Schlüterstraße

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Feuerwache Striesen
Häuserzeile 20,22,22b
Stadtplanausschnitt 1897

Die Schlüterstraße führt als Verlängerung der Ermelstraße von der Schandauer Straße in Striesen bis zur Schneebergstraße. Ursprunglich ging sie geradlinig in die Rosenbergstraße über, deren Verlauf im Zuge der Neubebauung des Grunaer Zentrums geändert wurde.

1903 wurde die Straße benannt nach Kommerzienrat Franz Schlüter (1833-1901).[1] Als Händler und Hoflieferant zu Reichtum gekommen, bewies er durch namhafte Stiftungen und Vermächtnisse seine gemeinnützige Gesinnung. Später widmete er sich als Schatzmeister dem Verein für Sächsische Volkskunde. In Tirol wurde im August 1898 eine Berghütte mit seinen Mitteln errichtet, die der Sektion Dresden des Deutsch-Österreichischen Alpenvereins geschenkt wurde.[2][3] Nach seinem Tod stiftete er seiner Geburtsstadt Goslar die seinerzeit sehr hohe Summe von 100.000 Reichsmark zur Unterstützung von Armen und Hilfsbedürftigen.

[Bearbeiten] Geschichte

1901 wurde die spätere Schlüterstraße laut Akten in Gruna bis zur Eibenstocker Straße, der Gemarkungsgrenze zu Striesen, ausgebaut.[4] Im Adressbuch von 1902 ist dieser Teil unter der Rosenbergstraße ab dem Haupt-Platz mit den Hausnummern 21 bis 53 (ungerade, jenseits der Nr. 37 später beginnend mit 1a neu durchnummeriert) und der 22 bis 32 (Villa Akazienhof, heute Schneebergstraße 16) zu finden.[5] Am ausgebauten Ende lag einst die Ziegelei von Ziegelmeister Oswald Bro. Berndt[5], die etwa bis 1923 bestand.[6]

[Bearbeiten] Adressen (Auswahl)

Die Feuerwache Striesen (Nr. 39, Kulturdenkmal) wurde nach einem Entwurf von Hans Erlwein gebaut.

Vor der Häuserzeile Nr. 20–22b befinden sich zur Erinnerung an während der NS-Herrschaft deportierte Hausbewohnerinnen zwei Stolpersteine.

An der Ecke zum Pohlandplatz (Nr. 46) entsteht seit Frühjahr 2017 die drei- bis vierstöckige „Seniorenresidenz am Pohlandplatz“ mit rund 130 Plätzen. Am 25. April 2018 wurde Richtfest gefeiert.[7]

[Bearbeiten] Quellen

  1. Adolf Hantzsch: Namenbuch der Straßen und Plätze Dresdens. Baensch, Dresden 1905.
    Schriftenreihe Mitteilungen des Vereins für Geschichte Dresdens, 17/18., S. 128 f.
  2. Schlüterhütte (Rifugio Genova)
  3. Ehemalige Sektionshütten: Franz-Schlüter-Hütte auf dav-dresden.de
  4. Wolfgang Wagner (Arbeitsgruppe Dr. Kregelin): Das Namenbuch der Straßen und Plätze im Osten der Stadt Dresden (Manuskript), Stadtarchiv/ Stadtmuseum 1996/97
  5. a b Adressbuch von 1902
  6. Archivalie Nr. 1301 im Bestand 10754: Beschäftigung von Arbeiterinnen in der Ziegelei von Oswald Berndt, 1896-1923
  7. Richtfest am Pohlandplatz. In: DNN 26.4.2018, S. 13
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