Adrian Zingg

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Adrian Zingg, von Anton Graff porträtiert

Adrian Zingg (* 15. April 1734 in St. Gallen; † 26. Mai 1816 in Leipzig) gehörte zu den Wegbereitern der Dresdner Landschaftszeichnung und gilt zusammen mit seinem Freund und schweizerischen Landsmann Anton Graff als Schöpfer des Begriffs Sächsische Schweiz, die sie häufig durchwanderten.[1]

[Bearbeiten] Leben und Wirken

Das Kunstgespräch von Johann Eleazar Zeissig: Der Mäzen Thomas Freiherr von Fritsch im Gespräch mit Christian Ludwig von Hagedorn, im Hintergrund Zingg, Zeissig und Anton Graff
Adrian Zingg, von Carl Christian Vogel von Vogelstein porträtiert
Zingg (Mitte) im Gespräch mit dem Leiter der Antiken an der Kunstakademie Philipp Daniel Lippert (links), im Hintergrund rechts der Radierer Daniel Niklaus Chodowiecki

Zingg erhielt von seinem Vater, dem Stahlschneider Bartolomäus Zingg, die erste Ausbildung. Es folgten Lehrjahre bei dem Kupferstecher Rudolph Holzhalb in Zürich und dem Stecher Johann Ludwig Aberli in Bern. Unter Anleitung von Johann Georg Wille in Paris vervielfältigte er mit seinen Stichen Gemälde, und er zeichnete nach der Natur.[2]

Christian Ludwig von Hagedorn berief Zingg 1764 an die neugegründete Kunstakademie nach Dresden. Zingg konnte jedoch erst zwei Jahre später kommen, weil er zunächst seine Arbeiten in Paris abschließen wollte. Er wohnte Pirnaische Gasse 227.[3] Besonders mit Hagedorn und Graff, aber auch mit Johann Eleazar Zeissig bestanden freundschaftliche Beziehungen, wie Zeissig in seinem Bild Das Kunstgespräch darstellte. Mit Zeissig gestaltete Zingg für das Freimaurer-Institut das Titelblatt für eine Publikationsreihe. Auf den Professorentitel musste er jedoch lange warten. Nach dem Tod des ersten künstlerischen Leiters der Akademie, Charles Hutin, im Jahre 1776 übernahmen Giovanni Battista Casanova und Johann Eleazar Zeissig diesen Posten alternierend. Ihre Streitigkeiten waren legendär. Casanova sah in der Historienmalerei die führende Richtung, Porträt-, Landschafts- und Genremalerei standen bei ihm nicht hoch im Ansehen.[4] Erst 1803, wenige Jahre vor Zeissigs Tod, wurde Zingg Professor.

Zingg lehrte an der Kunstakademie das Fach Kupferstich und prägte damit für viele Jahrzehnte den akademischen Landschaftszeichenstil.[5] Johann Christian Klengel, Carl August Richter und dessen Sohn Ludwig Richter sowie Graffs Sohn Karl Anton zählten zu seinen Schülern. Mit der Familie Richter bestand zudem ein enger persönlicher Kontakt. Ludwig Richter traf seinen Patenonkel Zingg wiederholt, wenn er seine Großeltern besuchte, denn Zingg wohnte unweit von ihnen im Meinholdschen Haus in der Moritzstraße.[6] Zum Ende seiner Karriere gehörten Johann Friedrich Matthäi, Crescentius Jakob Seydelmann, Joseph Grassi und Johann Christian Klengel zu seinen Kollegen an der Kunstakademie.[7] Caspar David Friedrich wurde schließlich sein berühmtester Nachfolger.

Zingg führte den Titel eines kurfürstlichen sächsischen Hofkupferstechers. Die Akademien zu Berlin und Wien ernannten ihn zu ihrem auswärtigen Mitglied. Zingg starb auf einer seiner vielen Reise zu Leipziger Messe, wo er seine Werke verkaufte. Die Zinggstraße in Übigau trägt heute seinen Namen.[8]

[Bearbeiten] Künstlerisches Schaffen

In Paris stach Zingg über 40 Platten zu einem Werk von Gruner über die Eisgebirge der Schweiz. Gerne arbeitete er nach Vorlagen von Christian Wilhelm Ernst Dietrich. Zingg hat der Dresdner Romantik den Weg geebnet, auch wenn seine Schüler wie Ludwig Richter später seinen Hang zum Formalismus beklagten.

Als Künstler war Zingg nicht unumstritten, aber er galt doch als "ein Herold der Schönheit unserer sächsischen Heimat."[9] Viele seiner Werke befinden sich heute im Kupferstich-Kabinett. Bekannt wurden Zinggs Zeichnungen aus der Umgebung Dresdens auch deswegen, weil er sie geschäftstüchtig auf der Leipziger Messe vertrieb.

[Bearbeiten] Quellen

[Bearbeiten] Einzelnachweise

  1. Die berühmten Schweizer der Sächsischen Schweiz
  2. Fondation Custodia Paris
  3. Adressbuch der Stadt Dresden, 1799
  4. Anke Fröhlich: Rezension zu: Casanova, Giovanni Battista: Theorie der Malerei, Paderborn 2008; Kanz, Roland: Giovanni Battista Casanova. (1730 - 1795) ; eine Künstlerkarriere in Rom und Dresden (= Phantasos), München u.a. 2008. In: H-ArtHist, 23.09.2009
  5. Eintrag bei den Staatlichen Kunstsammlungen Dresden Online Collection
  6. Richter, Ludwig: Lebenserinnerungen eines deutschen Malers. Berlin [1923, S. 39-51]
  7. Adressbuch der Stadt Dresden, 1811
  8. Adrian Zingg bei www.dresden-uebigau.de
  9. Paul Schumann: Dresden. Leipzig: E. A. Seemann, 1909

[Bearbeiten] Weblinks

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