Heinrich Gustav Friedrich von Hake

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Generalleutnant Heinrich von Hake, Oberbefehlshaber des Bundesexekutionskorps für Schleswig-Holstein 1863/ 64

Heinrich Gustav Friedrich von Hake (* 1. März 1797 in Zeitz; † 15. Dezember 1877 in Dresden) war ein königlich-sächsischer Generalleutnant und Gouverneur von Dresden. Er wurde am 15. Dezember 1864 zum Ehrenbürger der Stadt Dresden ernannt.

[Bearbeiten] Leben und Wirken

Heinrich Gustav Friedrich von Hake trat nach dem Besuch der Kadettenschule 1815 als "Sous-Lieutenant" (Unterleutnant) in den aktiven Kriegsdienst, noch am Ende der Napoleonischen Kriege. 1844 wohnte er - im Rang eines Hauptmannes - in der Hauptstraße 6 in der Dresdner Neustadt.[1] 1847 zum Major,[2] zwei Jahre später, 1849 bereits zum Oberstleutnant befördert, hatte er erst in der Kasernenstraße 8 und später in der Königstraße 7a seinen Wohnsitz.[3]

Bereits 1849 mache sich Hake als führungsstarker Offizier in den Herzogtümern Holstein und Lauenburg einen Namen. Nach dem Krieg trat er wieder seinen Dienst als Oberstleutnant im Königlich Sächsischen Schützenbataillon an.[4] 1859, bereits im militärischen Rang eines Generalmajors, war von Hake Kommandeur der 2. sächsischen Infanteriedivision. Mittlerweile war er in die Alaungasse 1 umgezogen.[5] 1860 wurde von Hake zum Generalleutnant befördert und erhielt damit auch den Ehrentitel "Excellenz".[6] Ab 1862 wurde Hake neben seiner Funktion als Divisionskommandeur auch mit dem Amt des Gouverneurs von Dresden beauftragt und wohnte ab diesem Zeitpunkt in der Leipziger Straße 7a.[7]

Hake nahm am Deutsch-Dänischen Krieg, der vom 1. Februar bis 30. Oktober 1864 dauerte, als kommandierender General und Oberbefehlshaber der Bundesexekutionstruppen im damals dänischen Holstein teil. Hakes Generalstabschef war Alfred von Fabrice (18181891). Sachsen erklärte sich 1863 nach dem Tode des Königs Friedrich VII. von Dänemark für das Recht des Herzogs von Augustenburg und übernahm im Dezember mit Hannover die Besetzung Holsteins durch 12.000 Mann sächsisch-hannoversche Truppen unter dem sächsischen General von Hake.

Bereits vor Ausbruch des Krieges, am 18. Dezember 1863 erließ Hake seinen Befehl zur Exekution von Holstein durch die Bundestruppen:

„Kraft der zwischen unseren allerdurchlauchtigsten Kriegsherren getroffenen Vereinbarung sehe ich mich zu der Führung der zu dem Einrücken in die Herzogthümer Holstein und Lauenburg zunächst bestimmten Bundes=Executionstruppen berufen. Indem ich an dem heutigen Tage das mir übertragene Commando übernehme, entbiete ich den Officieren, Unterrofficieren und Soldaten meinen freundlichen und herzlichen Gruß. Es gilt, die heiligen Rechte deutscher Bundesländer gegen langjährige übermüthige Eingriffe zu schützen. Lasset uns zusammenhalten in treuer und fester Brüderschaft und wetteifern in der Erfüllung unserer Pflichten. Der Ruhm und der glorreichen Erinnerungen viele knüpfen sich an die Fahnen eurer Armee; kommt es zum Kampfe, so werden wir uns dieser Erinnerung würdig zeigen. (gez.) v. Hake.“

Am 23. Dezember 1863 rückten die sächsisch-hannoversche Truppen unter Hake’s Befehl in das damals zu Dänemark gehörende Holstein ein und hatten innerhalb einer Woche die Eiderlinie mit Ausnahme der Festung Rendsburg besetzt. General Hake wollte den österreichisch-preußischen Interventionstruppen, die am 21. Januar 1864 – noch vor dem eigentlichen Kriegsausbruch – auf dem Weg ins dänische Schleswig in Hamburg, Lübeck und Holstein eingerückt waren, Einhalt gebieten, doch er erhielt bereits einen Tag später von dem sächsischen Gesandten und Außenminister Friedrich Ferdinand von Beust (18091886) die Anweisung, die Armeen passieren zu lassen.

Am 21. Juli 1864 besetzten indes die preußischen Truppen im Alleingang die Festung Rendsburg und Hake musste unter Protest die Bundeskontingente der vereinten deutschen Truppen dort abziehen, womit das Verhältnis zwischen den sogenannten deutschen Mittelstaaten und Preußen Schaden nahm.

Beust wurde als Gesandter auch ausersehen, den Deutschen Bund 1864 auf der Londoner Konferenz zu vertreten. Aber seine zu Würzburg von Bayern und Württemberg genehmigten Anträge, die Bundestruppen in Holstein zu verstärken, die Stände daselbst zu berufen und dem Herzog Friedrich die Regierung zu übertragen, wurden vom Bundestag abgelehnt, und Sachsen musste Ende 1864, nach der Abtretung der Elbherzogtümer an Österreich und Preußen, seine Truppen aus Holstein zurück ziehen.[8]

Hake wurde nach seiner Rückkehr zum Ehrenbürger von Dresden ernannt und 1865 aus dem aktiven Dienst in der sächsischen Armee in den Ruhestand entlassen.[9] Ostern 1874 verlegte Hake seinen Wohnsitz in die Glacisstraße 3b,[10] um dann bereits ein Jahr später ein in die Kaiserstraße 5 umzuziehen, wo er bis zuletzt wohnte.[11]

[Bearbeiten] Familie

Heinrich von Hake entstammte dem brandenburgischen Uradel der Familie von Hake. Die märkischen Hake gehen auf einen Ritter Hake aus Lebus zurück, der am 15. Juli 1325 zuerst urkundlich belegt ist. Sie traten ursprünglich in drei Stämmen auf, deren Stammväter die Brüder Hans von Hake auf Machnow und Achim von Hake auf Bornim und Dallgow waren. Seit 1616 bekleideten die Hake das Erbschenkenamt der Kurmark Brandenburg.[12]

Hakes Witwe Louise wohnte nach dem Tod ihres Mannes in der Theresienstraße 6.[13]

[Bearbeiten] Auszeichnungen (Auswahl)

(Alle nicht mit Jahreszahlen versehene Orden hatte Hake bereits vor 1860 erhalten.)

[Bearbeiten] Weblinks

[Bearbeiten] Quellen

[Bearbeiten] Einzelnachweise

  1. Adressbuch Dresden 1844, SLUB Dresden, S. 92
  2. Adressbuch Dresden 1848, SLUB Dresden, S. 32
  3. Adressbuch Dresden 1850, SLUB Dresden, S. 205
  4. Adressbuch Dresden 1851, SLUB Dresden, S. 44
  5. Adressbuch Dresden 1860, SLUB Dresden, S. 68
  6. Adressbuch Dresden 1861, SLUB Dresden, S. 70
  7. Adressbuch Dresden 1863, SLUB Dresden, S. 78
  8. Die Politik Beusts auf golfurlaub-aktivurlaub.de
  9. Adressbuch Dresden 1866, SLUB Dresden, S. 90
  10. Adressbuch Dresden 1874, SLUB Dresden, S. 118
  11. Adressbuch Dresden 1875, SLUB Dresden, S. 123
  12. Die deutschsprachige Wikipedia zum Thema „Hake (Adelsgeschlecht)”
  13. Adressbuch Dresden 1880, SLUB Dresden, S. 144
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