Zittau

Stadtwiki Dresden - Freiraum für Ideen und Wissen über Dresden
Wechseln zu: Navigation, Suche
Zittauer Markt mit Marsbrunnen und Rathaus (im Hintergrund)
Zittauer Johanniskirche
Eingang zu den ehemaligen ROBUR-Werken

Zittau (sorbisch: Žitawa) ist eine sächsische Stadt im heutigen Landkreis Görlitz im Rang einer Großen Kreisstadt. Sie liegt im äußersten Südosten Sachsens im Dreiländereck von Deutschland, Polen und Tschechien und ist etwa 100 Kilometer vom Stadtzentrum Dresdens entfernt. Zittau ist nach Görlitz die zweitgrößte Stadt im Landkreis und die fünftgrößte der Oberlausitz.

Zittau liegt am linken Ufer der Mandau, unweit ihres Einflusses in die Neiße auf einer Höhe von 242 m (NHN).

Inhaltsverzeichnis

[Bearbeiten] Geschichte

Zittau war eine slawische Gründung (Sitowir, »Kornstadt«) und gehörte anfangs zu Böhmen. 1255 erhielt Zittau das Stadtrecht sowie 1287 vom böhmischen König Wenzel II. weitere wichtige Privilegien.

1320 kam Zittau durch Tausch an den Herzog Heinrich von Jauer und fiel 1346 an Böhmen zurück. Damals trat Zittau dem sogenannten "Bunde der Sechsstädte" als dritte Stadt bei (ab 1815, nachdem Görlitz und Lauban an Preußen fielen, fungierte der Bund dann als "Vierstädtebund"), wurde dann in den Hussitenkriegen häufig von den Hussiten, die hier 1427 ein deutsches Heer schlugen, angegriffen und nahm 1521 die Reformation an.

1620 wurde Zittau vom sächsischen Kurfürsten Johann Georg I. erobert und kam mit der übrigen Lausitz an Kursachsen. 1639 wurde die Stadt von den Schweden unter Torstensson belagert und eingeäschert, dann abwechselnd von den Schweden, Kaiserlichen und Sachsen in Besitz genommen. Seit 1643 wurde Zittau von den Sachsen behauptet. Im Siebenjährigen Kriege wurde es im Juli 1757 von den Österreichern genommen und fast ganz niedergebrannt.

Im 19. Jahrhundert wurde Zittau Hauptstadt einer Amtshauptmannschaft in der sächsischen Kreishauptstadt Bautzen. Ab 1905 war Zittau mit dem königlich-sächsischen Infanterieregiment Nr. 102 in der Mandaukaserne auch Garnisonstadt. Die Militärgeschichte Zittaus setzte sich auch nach dem Zweiten Weltkrieg fort, als zu DDR-Zeiten in Zittau 1963 ein Teil der Offizierschule (später Offiziershochschule) der Landstreitkräfte der Nationalen Volksarmee gebildet wurde. Das Gelände beherbergt heute u. a. Teile der (HTWS) Hochschule Zittau/Görlitz, die Zittauer Außenstelle des Landratsamtes des Landkreises Görlitz, den Ortsverband Zittau des Technischen Hilfswerks und das Technische Rathaus der Stadtverwaltung Zittau.

Anfang des 20. Jahrhunderts galt Zittau als reichste Stadt des Königreiches Sachsen, vor allem aufgrund ihres Grundbesitzes, besonders an Wald. Sie besaß gutsherrliche Rechte über 32 Ortschaften der Umgebung und Kollaturrechte über eine große Anzahl benachbarter Dorfkirchengemeinden. Zittau war das Zentrum der oberlausitzer Weberei, der Herstellung halbwollener Waren sowie der Baumwollspinnerei, Tuch-, Woll- und Baumwollweberei und der Posamentierwarenindustrie, die auch nach 1945 fortgesetzt wurde. Nach der politischen Wende in der ehemaligen DDR mussten viele Betriebe dieses Industriezweigs schließen. Auch das traditionsreiche Unternehmen "ROBUR", ehemals Phänomen, das über Jahrzehnte kleinere LKW produzierte, war von der Werksschließung betroffen. Aufgrund des Strukturwandels vollzog sich ab den 1980er Jahren ein deutlicher Rückgang der Einwohnerzahl.

Zittauer Bahnhof

[Bearbeiten] Verkehr

Zittau wurde 1848 an das sächsische Eisenbahnnetz angebunden und entwickelte sich im 19. Jahrhundert zu einem wichtigen Eisenbahnknotenpunkt. Die Stadt ist Endpunkt der Löbau-Zittauer-Eisenbahn, war Kopfstation der grenzüberschreitenden Zittau-Reichenberger (heute Liberec/Tschechien) Bahn, die aber von der Königlich-Sächsischen Staatseisenbahnen betrieben wurde und erhielt 1890 die heute immer noch als beliebtes Ausflugsziel bekannte Zittauer Schmalspurbahn zu den Endbahnhöfen nach Johnsdorf bzw. zum Kurort Oybin. Eine weitere wichtige Strecke war die Eisenbahnlinie nach Görlitz entlang der Neiße, auf der heute nur noch wenige Züge verkehren.

[Bearbeiten] Einwohnerzahlen

[Bearbeiten] Quellen

[Bearbeiten] Einzelnachweise

  1. Brockhaus Conversations-Lexikon Bd. 8. Leipzig 1811, S. 523-524, Onlineversion auf zeno.org
  2. Damen Conversations Lexikon, Band 10. [o.O.] 1838, S. 493, Onlineversion auf zeno.org
  3. Herders Conversations-Lexikon. Freiburg im Breisgau 1857, Band 5, S. 787, Onlineversion auf zeno.org
  4. Pierer's Universal-Lexikon, Band 19. Altenburg 1865, S. 657-658, Onlineversion auf zeno.org
  5. Brockhaus' Kleines Konversations-Lexikon, fünfte Auflage, Band 2. Leipzig 1911., S. 1030, Onlineversion auf zeno.org
  6. Stand 31. Dezember 2014

[Bearbeiten] Weblinks

Meine Werkzeuge
Namensräume
Varianten
Aktionen
Navigation
Werkzeuge