Standseilbahn

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Standseilbahn in Loschwitz um 1900

Die Standseilbahn ist eine schienengebundene Bergbahn der Dresdner Verkehrsbetriebe, die zwischen Körnerplatz und dem Luisenhof zum Vorort Weißer Hirsch verkehrt.

Inhaltsverzeichnis

[Bearbeiten] Geschichte und Betrieb

Ansichtskarte der Standseilbahn aus dem Jahr der Eröffnung, 1895

Die Dresdner Standseilbahn gilt als eine der ältesten Bergbahnen Europas. Bereits 1873 gab es Planungen, eine Bergbahn zum Loschwitzer Burgberg zu errichten. Aber erst nach der Fertigstellung verschiedener Kurhäuser im Vorort Weißer Hirsch, unter anderem der beiden Sanatorien von Dr. Lahmann und Dr. Teuscher (siehe Bilder) bestand ein dringender Bedarf an einer direkten und schnellen Verkehrsverbindung in das Elbtal nach Niederloschwitz.

Sanatorium Dr. Lahmann im Vorort Weißer Hirsch
Sanatorium Dr. Teuscher im Vorort Weißer Hirsch

1890 wurde der Antrag zum Bau einer Seilbahn erneut gestellt, allerdings begannen bereits zu dieser Zeit die Planungen für eine Sekundärbahn durch die Königlich Sächsischen Staatseisenbahnen vom Bahnhof Klotzsche durch die Dresdner Heide zum Bahnhof Weißig-Bühlau, womit der Stadtteil Weisser Hirsch auch indirekt über die Eisenbahn verbunden gewesen wäre. Durch diese Verzögerung wurde die Konzession für die Bergbahn erst 1893 erteilt.

Ende 1894 begannen die Bauarbeiten an der Strecke und nach nur elfmonatiger Bauzeit wurde sie am 26. Oktober 1895 in Betrieb genommen. Auf der unten abgebildeten Ansichtskarte ist nach der Eröffnung der Strecke das zeitgenössische Gedicht zu lesen:

"Will man den Weissen Hirsch erjagen,
Braucht man sich jetzt nicht mehr zu plagen.
Man setzt sich auf die Drahtseilbahn
Und fährt so strack's den Berg hinan."

1909 werden die Dampfmaschinen durch Elektromotoren ersetzt. Der Betrieb läuft nun sauberer, verlässlicher und preiswerter.

Seit 1912 ist die Stadt Dresden Eigentümer der Standseilbahn. Den Betriebsdienst übernahmen zu diesem Zeitpunkt die Dresdner Verkehrsbetriebe.

1945 wurden die beiden Wagen der Bergbahn von den Mitarbeitern in die Tunnel gefahren, um sie vor den Bombenangriffen zu schützen, wodurch die Wagen selbst den Zweiten Weltkrieg unbeschadet überstanden. Lediglich der untere Bahnhof wurde getroffen, nach Kriegsende wieder instand gesetzt, so dass die Bahn kurz danach, ab 20. Februar, wieder fahren konnte.

Zu DDR-Zeiten betrug der Fahrpreis bis Anfang 1990 10 Pfennig, Sammelfahrkarten für elf Fahrten gab es für eine Mark. Die Bahn konnte gegen einen Aufschlag auch in die Monatskarte der Dresdner Verkehrsbetriebe eingetragen werden. Die erste Fahrt begann wochentags 5:33 Uhr, samstags und sonntags ab 6:20 Uhr. Der tägliche Betrieb dauerte jeweils bis 24:00 Uhr. 1978 wurde die Bahn einer umfangreichen Generalreparatur unterzogen und ein Jahr später wieder eröffnet. Auch 1993, nach der Fertigstellung der Schwebebahn musste der Fahrbetrieb wieder für etwa ein Jahr unterbrochen werden. In dieser Zeit wird die Bahn modernisiert, die Maschinenbedienstation zieht vom Keller ans Bahnsteigende der Bergstation.

Seit 2005 findet als besondere Attraktion immer zu Halloween eine Gruselnacht mit abenteuerlichen Geisterbahnfahrten auf dem Gelände statt. Die einfache Fahrt kostet derzeit (Stand 2018) 4 Euro.

Gegenüber dem oberen Bahnhof befindet sich mit dem "Luisenhof" eine der schönsten Gaststätten Dresdens mit einem wunderbaren Blick über die Stadt und das Elbtal. Bei klarem Wetter kann man von hier aus bis in die Sächsische Schweiz schauen. Wegen der Fernsicht wird die Plattform auch der "Balkon Dresdens" genannt.

[Bearbeiten] Technische Details

Loschwitzer Elbhang mit Standseilbahn und Schwebebahn
Standseilbahn, unterer Bahnhof
Eingang zur Standseilbahn am Körnerplatz

Die Standseilbahn überwindet auf einer Länge von 547 Meter einen Höhenunterschied von 96 Metern, die maximale Neigung beträgt 29 Prozent. Die reine Fahrzeit beträgt viereinhalb Minuten. Die zwei Wagen beginnen gleichzeitig ihre Fahrt in den beiden Endbahnhöfen, wobei sie durch das Seil im Gleichgewicht gehalten werden. In der Mitte der Strecke befindet sich eine Ausweichstation, die ohne anzuhalten durchfahren wird. An beiden Enden dieser Station befinden sich sogenannte Abtsche Weichen. Ohne eine Weichenzunge umzustellen werden dabei die Wagen aneinander vorbei geführt.

Mit der Ausfahrt aus dem Talbahnhof am Körnerplatz beginnt die Fahrt im 96 Meter langen Burgbergtunnel, bevor man wieder Tageslicht erreicht. Ein Teil der Strecke führt neben steilen Hanglagen auch über ein Viadukt.

Die Straßenbahnwerkstatt in Dresden-Trachenberge stellte 1962/63 zwei neue Waggons für den Personentransport her, die bis 1994 eingesetzt wurden. Seitdem werden Wagen von der Waggonbau Bautzen GmbH eingesetzt, die sich jedoch am historischen Ambiente der alten Wagen orientierten.

Pro Jahr müssen die Bergbahnen eine Revision mit Sperrzeiten absolvieren, damit sie auch weiterhin zuverlässig ihre Dienste verrichten. Die Dresdner Verkehrsbetriebe schließen dabei stets abwechselnd eine der beiden Bergbahnen.

[Bearbeiten] Quellen

[Bearbeiten] Weblinks

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