Festung Königstein

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Königstein, Panormablick von der Festung mit Blick zum Lilienstein
Königstein ca. 1850
Luftaufnahme Festung Königstein 2017

Die Festung Königstein befindet sich auf einem Tafelberg in der Sächsischen Schweiz am Fuße der Stadt Königstein. Die Festung war in Europas die größte Bergfestung und einst die mächtigste Festungsanlage Deutschlands.

Die Burg wird zu einer meißnisch-sächsischen Festung ausgebaut und auch als Gefängnis benutzt. Festung Königstein war seit 1632 eine der fünf sächsischen Festungen (Sonnenstein, Stolpen, Wittenberg und die Pleißenburg in Leipzig), die eine dauerhafte Festungsgarnison der sächsischen Armee besaßen, die im Kriegsfall verstärkt wurden. In den verschiedenen Zeitepochen hatte die Festung eine Besatzung von 800 Mann. Dies war möglich weil es eine eigene Wasserversorgung (Zisternen) gab. In der Zeit 1563 bis 1569 wurde der tiefste Brunnen (152,5 Meter) abgetäuft (gegraben). Der Grundwasser-Zulauf der Elbe nutzte.

Vis-a-vi zur Festung liegt der Berg Quirl. Beide werden durch das Bielatal getrennt. Dieser Ausgangspunkt (der vorgelagerte Quirlwächter) des Quirl hätte militärisch gesehen der Festung Königstein sehr gefährlich werden können. Transportable Haubitzen und Mörser hätten auf den Berg geschafft werden können! Von hier aus hätte man die Festung unter Beschuss nehmen können. Dies wusste die Festungbesatzung ihrerseits zu verhindern. Sie nahmen die Zugangswege unter Beschuss und mit Bäumen wurden die Wege unpassierbar. Somit könnte kein Kriegsmaterial auf den Quirl verbracht werden konnte. "Im Deutschen Krieg 1866 wurde der alte Fußweg zum Gipfelplateau gesprengt, damit preußische Truppen dort keine Geschütze in Stellung bringen konnten." [[1]] "1866 (Preußisch-Österreichischer Krieg) wurde der alte Fahrweg auf das Plateau unpassierbar gemacht." [[2]]

Die Festung Königstein ist in ihrer Geschichte nie eingenommen worden. Und hat somit noch ihren Jungfernkranz. Dieser ist außerhalb der Festungsmauern sichtbar angebracht. Besatzungsmächte hätten sonst diesen, aus Sandstein bestehenden Jungfernkranz, abgeschlagen. Das die Festung nie von einer fremden Macht eingenommen worden ist, ist richtig. Aber ein Schornsteinfeger-Lehrling Sebastian Abratzky 1848 ist den Berg und die Festung hinauf geklettert und gilt als Erstbesteigung. Hier wurde er von der Militärwache in Empfang genommen und arrestiert. [[3]]

[Bearbeiten] Gebäude und Teile der Festung

[Bearbeiten] Geschichte

[Bearbeiten] Kommandanten der Festung

Ernennungsjahr Dienstgrad/ Rang Name Bemerkung
1539 Hauptmann Wolff Helfand auch Wolff Helffant
1541 Hauptmann Georg Wolf auch Wolff
1559 Hauptmann Peter Jaeger auch Jaeger
1565 Hauptmann Hans von Eberstein
1589 Hauptmann Christian Stange auch Christoph von Stangen
1590 Hauptmann Hans von Eberstein zu Eschershausen eigentlich Hans Käsebier
1607 Hauptmann Wolf Friedrich Beon wurde am 7. Juni 1610 wegen Diebstahl erhängt
1610 Hauptmann Hans Meißner von Zerbst auch Hannß Meßner
1622 Hauptmann Georg Stahl von Schneeberg auch George Stahl
1625 Hauptmann Jacob von Loeben
1649 Hauptmann Martin Leske auch Martin Leschke, Oberstwachtmeister
1653 Obrist-Lieutenant David von Letzschkau wurde geadelt, Sohn des vorigen
1673 Obrist Christoph Melchior von Neitschütz
1684 Generalmajor Ulrich Graf von Kinsky und Tettau anfangs General-Wachtmeister
1687 Obrist Eustachius von Flemming ab 1702 Generalmajor, das Patent erhielt er nach seinem Tod
1702 Generalmajor Friedrich von Brause
1704 Generalleutnant Carl Gottlob von Ziegler und Klipphausen Herr auf Cunewalde
1715 Generalleutnant Freiherr Friedrich Wilhelm von Kyaw auch von Kyau
1733 Generalleutnant Hermann Riedesel Freiherr zu Eisenbach
1746 Generalleutnant von Fürstenhoff
1753 Generalleutnant von Pirch
1761 Generalleutnant von Spoerken
1766 Generalleutnant von Nitzschwitz
1769 Generalmajor von Geyer
1770 Generalleutnant von Loeser
1775 Generalmajor von Bork
1778 Generalleutnant von Ponickau
1778 General der Infanterie Graf zu Solms
1792 Generalmajor von Boblick
1809 Generalleutnant von Zastrow
1813 Generalleutnant von Zeschau
1813 Generalleutnant von Warnsdorf
1815 Generalleutnant Karl Otto Ludwig Sahrer von Sahr (17611823)
1823 Generalleutnant Carl Friedrich Ernst von Nostitz lt. genealogischem Handbuch aber nicht von Nostitz-Drzewiecky
1839 Generalleutnant von Zezschwitz ebenfalls Staatsminister
1846 Generalmajor Birnbaum
1852 Generalleutnant Moritz Ferdinand von Rockhausen 22. Januar 1859
1859 Generalleutnant von Treitzschke
1866 Generalleutnant Karl Konstantin Gustav von Nostitz lt. genealogischem Handbuch aber nicht von Nostitz-Drzewiecky
1866 Generalleutnant von Briesen
1866 Generalleutnant Friedrich Carl Alexander von Rohrscheidt
1870 Generalmajor Beeren
1873 Generalmajor August Alban Curt von Leonhardi
1884 Oberstleutnant Friedrich Wilhelm Ludwig von Lossow (* 1836)
1894 Oberstleutnant Alexander Salvator von Pereira (* 1850)
1898 Oberstleutnant Clemens Robert Anton Maria Albert von Oer (* 1848)
1904 Major Friedrich Johann von Tschirschky und Bögendorff
1912 Oberstleutnant Heinicke
Burg- und Festungskommandanten

1913 wurde die Dienststellung als Festungskommandant aus dem Militäretat der sächsischen Armee gestrichen. Im gleichen Jahr wurde auch der Festungscharakter aufgehoben.[2]

[Bearbeiten] Prominente Inhaftierte auf der Festung Königstein

Heute ist die Festung Königstein ein militärhistorisches Freilichtmuseum. Ein Rundgang entlang der Festungsmauer dauert etwa drei Stunden und sie erfahren dabei viele Geschichten. Als beliebtes Ausflugsziel in der Sächsische Schweiz ist sie von Dresden aus mit der S-Bahn, mit den Schiffen der Dampferflotte der Weißen Flotte oder dem Auto in ca. einer Stunde erreichbar.

[Bearbeiten] Fotos:

[Bearbeiten] Filme

Der tschechoslowakische Film "Festung am Rhein" (1962) wurde zum Teil auf der Festung Königstein gedreht.[3]

[Bearbeiten] Quellen

[Bearbeiten] Einzelnachweise

  1. (lt. SZ 05.04.2019)
  2. Siehe auch: Friedrich August Brandner: Stadt und Festung Königstein - Eine geschichtliche Zusammenstellung, Digitalisat der SLUB; S. 11f.
  3. SZ 21.3.1964

[Bearbeiten] Weblinks

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