Blaues Wunder

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Das Blaue Wunder nach der Fertigstellung, Fotografie von August Kotzsch
Während der Erbauung 1893
Blaues Wunder (2006)
Das Stadtwiki-Team 2015 vor dem Blauen Wunder, Zeitungsartikel der Dresdner Morgenpost

Das Blaue Wunder, mit einer Spannweite von 147 m, ist eine über Dresden hinaus bekannte Elbbrücke. Sie verbindet den Schillerplatz (Blasewitz) und den Körnerplatz (Stadtteil Loschwitz).

[Bearbeiten] Geschichte

Die Brücke wurde nach langem Bemühen der rechtselbischen Gemeinden von 1891 bis 1893 nach Plänen von Claus Koepcke errichtet. Bei ihrem Bau war es eine der weltweit ersten Brücken, die ohne Strompfeiler, d. h. Pfeiler, die im Flussbett stehen, auskam. Aufgrund dieser technischen Leistung und dem bläulichen Anstrich resultiert der heute gebräuchliche Name, obwohl dieser offiziell Loschwitzer Brücke lautet. Die Brücke ist aus vernieteten Stahlteilen (3 800 Tonnen) gefertigt, die auf mit Sandstein verkleideten Betonpfeilern stehen. Mit der Übergabe der Brücke 1893 erhielt sie den Namen „König-Albert-Brücke“ (Namensgeber: König Albert), den sie bis 1912 trug. Am 11. Juli 1893 hatten sich Tausende von Schaulustigen an der Elbe versammelt. Sie waren gekommen, um der Belastungsprobe beizuwohnen. Es wird berichtet: von 3 Pferden gezogene Dampfwalzen, 3 weitere Straßenwalzen, 3 mit Steinen und Schiffsankern beladene Straßenbahnwagen einschließlich Pferdegespann, 3 Wassersprenger der Feuerwehr. Ein vollbesetzter zweispänniger Pferdebahnwagen und mehrere Kutschen. Sie bezogen nach und nach auf der Brücke Stellung. Schließlich durfte noch ein Jägerbataillon aus der Dresdner Kaserne und jedermann, die Brücke passieren.

Seit Inbetriebnahme der Brücke bis 1921 wurde ein Brückenzoll erhoben. 1935 wurden die seitlichen Gehwege nachträglich angebaut.

Im Mai 1945 sollte die im Februar 1945 nur leicht beschädigte Brücke gesprengt werden. Mehrere Dresdner Bürger, u. a. der Klempner Erich Stöckel (18931964) und der Telegrafenarbeiter Paul Zickler (1884–1964), retteten unabhängig voneinander unter Einsatz ihres Lebens das Bauwerk, indem sie die zur Sprengung angeschlossenen Kabel trennten.[1][2] Auch der von der deutschen Wehrmacht zur Verteidigung eingesetzte Brückenkommandant Hauptmann Wirth handelte mutig, indem er die Sprengladungen nicht erneuern ließ.

Im Jahre 1956 Jahren wurde die hölzerne Fahrbahn (Eichen-Kernholzpflaster) durch einen Eisenbelag ersetzt. Es erfolgten Nachnietungen. 1982 wurde das gesamte Mauerwerk einschließlich der Ankerkammern gründlich saniert. Die letzten Farbanstriche erfolgten 1988 und 1993. In den Jahren 2010/11 wurden 500.000 Euro für Sanierungszwecke ausgegeben.

Seit 25. November 2011 beleuchten abends 60 LED-Strahler das Blaue Wunder - im Sommer bis 1 Uhr, im Winter bis 23 Uhr.[3] Seit 2017 erfolgen weiter Sanierungsarbeiten, um die Brücke bis zum nächsten TÜV-Termien 2025 und weiter bis 2030 nutzten zu können.

Das Stadtwiki Dresden nutzt seit 13. November 2006 das Blaue Wunder als offizielles Logo.

[Bearbeiten] Verkehr

Seit dem Eröffnungstag des Blauen Wunders am 15. Juli 1893 verkehrte die Straßenbahnlinie 18 über die Brücke, später die Linie 4 und die Linie 2 bis Calbalastraße. Die Straßenbahnschienen waren, laut Erinnerung eines Straßenbahnfahrers und Zeitzeugen, direkt auf den Brückenstahl geschweißt (1956) worden, sodass sich alle Erschütterungen unmittelbar auf das Bauwerk übertrugen. Vor 1956 waren Hartgummistreifen unter den Schienen angebracht und dämpften damit Schwingungen und Geräusche. Der Straßenbahnverkehr zog das Blaue Wunder derart in Mitleidenschaft, dass am Morgen des 9. April 1985 die letzte Tram über die Brücke rollte.[4]

Später wurde die Nutzung der Brücke auch für alle Fahrzeuge mit einem zulässigen Gesamtgewicht über 15 Tonnen verboten. Ausnahmen gibt es nur noch für Linienbusse und Reisebusse. Um die Beschränkung zu überwachen, wurde auf der Schillerplatz-Rampe eine Fahrzeugwaage installiert, mit deren Hilfe Informationen über die tatsächliche Belastung der Brücke gesammelt werden. Die Waage ist mit einer Kamera kombiniert, damit Verstöße gegen das Nutzungsverbot geahndet werden können.

Ab 13. Dezember 1925 fuhr die Buslinie C über die Loschwitzer Brücke. Diese Linie wurde zwischen 1947 und 1975 elektrisch als O-Bus betrieben und erhielt 1965 die Liniennummer 61. Heute fahren die Buslinien 61, 63 und 84 über das Blaue Wunder.[5]

[Bearbeiten] Fotogalerie:

[Bearbeiten] Weitere Aufnahmen

[Bearbeiten] Quellen

  1. Gedenktafel an der Blasewitzer Brückenseite
  2. Volker Helas: Das Blaue Wunder, in Dresdner Hefte 94 Dresdner Elbbrücken in acht Jahrhunderten. ISBN 978-3-910055-90-2. In dem Buch wird von weiteren fünf Volkssturmmännern berichtet, die an der Rettung der Brücke beteiligt gewesen sein sollen. Selbst zwischen Stöckel und Zickler herrschte wegen der Rettung jahrelang Streit. Die Internetseite www.dresdner-stadtteile.de berichtet von weiteren Rettern.
  3. Pressemitteilung der Stadt Dresden, 22.11.2011
  4. Vor 30 Jahren: Letzte Straßenbahnfahrt über das "Blaue Wunder". In: Der Hecht. Mitarbeitermagazin der DVB. 2/2015, S. 19
  5. Wussten Sie schon? Hintergründe zur Haltestelle Körnerplatz. sowie Nachtdienst nach Pillnitz in vergangener Zeit. In: Bewegt! Das Kundenmagazin der Dresdner Verkehrsbetriebe AG. 2/2015, S. 23/17.

[Bearbeiten] Weblinks

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