Feuer- und Rettungswache Striesen

Stadtwiki Dresden - Freiraum für Ideen und Wissen über Dresden
(Weitergeleitet von Feuerwache Striesen)
Wechseln zu: Navigation, Suche
Feuerwache Striesen, Schriftzug 2017
Vorderansicht 2017
Hinteransicht 2012

Die Feuerwache Striesen liegt in unmittelbarer Nähe zum Pohlandplatz an der Schlüterstraße (Nr. 39) Ecke Kipsdorfer Straße und beherbergt seit ihrer Errichtung in den Jahren 1906/07 eine freiwillige Feuerwehr und wurde in eine Feuerwache der Berufsfeuerwehr 1900 (heute Feuerwache 3) umgewandelt.

[Bearbeiten] Geschichte

In einer Flugschrift des Dürerbundes schreibt der Architekt des Gebäudeensembles und Stadtbaurat Hans Erlwein (1872-1914) wie folgt über den Entwurf: "Zur Verbesserung des Feuerschutzes in den Vorstädten Striesen, Gruna und Seidnitz sowie zur Deckung der Johannstädter und Strehlener Feuerwehr bei Mittel- und Großfeuer wurde diese Feuerwache nötig; sie wurde Ende 1907 ihrer Bestimmung übergeben. Die Wache ist mit vier Fahrzeugen besetzt und so eingerichtet, daß gleichzeitig zwei Klein- oder ein Mittelfeuer selbständig gelöscht werden können.

Für die Anordnung der Räume des Wachgebäudes war als Gesichtspunkt die „Ermöglichung der Bereitschaft zum Ausrücken in kürzester Frist“ gegeben; deshalb wurden die Mannschaftsräume, die Fahrzeughalle und die Pferdeställe eng zusammengelegt. Die Tageräume und die Schlafräume der Mannschaften sind im Obergeschoss der Fahrzeughalle angeordnet und mit dieser durch Rutschstangen verbunden. Die Verbindungstore zur Fahrzeughalle und zum Pferdestall sowie die Ausfahrtstore öffnen sich bei Feueralarm automatisch. Im Dachgeschoss eingebaut sind die Wohnung des Brandmeisters und die Schlauchreparaturwerkstätte. Der an der westlichen Seite des Gebäudes errichtete Schlauchtrockenturm dient gleichzeitig als Steigerturm und hat im Erdgeschoss feuersichere Räume für Feuer- und Rauchproben. Sämtliche Treppenanlagen sind in Eisenbeton hergestellt.

Die Räume sind dem Zweck entsprechend nach künstlerischen Gesichtspunkten ausgestattet unter Anwendung einfacher, durch Malerei belebter Formen und unter Verwendung nicht kostspieliger, jedoch gediegener Materialen. Die Lage des Gebäudes in der malerischen Vorstadt Dresdens verlangte eine Anlehnung an die dortige behäbige Bauweise, eine gute Gruppierung und Silhouette der Baumassen, wobei der Zweck des Gebäudes in keiner Weise verschleiert werden durfte. Die Baukosten betragen 184.000 Mark."[1]

[Bearbeiten] Denkmalschutz

Die Feuerwache Striesen ist heute als Kulturdenkmal ausgewiesen und wie folgt charakterisiert: trotz mancher Veränderungen ist die Feuerwache eines der bemerkenswertesten Gebäude seiner Art in Dresden und darüber hinaus, charakteristischer Bau von Stadtbaurat Erlwein mit seiner für die Zeit nach 1900 typischen Versachlichung einschließlich Verzicht auf bis dahin übliche historistische Dekorationen, dabei traditionelle, lokale Formen insbesondere aus dem Barock (Mansardwalmdach) aufgreifend, baugeschichtlich bedeutend und als Teile des Werks von Erlwein künstlerisch bedeutend[2].

[Bearbeiten] Sonstiges

Im Innenhof der Feuerwache ist ein Modelabguss der Figur der Gänsediebbrunnens aufgestellt. Inzwischen wurden die Pferdeställe zu Garagen bzw. einem neuen Anbau für die Rettungswache nebst NEF- und RTW-Fahrzeugen und die Hufschmiede zum Fahrzeugwaschplatz umfunktioniert, sowie die Wetterfahne durch eine leistungsfähige Funkanlage ersetzt.

Das Jubiläum 110 Jahre Feuerwache Striesen (2017) wurde mit einem großen Fest und mit vielen Dresdner Bürgern gefeiert.

[Bearbeiten] Fotogalerie

[Bearbeiten] Quellen

  1. 107. Flugschrift zur Ausdruckskultur: Einfache städtische Nutzbauten in Dresden von Hans Erlwein, Januar 1913 (5. bis 7.-tausender Auflage im Februar 1914)
  2. Text als Kurzcharakteristik der Denkmal-ID 09213532

[Bearbeiten] Weblinks

Meine Werkzeuge
Namensräume
Varianten
Aktionen
Navigation
Werkzeuge