deutschen Magnetbahntechnik bis hin zum Transrapid. Er gründete fünf Unternehmen zur Entwicklung innovativer Antriebssysteme und er war federführend am Projekt der Berliner M-Bahn beteiligt[6]. Die zuletzt gegründete Firma in Starnberg entwickelt Brennstoffzellentechnologien[7].

Für seine Verdienste erhielt Götz Heidelberg am 5. November 1994 von der Universität der Bundeswehr München die Promotion zum Dr.-Ing. E.h. verliehen[8].

[Bearbeiten] Quellen

[Bearbeiten] Einzelnachweise

  1. Adressbuch der Gau- und Landeshauptstadt Dresden, 1943/44
  2. Frank Fiedler: Persönliche Erinnerungen zum Komplex „Tieffliegerangriffe“ / „Bordwaffenbeschuss“ nach dem 13.2.1945 (mit Erinnerungen des Autors an Dr. Götz Heidelberg sowie unter Einbeziehung von Mitteilungen von ihm; Letzteres eine Quelle des Artikels)
  3. http://www.vstol.org/GermanVSTOLRotorcraft.pdf
  4. http://wissen.spiegel.de/wissen/dokument/dokument.html?id=43822456&top=SPIEGEL
  5. http://wissen.spiegel.de/wissen/dokument/dokument.html?id=40605971&top=SPIEGEL
  6. http://www.berliner-verkehrsseiten.de/m-bahn/Geschichte/geschichte.html
  7. http://www.proton-motor.de/protonmotor-magnetmotor.html?&L=1
  8. http://www.unibw.de/praes/studium/studienangebot/vorlesungsverzeichnis09/down1/at_download

[Bearbeiten] Weblinks

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