Johann Gottlob Matthäi

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Johann Gottlob Matthäi (* 17. Juli 1753 in Meißen; † 4. April 1832 in Dresden) war ein Porzellanmodelleur und Bildhauer.

[Bearbeiten] Leben und Wirken

Geschenk zum Neubau der Bischofswerdaer Kirche, 1818

Der Sohn des Porzellanmalers Johann Christoph Matthäi besuchte in Meißen die Zeichenschule unter Christian Wilhelm Ernst Dietrich. Er erlernte aber auch das Maurerhandwerk und schließlich das Modellieren. Matthäi arbeitete an der Porzellanmanufaktur als Modellmeister unter Michael Victor Acier. Wegen wirtschaftlicher Schwierigkeiten in Meißen ging er für mehrere Monate nach Kopenhagen.

Camillo Graf Marcolini schickte Matthäi 1779 nach Dresden, um die Mengsschen Gipsabdrücke zu studieren. Seit Johann Joachim Winckelmann war es Mode, die Antiken in Porzellan nachzuahmen, und auch in Meißen sollten solche Porzellanfiguren hergestellt werden. Matthäi schuf daneben Büsten und Reliefs, nach antikem Vorbild, aber auch nach eigenem Entwurf. Seine ersten Reliefs waren Motiven des Malers Pompeo Batoni nachempfunden. Einige Werke Matthäis wurden im englischen Pavillon von Schloss Pillnitz aufgestellt. In Meißen arbeitete er nach dem Weggang von Acier vor allem mit Christian Gottfried Jüchzer zusammen. 1782 fertigte Matthäi nach Zeichnungen von Johann Eleazar Zeissig und einem ersten Entwurf von Michael Victor Acier die Modelle der teils in Biskuit, teils in glasiertem Porzellan ausgeführten Figuren für den Kamin im Grünen Gewölbe zu Dresden.[1] Beteiligt waren zudem Johann Christian Neuber (Juwelier), Johann Carl Schönheit (Bildhauer) und Christian Gottfried Jüchzer (Modelleur).

1794 wechselte Matthäi als Inspektor der Mengsschen Gipsgüsse endgültig nach Dresden. Die Gipse der Sammlung von Anton Raphael Mengs wurden in jenem Jahr in den fürstlichen Stallungen untergebracht.[2] Matthäi wohnte zunächst Neue Gasse 171[3], dann Neumarkt 571.[4] Im Museum fand Matthäi die Vorlagen für viele seiner Büsten. Bekannte Arbeiten nach eigenem Entwurf waren drei allegorische Figuren für die Kirche von Großdittmannsdorf aus dem Jahre 1795 ("der Glaube entnimmt der Hoffnung die Hülle der Sterblichkeit zur ewigen Klarheit") sowie Büsten von Camillo Graf Marcolini in Meißen, Friedrich August dem Gerechten und von Oberhofprediger Franz Volkmar Reinhard. Viele Jahre arbeitete Matthäi im Museum unter der Leitung von Oberinspektor Carl August Böttiger.[5] Er wohnte zuletzt Große Frauengasse 391.[6] Kurz vor seinem Tod brachte Matthäi einen Katalog seiner Sammlung heraus.

[Bearbeiten] Familie

Drei Söhne von Matthäi, alle in Meißen geboren, wurden wiederum bildende Künstler: der Maler Johann Friedrich Matthäi (1777-1845), der Architekt Karl Ludwig Matthäi (1778-1848) und der Bildhauer Ernst Gottlieb Matthäi (1779-1842).

[Bearbeiten] Quellen

[Bearbeiten] Einzelnachweise

  1. Bild des Kaminaufsatzes aus Porzellan und Halbedelsteinen in den Staatlichen Kunstsammlungen Dresdens
  2. Dresdens erstes Abgussmuseum
  3. Dresden zur zweckmäßigen Kenntniß seiner Häuser und deren Bewohner 1797, S. 224
  4. Adressbuch der Stadt Dresden, 1799
  5. Königlich Sächsischer Hof-, Civil- und Militär-Staat, 1828
  6. Adressbuch der Stadt Dresden, 1831

[Bearbeiten] Weblinks

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