Alfred von Fabrice

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Graf Alfred von Fabrice
Straßenschild Fabricestraße

Graf Georg Friedrich Alfred von Fabrice (* 23. Mai 1818 in Quesnoy-sur-Deule; † 25. März 1891 in Dresden) war ein sächsischer General. Er leitete für 15 Jahre das sächsische Gesamtministerium, was einer Ministerpräsidentschaft entsprach.

[Bearbeiten] Leben und Wirken

Fabrice, Sohn eines sächsischen Generalleutnants und Oberstallmeisters, wurde an einem Standort der in Frankreich nach dem Sieg gegen Napoleon verbliebenen deutschen Besatzungsarmee geboren. Seine Ausbildung erhielt er ab 1830 am Dresdner Kadettenhaus. Die ersten Stationen seiner militärischen Laufbahn waren: 1834 Portepéefähnrich im 2. Reiterregiment, 1835 Beförderung zum Offizier, 1840 Oberleutnant bei den Gardereitern in Dresden, 1842 Regimentsadjutant und 1848 Rittmeister. Fabrice nahm 1849 am schleswig-holsteinischen Krieg gegen Dänemark teil.

1850 wurde Fabrice in den Generalstab versetzt, 1853 zum Major, 1861 zum Oberstleutnant und 1863 zum Oberst befördert. Von 1863 bis 1864 leitete er das Bundesexekutionskommando in Holstein, am 17. September 1865 wurde er zum Chef des Generalstabs und noch im selben Jahr zum Generalmajor befördert. Im Krieg von 1866 in Böhmen war er als Generalstabschef des Kronprinzen von Sachsen, des späteren König Albert, unmittelbar an der Schlacht bei Königgrätz sowie nach der militärischen Niederlage an den Friedensverhandlungen mit Preußen beteiligt, deren Ergebnisse Fabrice König Johann persönlich in Karlsbad überbrachte und die zumindest die Erhaltung eines sächsischen Staates sicherten. Dafür wurde er zum Generalleutnant befördert und am 21. Oktober 1866 zum Kriegsminister ernannt. Vor ihm stand die Aufgabe, die sächsische Armee nach preußischem Muster zu reorganisieren. Er arbeitete dazu eng mit Prinz Albert zusammen, der von seinem Vater, König Johann, weitreichende Befugnisse erhalten hatte. Fabrice wohnte in Dresden zu jener Zeit Leipziger Straße 6.[1]

Beim Ausbruch des deutsch-französischen Krieges 1870 blieb Fabrice als Kriegsminister zunächst in Sachsen, wurde aber zum Ende des Jahres als Generalgouverneur des Departements Seine-et-Oise und am 1. Januar 1871 zum Generalgouverneur von Versailles ernannt. Nach der Rückkehr des Oberkommandos nach Berlin blieb Fabrice als Vertreter des Reichskanzlers Bismarck und Höchstkommandierender der deutschen Okkupationsarmee in Frankreich. Ohne direkt am Kampf gegen die Kommune teilzunehmen, trug er wesentlich zur Unterwerfung des Aufstandes bei. Er erhielt persönlich eine Zuwendung von 150.000 Taler aus der Frankreich auferlegten Kriegsentschädigung. Am 19. Juni 1871 übernahm er wieder die Leitung des sächsischen Kriegsministeriums und 1872 wurde er zum General der Kavallerie befördert. Am 1. November 1876, nach v. Friesens Rücktritt, übernahm Fabrice den Vorsitz des sächsischen Gesamtministeriums und 1882 auch das Außenministerium. In Dresden zeichnete er vor allem für die Errichtung von Kasernenanlagen in der Albertstadt verantwortlich.

1878 wurde Fabrice persönlich in den Freiherrenstand erhoben, 1884 verlieh König Albert ihm zum 50-jährigen Dienstjubiläum als Militär sowie der ganzen Familie die erbliche Grafenwürde. Die Fabrice-Kaserne erhielt seinen Namen. Seine Ehegattin, Gräfin Anna von Fabrice geb. von der Asseburg, schenkte ihrem Mann 1887 ein Ahnenbuch und führte Tagebuch über die bewegte Zeit damals. Sie wohnte nach dem Tod ihres Mannes in der Glacisstraße 26, I. Stock.[2]

Fabrice wurde nach seinem Tode in einem von Schilling und Graebner im Zusammenwirken mit Constantin Lipsius bis 1893 erbauten und von Johannes Schilling mit einer Bronzestatue versehenen Mausoleum an der heutigen Stauffenbergallee beigesetzt. 1950 wurde er in das Familiengrab auf dem St. Pauli-Friedhof umgebettet.[3] Die Rückbenennung der 1945 in Proschhübelstraße umbenannten Fabricestraße wurde am 29. September 2011 vom Stadtrat beschlossen.[4] Dafür hatten das Bürgerbündnis und die Freie Bürgerfraktion einen Antrag eingebracht, der u. a. vom Arbeitskreis Sächsische Militärgeschichte e. V. inhaltlich begleitet wurde.

[Bearbeiten] Quellen

[Bearbeiten] Einzelnachweise

  1. Adressbuch der Stadt Dresden, 1868
  2. Wohnungs- und Geschäftshandbuch der königlichen Haupt- und Residenzstadt Dresden, 1892
  3. Artikel zum St.-Pauli-Friedhof bei dresdner-stadtteile.de
  4. TOP 26: Rückbenennung Proschhübelstraße und Nordfriedhof, SR/032/2011

[Bearbeiten] Weblinks

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