Johann Eleazar Zeissig

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Johann Eleazar Zeissig
Die kurfürstliche Familie: Karl von Sachsen, Marie Amalie von Pfalz-Zweibrücken, Friedrich August der Gerechte, Maria Antonia Walpurgis, Maria Anna von Sachsen, Maria Amalia von Sachsen, Maximilian von Sachsen, Anton der Gütige, Prinz Xaver
Das Kunstgespräch (Gemäldegalerie Alte Meister): Der Mäzen Thomas Freiherr von Fritsch im Gespräch mit Christian Ludwig von Hagedorn, im Hintergrund Adrian Zingg, Johann Eleazar Zeissig und Anton Graff

Johann Eleazar Zeissig (* 7. November 1737 in Großschönau; † 23. August 1806 in Dresden) war ein Kupferstecher und Historienmaler. An der Kunstakademie Dresden lehrte er als Professor. Zeitweise stand er ihr auch als Direktor vor.

[Bearbeiten] Leben und Wirken

Der Sohn eines armen Damastwebers kam in jungen Jahren nach Dresden, zunächst zu einem Herrn von Manjoky, der seine künstlerische Begabung fördern wollte, dann auf dessen Empfehlung zu dem Rechtsanwalt Dr. Rauffuß am Neumarkt,[1] bei dem Zeissig seinen Unterhalt als Schreiber verdiente. Rauffuß vermittelte ihn an die Zeichenschule, wo Zeissig Kunstunterricht bei Johann Christian Beßler, einem Schüler von Anton Raphael Mengs, erhielt. Besonders Louis de Silvestre war von ihm so angetan, dass er 1756 zu ihm an die Académie Royale nach Paris kommen durfte, als in Dresden der Siebenjährige Krieg ausbrach.

In Paris legte Zeissig seinen Familiennamen ab, wenn auch nicht ganz freiwillig, weil die Franzosen seinen richtigen Namen nicht aussprechen konnten, und nannte sich nach seinem Geburtsort Schenau. Zeissig war mit dem Kupferstecher Johann Georg Wille befreundet und wurde von Jean-Siméon Chardin und Jean-Baptiste Greuze beeinflusst. Der sächsische Gesandte in Paris, General Fontenay, wurde sein Freund und Gönner. Die Familie Silvestre führte ihn am französischen Hof ein. Vor allem die Kronprinzessin (Madame la Dauphine), eine geborene kursächsische Prinzessin, gab ihm wiederholt Aufträge. Den Kontakt hatte Silvestres Tochter, die Vorleserin und Vertraute der Kronprinzessin, vermittelt. Besonders seine Kopien nach Christian Wilhelm Ernst Dietrich und dessen Nachahmung der heiligen Nacht des Corregio fanden hohe Anerkennung. Schönau blieb in der Gunst des Hofes bis zum Ableben des Kronprinzen und dessen Frau.

Nachdem unter Christian Ludwig von Hagedorn im Jahre 1764 die Dresdner Kunstakademie gegründet worden war, suchte der Direktor in ganz Europa nach geeigneten Lehrkräften, insbesondere auch, um nach dem Siebenjährigen Krieg den Ruf Dresdens als Kunstmetropole wiederherzustellen. 1770 wurde Zeissig zum Mitglied der Kunstakademie in Dresden gewählt. Im selben Jahr stellte er erstmals vier Gemälde aus. Sie waren auf Befehl der verwitweten Kurfürstin Maria Antonia Walpurgis entstanden und zeigten eine Epoche ihrer Genesung. Zeissig entdeckte als Akademieprofessor das Talent von Christian Leberecht Vogel, auch Heinrich Gotthelf Schaufuß gehörte zu seinen Schülern. 1772 übernahm er die Oberaufsicht der Maler und Modelleure an der Porzellanmanufaktur Meißen, 1773 leitete er die dortige Zeichenschule. Dieses Amt behielt er bis 1796.

Zeissig wurde 1774 zum Professor und nach dem Tod von Charles Hutin 1777 zum alternierenden Direktor der Kunstakademie neben Giovanni Battista Casanova ernannt. Das Verhältnis zu Casanova war von Beginn an sehr angespannt und so war es kein Zufall, dass Casanova im Unterschied zu Christian Ludwig von Hagedorn, Adrian Zingg und Anton Graff in Zeissigs Gemälde "Das Kunstgespräch" fehlte. 1786 kam es schließlich zum "Dresdner Gemäldekrieg" zwischen Zeissig und Casanova, der vor allem durch die jeweiligen Anhänger der beiden Professoren ausgetragen wurde. Anlass war ein euphorisches Lob für Zeissigs Gemälde "Auferstehung Christi", heute das Altarbild der Großschönauer Kirche, das auf einer Dresdner Kunstausstellung bei Casanovas Anhängern ein äußerst negatives Echo fand.[2]

Nachdem Giovanni Battista Casanova Ende 1795 verstorben war, übernahm Zeissig die alleinige Leitung der Kunstakademie. Wie sein Schüler Christian Leberecht Vogel war Zeissig Freimaurer.[3] Zuletzt wohnte er im Haus in der Kreuzgasse Nr. 539, dessen Besitzer er auch gewesen ist[4]. Zeissig wurde auf dem Johanniskirchhof beigesetzt, 1854 aber auf den Friedhof seines Geburtsortes umgebettet.[5]

[Bearbeiten] Werke

[Bearbeiten] Quellen

[Bearbeiten] Einzelnachweise

  1. Adressbuch der Stadt Dresden, 1740
  2. Margrit Vogt: "Von Kunstworten und -werten: Die Entstehung der deutschen Kunstkritik in Periodika der Aufklärung". Band 32 von Wolfenbütteler Studien zur Aufklärung, Walter de Gruyter, 2010
  3. Petra Lewey-Meier, Sylvia Görke: "Christian Leberecht Vogel: ein sächsischer Meister der Empfindsamkeit. Zum 250. Geburtstag". Kunstsammlungen der Städtischen Museen Zwickau, Staatliche Schlösser und Gärten Dresden
  4. Dresden zur zweckmäßigen Kenntniß seiner Häuser und deren Bewohner 1797, S. 126
  5. Professor Johann Eleazar Zeissig, genannt Schenau

[Bearbeiten] Weblinks

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