Fischersiedlungen in Dresden
Infolge der Elbe gab es eine ganze Reihe von Fischersiedlungen bereits im altsorbischen Nisan und im späteren Dresden (stromabwärts aufgeführt). Auch an den Altwasserarmen der Elbe lagen etliche Fischersiedlungen (siehe Anhang).
Seit Beginn des Fischfangs mit Reusen und/oder Netzen kann man von Fischerdörfern sprechen.
[Bearbeiten] Copitz (1417 Kopicz)
[Bearbeiten] Fischerdorf um 600 (unbekannt) zu Cebegrin (um 1200) zu Söbrigen
Cebegrin war der altsorbische Name für Söbrigen.
Cebegrin wurde 1378 erstmals urkundlich erwähnt und bedeutet Leute des Sebekury.
Sebekury war der Name des elbslawischen Lokators in Cebegrin. Er wurde in den Jahrzehnten um 1200 durch die deutsche Grundherrschaft mit dem Aufbau dieses Rundlings beauftragt. Cebegrin wurde 1378 erstmals urkundlich erwähnt.
Sebekury wurde von einigen Historikern und Namenkundlern als Stammesältester oder Stammesführer angesehen. Dies verkennt aber die Funktion eines Lokators. Nach der Gründungsphase von Cebegrin ist Sebekury als dessen erster Lehnschulze anzusehen.
Außer diesem Rundling existiert noch eine Häuserzeile an der Elbe, wo der Ursprung des Ortes vermutet wird.
Vor der Verdorfung als Rundling bestand hier seit der slawischen Landnahme um das Jahr 600 eine typische elbsorbische Fischersiedlung unbekannten Namens. Solche Siedlungen lagen bei den Sorben wie Perlen an einer Kette entlang der damals fischreichen Elbe.
- "Söbrigen geht auf einen kleines Dorf an der Elbe zurück. Gegründet wurde dieses vermutlich bereits im 6. oder 7. Jahrhundert und reicht damit sehr weit in der Geschichte zurück."[1][2]
Die Nisaner (böhmische Niederländer) bauten zum Fischfang Jehsen bis tief in die Elbe - wehrartige Wasserbauwerke in Pfahlbauweise, im 17. Jahrhundert auch Jehsenschlag genannt.
- "Zu Gauernitz hatte im 17. Jahrhundert Martin Hoyer mit seinem Jehsenschlag „fast die Hälfte der Elbe mit Pfählen und Zäunen vermachet“."[3]
[Bearbeiten] Pillnitz
Pillnitz war ursprünglich eine Fischersiedlung am Ausgang des Meixgrundes an der Elbe. 1403 an die Frau des Heinrich Karas belehnt, gehörte das Dorf und Vorwerk Pillnitz den Grundbesitzerfamilien Ziegler, Loss und Bünau. Im 18. Jahrhundert bestand die Einwohnerschaft nur noch aus Häuslern und Gärtnern. Der günstigen Lage am Elbhang des Borsberg verdankt Pillnitz den erfolgreichen Weinbau besonders in jüngerer Zeit.
- "Ursprünglich war Pillnitz ein Elbfischer- und Bauerndorf, von dem sich jedoch nur noch wenige Gebäude in der Nähe der Schiffsanlegestelle erhalten haben (Foto).Außerdem nutzte man die Elbhänge für den 1403 erstmals urkundlich erwähnten Weinbau. 1476 wurde eine Mühle am Ausgang des Meixgrundes erwähnt, um 1500 ein Gasthof mit Schankrecht und Erbgerichtsbarkeit. Seit dem 16. Jahrhundert dehnten die Besitzer der Herrschaft Pillnitz ihre Fluren immer mehr auf Kosten des Bauernlandes aus, so dass im 18. Jahrhundert nur noch Häusler und Gärtner im Ort lebten.[4]
[Bearbeiten] Hosterwitz
Durch Ausgrabungen wurde eine frühe slawische Fischersiedlung in Hosterwitz entdeckt.
- "Aus einer slawischen Ansiedlung entstanden, findet der Ort Hosterwitz im Jahre 1406 unter dem Namen „Hostenbricz“ erstmals urkundliche Erwähnung. Doch die Besiedlung der Gegend erfolgte bereits viel früher, wie alte Ausgrabungsfunde belegen. Unsere Vorfahren verdingten sich hier als Fischer und Schiffer."[5]
Die frühen Namensformen Ossenbricz[6] (1371) und Hostembricz (1406) sind demzufolge ebenfalls slawischen Ursprungs und stammen von hostis = 'Gast, Fernhändler' (lateinisch 'hospes').
- "Der Name ist vermutlich vom slawischen Wort hostis (= Gast, Fernhändler) abgeleitet und weist auf die Bedeutung dieses Platzes für Händler und Elbschiffer hin. Aufgrund einer Untiefe mussten diese hier ihre Kähne umladen, was die Entstehung der kleinen Siedlung begünstigte. Hier befand sich neben einer bis ins 18. Jahrhundert genutzten Furt auch eine kleine Kirche."[7]
Eine Holzkirche wurde hier vermutlich um 1200 erbaut.[8]
[Bearbeiten] Einmündung des Altelbarmes bei Alttolkewitz
siehe:
[Bearbeiten] Wachwitz
- "Archäologische Funde im Bereich der Straße Am Steinberg weisen auf eine frühgeschichtliche Besiedlung der Region bereits in der Eisenzeit hin. 1921 wurde beim Bau einer Villa Am Steinberg 5 ein Urnenfeld entdeckt, dessen Fundstücke der “Billendorfer Kultur” zugeordnet werden. Obwohl weitere Siedlungsspuren fehlen, ist die zugehörige Siedlung im Bereich des Wachwitzer Weinbergs zu vermuten. Reste einstiger Hohlwege und eine in der Nähe des Loschwitzer Friedhofes befindliche Elbfurt deuten zudem auf frühere Handels- und Botenwege hin. Das heutige Dorf Wachwitz entstand vermutlich durch slawische Siedler im 11./12. Jahrhundert an der Mündung des Wachwitzbaches in die Elbe. 1350 wurde der Ort im Lehnsbuch Friedrich des Strengen erstmals als “Wachwicz” erwähnt. Der Name wird entweder von einem sorbischen Personennamen Vach oder von einer hier befindlichen Vachstätte (Fischfangstelle) abgeleitet. 1350 erhielt Conradus de Peschen das Dorf Wachwitz als Lehen. Der Dorfkern befand sich zunächst in unmittelbarer Elbnähe, dehnte sich später aber auch in den Wachwitzgrund und an den Hängen entlang der Pillnitzer Landstraße aus. Noch bis 1838 wurden beide Ortsteile getrennt in den Steuerregistern verzeichnet. Die Bewohner lebten vor allem vom Fischfang, da größere Ackerflächen fehlten. Später kamen noch Wein- und Obstbau hinzu. 1514 erwarb der Besitzer des Rittergutes Pillnitz, Christoph von Ziegler, den Ort, der bis ins 17. Jahrhundert bei Pillnitz verblieb."[9]
- "Das kleine Wein- und Fischerdorf wurde im Jahr 1350 erstmals urkundlich erwähnt. Zuerst befand es sich nur in unmittelbarer Nähe zur nahrungsspendenten Elbe. Später erweiterte es sich bis in die Elbhänge hinein, in denen reger Weinanbau betrieben wurde. Im romantischen Wachwitzgrund klapperten die Mühlräder. Fischer, Handwerker und Weinbauern, Gelehrte und Künstler siedelten sich so im Laufe der Zeit hier an. ... Immer wieder brachte die Nähe zur Elbe schwere Überflutungen mit sich. Das Wasser, was Lohn und Brot bedeutete, verwandelte sich in reißende Fluten. Die Bewohner lernten damit umzugehen. Sie retteten, was zu retten war, behalfen sich mit Laufstegen auf überfluteten Wegen, mussten jedoch auch viele Zerstörungen hinnehmen. Mit unermüdlichem Fleiß beseitigten sie immer wieder die Schäden und ordneten ihr Leben neu. Die höchsten Pegelstände sind an der Fassade eines Hauses in Altwachwitz abzulesen. Ein Gedenkstein, er befindet sich neben dem Brunnenhaus in Altwachwitz, erinnert an die Überflutung von 1844. Diesmal war aber nicht die Elbe, sondern der sonst so idyllisch plätschernde Wachwitzbach die Ursache. Nach einem starken Unwetter verwandelte er sich in einen tosenden Strom."[10]
[Bearbeiten] Loschwitz
Loschwitz war ursprünglich ein slawisches Fischerdorf an der Elbe. An den Hängen wurde später Weinbau betrieben. In der Mitte des 19. Jahrhunderts wurde der Weinbau unrentabel. Durch eingekaufte Rebstöcke wurde die Reblaus aus Amerika eingeschleppt und das Winzertum gänzlich beendet. 1887 wurde das Winzerland schnell zu Bauland für Landhäuser und Villen.
- "Die Bewohner im Dorf lebten hingegen vorrangig von der Elbe und verdienten ihren Lebensunterhalt als Fischer und Elbschiffer. Der Ackerbau blieb unbedeutend, da Loschwitz nur zwei Bauerngüter besaß. Die übrigen Einwohner des Ortes waren arme Häusler, die ihre Wohnungen in den Weinbergen bzw. im unteren Teil der Grundstraße hatten. Meist betrieben diese neben Wein- auch etwas Obst- und Gartenbau bzw. führten kleinere handwerkliche Arbeiten aus. 20 von ihnen waren nebenberuflich als Jagdhelfer des Kurfürsten beschäftigt und wurden deshalb die “Zwanziger” genannt. An sie erinnert noch die Zwanzigerstraße im Stadtteil Weißer Hirsch. Außerdem existierten in Loschwitz einige Mühlen an der heutigen Grundstraße, die vom Loschwitzer Dorfbach “Trille” angetrieben wurden. Schwer betroffen war das Dorf durch die häufig auftretenden Elbehochfluten, aber auch durch kriegerische Ereignisse."[11]
[Bearbeiten] Blasewitz
1349/1350: Erste Erwähnung als elbslawisches Fischerdorf Blasenwicz im LBFS = Lehnbuch Friedrich des Strengen (nach seinem Regierungsantritt als Markgraf von Meißen erstellt).
- "Blasewitz beging im Jahr 2000 zu Recht sein 650jähriges Jubiläum. Die Eintragung im Lehnbuch erfolgte erst 1350. Sie hält fest, dass der "treue Recke" Nikolaus Karas für tapfere Kriegsdienste ein Gut in Blasewitz erhielt. Noch im Jahre seines Regierungsantritts beauftragte Markgraf von Meißen, Friedrich III., der Strenge, seine Kanzlei, dieses Buch anzulegen. Von 1349 bis 1350 wurde es geschrieben. Blasewitz ist jedoch älter. Grundgrabungen auf der Gemeindeflur brachten Funde zur Besiedlung im Neolithikum und die durch germanische Hermunduren sowie Sorben zutage. Sorbischen Ursprungs ist noch der Ortsname, waren die Anlage des Dorfes als ovaler zur Elbe offener Rundling (Schillerplatz), Namen der Bewohner seit dem Mittelalter und eine nur in diesem Terrain getragene Tracht. Um 1150 gelangten während der Ostexpansion vor allem Franken in das Fischerdorf, die sich mit den wohl schon seit dem 6. Jahrhundert hier ansässigen Sorben schließlich verbanden. Eine gegenseitige Befruchtung der beiden Kulturen erwies sich als vorteilhaft für alle. Die Bodenständigkeit der Menschen bei einem wenig ertragreichen Elbbett-Boden zwingt uns Bewunderung ab. Vermutlich waren es der von den Sorben betriebene Fischfang, deren Zeidlerei und fränkische Viehhaltung, die ein Bleiben trotz immer wiederkehrender schadenbringender Hochwasser ermöglichten. Hinzu kam die Nähe der gegenüberliegenden sorbischen Fluchtburg mit Wehranlage aus dem 11. Jahrhundert (Burgberg) zu deren Burgward auch der Loschwitzer Jahrmarkt gehörte. Beides konnte bequem durch die Furt erreicht werden, die sich aufgrund der Anschwemmung des Sandes der Trille (Grundbach) gebildet hatte. Das kleine Dorf war gleich hinter den Häusern von Wiesen und Feldern umgeben, schwer genug dem Wald abgerungen der sein grünes Kiefernkleid ringsum weit ausbreitete. Ein Reitweg der Wettiner (heutige Blumenstraße, Goetheallee, Tolkewitzer und Österreicher Straße) führte sie vom Dresdner Schloss zu ihren Jagdrevieren "Untergehege" auch "Unteres Hasengehege" auf Blasewitzer Flur oder weiter zum Laubegaster "Mittelgehege und Kleinzschachwitzer "Obergehege"."[12]
- "Blasewitz wurde als slawischer Rundweiler auf einer kleinen Rodungsfläche am Elbufer gegründet und 1349 erstmals als Blasenwicz erwähnt. Der aus dem altsorbischen stammende Name bedeutet Leute des Blazen (“der Glückliche”) und weist auf den Ortsgründer bzw. Sippenältesten hin. 1384 erhielt der aus einer wohlhabenden Dresdner Bürgerfamilie stammende Peter Münzmeister Blasewitz zum Lehen. ... Als Blasewitzer Tännicht wurde früher ein ausgedehntes Waldgebiet bezeichnet, welches sich von der Pirnaischen Vorstadt bis nach Tolkewitz erstreckte. Hauptsächlich bestand dieses Waldstück aus Fichten und Kiefern und wurde von den Anwohnern in verschiedene Flurstücke eingeteilt: Brempacher Aue, Hausholz, Gellenberg, Schwalbenkopf und Faselberg. Wegen seines Wildreichtums war das Tännicht beliebtes Jagdrevier der sächsischen Kurfürsten, für die um 1670 in Blasewitz ein Hegereiterhaus an Stelle des heutigen Schillergartens eingerichtet wurde. Dieses bildete den Mittelpunkt des Reviers, bestehend aus dem "Untergehege" auf Blasewitzer Flur und dem "Obergehege" um Kleinzschachwitz. Hauptsächlich wurden hier Hasen und Rebhühner gejagt. Auf Befehl August des Starken entstand 1717 nach Plänen Pöppelmanns ein neues Jagdhaus an der heutigen Forsthausstraße. Im Grundstück Händelallee 10 erinnert eine historische Jagdsäule an eine Parforcejagd Friedrich August des Gerechten 1818. Teile des Tännichts waren zu diesem Zeitpunkt längst in Ackerland umgewandelt, was zur Gründung mehrerer Vorwerke auf dem Territorium der späteren Johannstadt führte."[13]
[Bearbeiten] Ranvoltitz
Das Vorwerk Ranvoltitz oder Ramwoltitz[14][15], an das die Rampische Straße erinnert, lag im Gebiet der heutigen Johannstadt.
Es wurde 1310 urkundlich erwähnt (Ranuoltycz[15]). Der Hospitalmeister Heinrich tauschte das nördlich von Dresden gelegene Vorwerk Knapsdorf gegen mehrere Äcker der Flur Ranvoltitz.
- "Die slawische Bevölkerung des Landes behielt auch nach ihrer Unterwerfung durch die Deutschen die alten Wohnplätze. Aber das Land gehörte nun kraft des Rechts der Eroberung dem deutschen Könige, der es zu Eigengut oder Lehn an die in seinem Dienste stehenden Ritter wie auch an die Kirchen vertheilte. Diesen neuen Grundherren mußten die slawischen Bauern als Hörige Grundzins zahlen und Frohndienste leisten. Sehr dicht kann die sorbische Bevölkerung nach den harten Kämpfen der Eroberung und den verheerenden Kriegen des [7] 11. Jahrhunderts nicht mehr gewesen sein. Mit der fortschreitenden äußeren Beruhigung der Grenzlande konnte dann allmählich auch deren wirthschaftliche Ausnutzung durch stärkere Besiedelung gefördert werden. Seit dem 12. Jahrhundert zogen die großen Grundherren aus allen deutschen Gauen Kolonisten herbei, die sich nicht, wie einst die Sorben, auf die Flußthäler beschränkten, sondern auch im Hochlande und mitten im Urwalde sich niederließen. Die neu angelegten Dörfer wurden meist nach dem Namen des Unternehmers benannt, der vom Grundherrn ein Stück Land zu Lehn erhalten hatte, um darauf Kolonisten anzusetzen[16]. Einen solchen Ursprung scheint ein dicht bei Dresden gelegenes Dorf gehabt zu haben, das im Anfange des 14. Jahrhunderts unter dem Namen Ranvoltiz oder Ramaltiz erwähnt wird. Ranvoltiz ist offenbar zusammengesetzt aus dem deutschen Namen Ramfold und der slawischen Endung -icy, eine Ortsnamenbildung, wie sie auf unserem Boden, wo zwei Sprachen um die Herrschaft rangen, auch sonst vorkommt, so bei den Dörfern Arntiz (ursprünglich Arnoltiz), Berntiz, Conradiz. Der Name Ranvoltiz bedeutet: die Ramfoldsleute; er beweist, daß diese Niederlassung zu einer Zeit gegründet wurde, wo die Bevölkerung hier noch ganz überwiegend slawisch war. Das Dorf wird nur in den Jahren 1310 bis 1316 genannt, dann verschwindet es aus den Urkunden. Dagegen erscheint ein halbes Jahrhundert später die Ramtizgasse oder Rampoldische Gasse und als ihre äußere Fortsetzung die Ramtizstraße. Das Verschwinden des Dorfes läßt sich nur durch die Annahme erklären, daß es im 14. Jahrhundert bei der Ausbreitung der Vorstadt in diese hineingewachsen ist, so daß man das alte Dorf Ranvoltiz in der späteren äußeren Rampischen Gasse, der heutigen Pillnitzer Straße, zu suchen hat. [8] Jener Ramfold ist der erste deutsche Ansiedler auf Dresdner Boden, der uns bekannt wird."[17]
Eine zweite und letzte Erwähnung erfolgte 1315 als Ramalticz.
Im Jahr 1370 wurde nur noch die platea Ramticz genannt, die Siedlung war wüst. Zwischen 1315 und 1370 lagen die Jahre des Schwarzen Todes, der Pest (in Dresden 1349 ausgebrochen).
[Bearbeiten] Fischergemeinde östlich des Elbberges (Pirnaische Vorstadt)
Die Fischergemeinde östlich des Elbberges war eine der zehn Vorortgemeinden, die sich seit dem Mittelalter um die Stadt Dresden entwickelt hatten.
Sie entstand aus einer Fischersiedlung auf dem nordöstlichen Sporn zwischen der Elbe und dem Altwasserarm Gruna-Striesen, der hier einmündete und den natürlichen Hafen von Nisan bildete. Die Senke dieses Altarmes verlief von Striesen her über die Holbeinstraße und die Dürerstraße. Bis 1875 floß hier noch der Landgraben.
Westlich des Hafens lag an der Elbfurt nach Altendresden die ursprüngliche, weitaus ältere Fischersiedlung, die möglicherweise auf die Zeit der elbsorbischen Landnahme um 600 zurückgeht.
Die Fischersiedlung östlich des Elbberges ist wahrscheinlich erst nach der Erweiterung der Stadtbefestigung ab 1520 entstanden, die zu einem Verdrängungsprozeß der Fischer aus dem remparierten Stadtgebiet führte.
- Pirnaische Vorstadt: "Im Mittelalter gab es hier nur ein paar vereinzelte Häuser an der Rampischen Straße (später Pillnitzer Straße) und der Pirnaer Straße. Nach der Erweiterung der Stadtfestung ab 1520 siedelten sich dann zahlreiche Ackerbürger und Gärtner sowie auch Fischer (Fischergemeinde am Elbberg) hier an. Der Böhmische Holzhof war ein Stapelplatz für geflößtes Holz."[18]
[Bearbeiten] Einmündung des Altwasserarms Gruna-Striesen bei Nisana
siehe
[Bearbeiten] Aldenfischerßdorff um 600 (Ostragehege) im 13./14. Jh. nach Vischerdorf (Viehweide) und 1480 nach Fischerstorff (Fischhofplatz) in der Wilsdruffer Vorstadt verlegt
Altfischersdorf - wohl mehrfach verlegter Vorgänger von Fischersdorf:
- nach Martin Bernhard Lindau ist Fischersdorf sorbischen Ursprungs und fällt "hinsichtlich" seines "Entstehens mit Altdresden (Neustadt) in ziemlich gleiche Zeit"[19] - demzufolge um das Jahr 600
- "ehemaliges Dorf im W der Flur Dresden-Altstadt, ursprünglich nahe des späteren Kleinen Ostrageheges gelegen, vermutlich im 13./14. Jh. an das andere Ende der städtischen Viehweide verlegt - 1410: Vischerdorf[20]; 1411: Fischerdorf; 1422: Fisscherdorf; 1480: Fischerßdorff, werder zu Alden Fischerßdorff"[21]
- Der Fischhofplatz war der einstige Dorfplatz von Fischersdorf. Hierher waren 1480 die Bewohner von Altfischersdorf an der Elbe umgesiedelt worden. - "1480: Fischerßdorff, werder zu Alden Fischerßdorff;
1547: Fisschersdorf (HOV); 1583: Fischerstorff (DS 11, 36)[22]
Fischersdorf war ein Dorfkern, später ein Platz (Fischhofplatz) in der Wilsdruffer Vorstadt. Es hatte namenlose Straßenverbindungen nach Süden zur Entenpfütze am heutigen Freiberger Platz und nach Osten zur Gasse An der Weißeritz, die eigentlich am Weißeritzmühlgraben lag, und zur Nachbarschaft Am Obersee.
[Bearbeiten] Beginn der Kaditzer Flutrinne bei Altmickten
siehe:
[Bearbeiten] Gohlis
Gohlis wird 1144 das erste Mal urkundlich erwähnt. Der Ortsname geht zurück auf das altsorbische „Gołuš(a)“/„Gołyš“ und leitet sich ab von „goły“ (kahl, leer), bedeutet also „Siedlung auf kahlem/waldlosem Land“.
- "Gohlis entstand als Elbfischersiedlung auf einem flachen Uferstreifen unmittelbar am Elbufer und wurde 1144 erstmals urkundlich erwähnt. Der Ortsname ist vom slawischen “gola” abgeleitet, was übersetzt “Heide” bedeutet und auf die kargen Sandböden hinweist. ... Bereits im Mittelalter war Gohlis ein wichtiger regionaler Elbübergang, wobei die älteste Flussquerung vermutlich in einer Furt bestand. 1547 ist im Erbbuch der Stadt Dresden erstmals eine Elbfähre erwähnt. Eine weitere Fähre ist im Jahr 1690 für Niedergohlis nachweisbar. Von Bedeutung waren beide Fähren vor allem für die Bauern der Umgebung, die ihr Getreide auf diesem Weg zu den per Mahlzwang festgelegten Mühlen transportierten. Ein Gerichtsurteil aus dem Jahr 1778 legte fest, dass die Fähre an der Windmühle ausschließlich von Mühlenkunden genutzt werden durfte, während die Niedergohliser Fähre dem allgemeinen Verkehr offenstand. Der Betrieb der Fähren oblag wechselnden Pächtern, die dafür eine entsprechende Konzession erhielten. Zeitweise wurde die Fährkonzession auch direkt an die Gemeinde übertragen."[23]
- "Gohlis wurde erstmals 1144 als „Gołyš“ erwähnt, was aus dem Sorbischen stammt und soviel wie „kahl“ oder „leer“ bedeutet. Das ehemalige Fischerdorf ist durch viele Felder und gut erhaltene historische Bauten geprägt. Der Stadtteil ist heute besonders bei jungen Familien mit Kindern beliebt. Um 1260 war der Ort im Besitz der Herren von Goluz, welche den Meißner Domherren ein Vorwerk übertrugen. Das Vorwerk wurde aufgelöst und Gohlis teilte sich in Ober- und Niedergohlis. Niedergohlis befand sich im Besitz des Klosters Seußlitz und wechselte nach der Reformation an einen Dresdner Ratsherren. Der Ort erlangte neben der Elbfischerei auch mit der Landwirtschaft wirtschaftliche Bedeutung. Im alten Ortskern finden wir viele gut erhaltene Bauernhäuser und historische Gehöfte aus den 16. bis 19. Jahrhundert. Das älteste Haus von Gohlis befindet sich am Windmühlenweg (ehemals Ziegenweg genannt) und stammt aus dem Jahr 1695. Es markiert den Eingang in das Gassendorf von Obergohlis und befindet sich direkt am Elberadweg."[24]
[Bearbeiten] Anhang: Fischersiedlungen an den Altwasserarmen
[Bearbeiten] Fischersiedlungen am Altelbarm
[Bearbeiten] Alttolkewitz
Die Gemarkung Tolkewitz wird von der Elbe geprägt. Der Fluss hat sich in die eiszeitlichen Ablagerungen eingegraben und schuf Auen mit tieferen und höheren Bereichen. Diese sind heute als Flusslandschaft mit den Elbwiesen und den etwas höher gelegenen Altelbarmen erlebbar. Die hochwassergeschützten Schotterterrassen tragen die Siedlungen. Noch um die Wende des 19. zum 20. Jahrhundert gab es ausgeprägte Dünengebiete, die so genannten Sandberge. Sie wurden zur Bausandgewinnung restlos abgebaut, zuletzt in der Schumann’schen Sandgrube Nähe der Wehlener Straße in Neutolkewitz um 1935. Das Tännicht - Reste sind im Bereich des Urnenhains noch erhalten - gehörte einst zu einem ausgedehnten Kiefern- und Birkenwaldgebiet zwischen Johannstadt und Tolkewitz.
- "Das vermutlich im 11. Jahrhundert gegründete slawische Fischerdorf Tolkewitz wurde 1349 im Lehnsbuch Friedrich des Strengen erstmals als Tolkenwicz urkundlich erwähnt und gehörte zu diesem Zeitpunkt den Adelsfamilien Nurenberg und von Kürbitz. Das frühere Gassendorf östlich des Niedersedlitzer Flutgrabens ist slawischen Ursprungs und verdankt seinen Namen wohl dem Ortsgründer (“Leute des Tolkan”). 1396 kam der Ort an das Kloster Altzella. Die Zinsen des Vorwerkes Dürrhof wurden 1398 von dessen Besitzer, dem Dresdner Bürgermeister Lorenz Busmann, der Kreuzkapelle übereignet. Durch diese Entwicklung geriet Tolkewitz in enge Bindung zu Dresden und gehörte nach der Reformation zu den Dresdner Ratsdörfern. 1561 ist in den Dorfrügen erstmals eine Elbquerung (Fähre) erwähnt, Vorgängerin der 1808 eingerichteten Fährverbindung nach Wachwitz (bis 1957). Da die sandigen Böden und die häufigen Überschwemmungen der Elbe nur eingeschränkte Landwirtschaft ermöglichten, betrieben die Bewohner neben der Elbfischerei seit dem 16. Jahrhundert die Zwirn- und Garnherstellung im Heimgewerbe. Tolkewitz und das benachbarte Laubegast blieben bis ins 19. Jahrhundert Hochburgen der Garnfabrikation im sächsischen Raum."[25]
Gassendorf Blockflur, 163 ha, 112m
1547: 12 besessene(r) Mann, 8 Hufen
1764: 10 besessene(r) Mann, 10 Häusler, 8 Hufen je 24 Scheffel
1350: Tolkenwicz, Tolkemicz (LBFS 37, 70)
1378: Tolkewicz (RDMM 263)
1396: Tulkewicz
1547: Amt Dresden
1764: Religions-Amt Dresden[26]
[Bearbeiten] Fischersiedlungen am Altwasserarm Gruna-Striesen(-Nisana)
[Bearbeiten] Dorf und Siedlung an der Frauenkirche mit dem Handelsplatz Nisana (später Frauenvorstadt mit der Großen und Kleinen Fischergasse)
Die günstige Verkehrslage an einer Elbfurt wurde bereits frühzeitig durch eine slawische Schiffer- und Fischersiedlung genutzt. Hier war die natürliche Verbindung von Franken nach Bautzen (Sächsische Frankenstraße). Die Fischergemeinde lag im sog. Dorf an der Frauenkirche am Hafen von Nisan (später Siedlung an der Frauenkirche mit dem Handelsplatz Nisana) und entwickelte sich nach 1521 zu einem Teil der Newen Stadt (1555: Frauenvorstadt). Heute erinnern nur noch die Münzgasse (bis 1849: Große Fischergasse) und die Brühlsche Gasse (bis 1882: Kleine Fischergasse) an diese Fischersiedlung.
Der natürliche Hafen von Nisan wurde möglicherweise schon 805 mit dem Neidhart befestigt.
Die Fischersiedlung wäre demnach noch älter und könnte ortstypisch schon um 600 entstanden sein - gegenüber der Kontaktfundstelle in Altendresden am Kohlmarkt, wo aus der Zeit um 600 sowohl germanische als auch slawische Siedlungsreste ausgegraben wurden.
Für die frühe Zeit ist hier auch eine temporäre (saisonale) Fischersiedlung denkbar, wie sie aus historischer Zeit neben dem Honigheim Altmickten überliefert ist (heute Kaditzer Flutrinne, ein ausgebauter ehemaliger Eltaltarm) .
Die Nisaner benutzten bevorzugt die Einmündungen von Altarmen zum Fischfang - so auch die Einmündung des Altelbarmes bei Alttolkewitz.
Die elbsorbische Fischergemeinde in der Frauenvorstadt gehört neben anderen Fischersiedlungen und natürlich Altendresden zu den ältesten Siedlungskernen von Dresden. Durch die Elbe und die elbsorbischen Jehsen (umfangreiche Fischfangbauwerke) war deren Lage fixiert - im Gegensatz zu den zahlreichen kleinen slawischen Streusiedlungen, die zwecks wirtschaftlicher Verdorfung um 1200 von den neuen deutschen Grundherren mittels Lokatoren zu Rundlingsdörfern zusammengefaßt wurden.
[Bearbeiten] Fischersiedlungen an der Kaditzer Flutrinne
[Bearbeiten] Temporäre Fischersiedlung bei Altmickten
An der Spitze zwischen dem ehemaligen Elbaltwasser der Kaditzer Flutrinne und der Elbe bei Altmickten lag eine saisonal benutzte temporäre Fischersiedlung unweit des Rundlingsdorfes, das als Honigheim für seine Honigproduktion berühmt war. In der Elbe und im Altwasserarm waren elbsorbische Jehsen zum Fischfang eingebaut.
Die Nisaner benutzten bevorzugt die Einmündungen von Altwasserarmen zum Fischfang, so auch:
- die Mündung des Altelbarmes in die Elbe bei Alttolkewitz und
- die Mündung des Altwasserarms Gruna-Striesen in die Elbe bei Nisani am Hafen von Nisan (später Fischergemeinde im Dorf an der Frauenkirche; heute Münzgasse und Brühlsche Gasse)
[Bearbeiten] Anmerkungen
- ↑ "Söbrigen – Elbnaher Stadtteil von Dresden." auf so-lebt-dresden.de (abgerufen am 9. Juni 2025).
- ↑ Vgl. auch: "Das kleine Elbdorf Söbrigen wurde vermutlich zwischen dem 6. und 7. Jahrhundert gegründet." Zitiert nach Lars Herrmann: Söbrigen auf Dresdner-Stadtteile.de (Archivlink).
- ↑ HSt A. Collectio Schmidiana, Amt Dresden, Mühlensachen, 2. Abt.
- ↑ '"Lars Herrmann: Pillnitz auf dresdner-stadtteile.info.
- ↑ „Oh Hosterwitz, oh Ruhe! Ruhe!“ auf sachsen.tours nach: Sieghart Pietzsch: "Chronik von Hosterwitz – 1406 – 2006".
- ↑ CDS II 2 Nr. 608 vom 13. Dezember 1371: "B. Conrad eignet der Domkirche mit Zustimmung des Capitels vom Domherrn Conrad Pruze in Mittelebersbach erkaufte Zinsen." - Unter den Zeugen: "Henrico de Ossenbricz capellano nostro", Besitzer des Vorwerkes Hosterwitz.
- ↑ Lars Herrmann: Hosterwitz auf Dresdner-Stadtteile.de (Archivlink).
- ↑ Jürgen Helfricht: "Dresden und seine Kirchen." Evangelische Verlagsanstalt, Leipzig 2005, S. 68.
- ↑ Lars Herrmann: Wachwitz auf dresdner-stadtteile.info.
- ↑ Dresden-Wachwitz: Fischerdorf und königliche Familie auf sachsen.tours.
- ↑ Lars Herrmann: Loschwitz bei dresdner-stadtteile.info.
- ↑ Geschichte von Blasewitz auf blasewitz.de: "Blasewitz - ein bisschen was Besonderes. Vom sorbischen Fischerdorf zum Stadtteil Dresdens. 650 Jahre und älter"
- ↑ Lars Herrmann: Blasewitz bei dresdner-stadtteile.info.
- ↑ Die deutschsprachige Wikipedia zum Thema „Liste der Wüstungen in Dresden“
- ↑ a b Ramwoltitz (Ranvoltitz) im Historischen Ortsverzeichnis von Sachsen
- ↑ E. O. Schulze, die Kolonisirung der Gebiete zwischen Saale und Elbe. Leipzig 1896.
- ↑ In: Otto Richter: Geschichte der Stadt Dresden. Erster Theil: Dresden im Mittelalter. Mit Abbildungen und einem Plane. [= Veröffentlichung des Vereins für Geschichte Dresdens] Wilhelm Baensch’ Verlagshandlung, Dresden 1900, S. 6ff.
- ↑ Pirnaische Vorstadt auf dresden-und-sachsen.de (abgerufen am 13. Juni 2025).
- ↑ Martin Bernhard Lindau: "Geschichte der Haupt- und Residenzstadt Dresden von der frühesten bis auf die gegenwärtige Zeit". Band 1. Rudolf Kuntze, Dresden 1858, S. 91.
- ↑ RV III 33 Anm. 1
- ↑ Fischersdorf † (Wüstung) im HOV (Historischen Ortsverzeichnis von Sachsen).
- ↑ Fischersdorf † (Wüstung) im HOV (Historischen Ortsverzeichnis von Sachsen).
- ↑ Lars Herrmann: Gohlis auf dresdner-stadtteile.info.
- ↑ Gohlis in so-lebt-dresden.de.
- ↑ Lars Herrmann: Tolkewitz in dresdner-stadtteile.info.
- ↑ Tolkewitz im HOV.