Freimaurer-Institut

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Gebäude des Freimaurer-Instituts in der Eisenacher Straße (1899), heutiger Standort der Kreuzschule

Das Freimaurer-Institut war eine von der Loge Zu den drei Schwertern gegründete Lehranstalt für bedürftige Kinder. Zu ihren wichtigsten Stiftern und Wohltätern gehörte Joseph Friedrich von Racknitz.

Am 1. Dezember 1772 wurde die Schule mit dem Ziel gestiftet, in Not geratenen Kindern Unterricht und Unterkunft zu gewähren. Zunächst bestand die Absicht, die Schule nur befristet zur Linderung einer akuten Notlage einzurichten.[1] 1773 wurde aber zur dauerhaften Fortführung ein Grundstück in der Wachsbleichstraße erworben. Friedrich August der Gerechte gewährte dem Institut, das inzwischen für 20 Jungen und 20 Mädchen ausgelegt war, 1793 den Status einer mildtätigen Stiftung. 1801 wurde daraus eine allgemeine Bürgerschule. Ab 1843 wurden nur noch Jungen aufgenommen, zuvor bestand die Schülerschaft aus etwa 80% Jungen und 20% Mädchen. Die Loge Zum Goldenen Apfel gründete daraufhin 1852 ein Freimaurer-Institut für Töchter.

Das Freimaurer-Institut hatte den Rang einer Realschule und eines Progymnasiums, sollte seine Schüler also für höhere Bildungseinrichtungen wie Gymnasien, Gewerbeschulen, die Kunstakademie, land- und forstwirtschaftliche Schulen, militärische Bildungseinrichtungen u. ä. vorbereiten. Innerhalb von 25 Jahren nach der Reform von 1843 wuchs die Schülerzahl von etwa 100 auf 180 an, von denen jedoch nur noch 30 Freistellen hatten. Die Pensionäre mussten Schulgeld entrichten. Bis 1873 absolvierten insgesamt fast 3000 Schüler das Institut.

Ende des 19. Jahrhundert bezog man in der Eisenacher Straße 21 einen Neubau. Inzwischen hatten fast 5000 Schüler das Institut besucht, darunter Johann Andreas Schubert und Sascha Schneider. Mit dem Verbot durch die Nazis mussten die Freimaurer die Einrichtung um 1935 aufgeben, die Schule wurde als Scharnhorst-Schule weitergenutzt. Das Gebäude wird heute von der Kreuzschule genutzt.

[Bearbeiten] Quellen

  1. Kerstin Hagemeier: "Brüder reicht die Hand zum Bunde". SLUB-Kurier 2005, H. 2, S. 9-11

[Bearbeiten] Weblinks

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