Wüstungen in Dresden
Siehe auch: Wüstungen in der Umgebung
Wüstungen in Dresden entstanden zumeist nach dem Pestjahr 1349. Dem Schwarzen Tod fielen zwischen 1346 und 1353 schätzungsweise 25 Millionen Menschen zum Opfer – ein Drittel der damals auf dem europäischen Kontinent lebenden Bevölkerung.
Im Spätmittelalter ging insgesamt etwa jedes vierte Dorf in Deutschland wegen Seuchen, Hungersnöten und der steigenden Anziehungskraft der Städte wieder zugrunde.[1]
Inhaltsverzeichnis
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[Bearbeiten] Geschichte
Die elbsorbischen Siedlungen Božkov (später das Dorf Boschkau) und Wirnotine fielen nach 1350 wüst, die elbsorbische Siedlung Lipen wurde 1352 letzterwähnt (als Lypen) und danach zur Ortswüstung Leipen (auch Lippen).
Auch die deutsche Siedlung Frankenberg (lediglich 1312 als Allodium "Frankinberg"[2]) erwähnt) wurde vermutlich durch die Entvölkerung während der Pestzeit 1349 wüst und nicht wieder aufgebaut.
Das Vorwerk Ranvoltitz wurde nur 1310 und 1315 erwähnt und lag 1370 wüst (Erwähnung der Rampischen Gasse) - möglicherweise infolge der Entvölkerung ab 1349.
Die deutsche Siedlung Kummersdorf war 1408 bei der ersten Erwähnung schon wüst (im 'districtus Dresden'), die elbsorbische Siedlung Cloden im Jahr 1438 ebenfalls. Auch hier ist ein Wüstwerden um 1350 wahrscheinlich.
Auch das heute direkt an die Südgrenze von Dresden stoßende Bannewitz wurde 1350 (im Lehnbuch Friedrich des Strengen) in der Form Bonenwicz als villa desolata (Wüstung) bezeichnet.[3] Das Dorf, dessen Grundrenten und Jahreszinsen 1311 zur Reparatur der Elbbrücke vom Rat zu Dresden angekauft wurden waren, erholte sich aber wieder und gehörte 1378 als Panewicz zum castrum Dresden.[4] Scheinbar wurde es aus wirtschaftlichen Erwägungen wieder aufgebaut.
Das nördlich von Dresden gelegene Dybesdorf (1350 im LBFS erwähnt) war 1378 wüst. Es lag weit außerhalb auf den Diensdorfer Feldern zwischen Ottendorf und Seifersdorf. Dybesdorf bedeutet "Dorf der Diebe" (mit Dieb(e)s- wurden im Mittelalter in Sachsen Neben- und Seitenwege gekennzeichnet). Der verfluchte Ort des Aussterbens wurde zum Tabu, und das Dorf wurde als Diebißdorff an einem neuen Ort (bei Grünberg) wieder besiedelt (1514: Tynnsdorff). Die Sage "Die wüste Mark Diensdorf" führt aus:
- "Die noch Überlebenden mochten nicht mehr an der Stätte des Jammers wohnen, sie verkauften Grund und Boden und siedelten sich „der Sicherheit wegen“ näher bei Grünberg an."
Der Volksmund brachte die Wüstung mit dem verheerenden Einfall der Hussiten in Verbindung, der Schwarze Tod ab 1349 (im Raum Dresden) war längst nicht mehr so präsent. Auch Diebißdorff fiel wüst (vor 1604), also lange vor dem verheerenden 30jährigen Krieg ab 1618. 1724 wurde erstmals das moderne Diensdorf erwähnt.
Das im 15. Jahrhundert wüst gefallene Gleina (wahrscheinlich beim Einfall der Hussiten 1429/1430) wurde im 16. Jahrhundert erneut besiedelt, fiel aber vor 1633 endgültig wüst.
[Bearbeiten] Wüstungen geordnet nach Stadtteilen
[Bearbeiten] Pirnaische Vorstadt
[Bearbeiten] Ranvoltitz
Das Vorwerk Ranvoltitz oder Ramwoltitz[5][6], an das die Rampische Straße erinnert, lag im Gebiet der heutigen Johannstadt.
Es wurde 1310 urkundlich erwähnt (Ranuoltycz[6]). Der Hospitalmeister Heinrich tauschte das nördlich von Dresden gelegene Vorwerk Knapsdorf gegen mehrere Äcker der Flur Ranvoltitz.
- "Die slawische Bevölkerung des Landes behielt auch nach ihrer Unterwerfung durch die Deutschen die alten Wohnplätze. Aber das Land gehörte nun kraft des Rechts der Eroberung dem deutschen Könige, der es zu Eigengut oder Lehn an die in seinem Dienste stehenden Ritter wie auch an die Kirchen vertheilte. Diesen neuen Grundherren mußten die slawischen Bauern als Hörige Grundzins zahlen und Frohndienste leisten. Sehr dicht kann die sorbische Bevölkerung nach den harten Kämpfen der Eroberung und den verheerenden Kriegen des [7] 11. Jahrhunderts nicht mehr gewesen sein. Mit der fortschreitenden äußeren Beruhigung der Grenzlande konnte dann allmählich auch deren wirthschaftliche Ausnutzung durch stärkere Besiedelung gefördert werden. Seit dem 12. Jahrhundert zogen die großen Grundherren aus allen deutschen Gauen Kolonisten herbei, die sich nicht, wie einst die Sorben, auf die Flußthäler beschränkten, sondern auch im Hochlande und mitten im Urwalde sich niederließen. Die neu angelegten Dörfer wurden meist nach dem Namen des Unternehmers benannt, der vom Grundherrn ein Stück Land zu Lehn erhalten hatte, um darauf Kolonisten anzusetzen[7]. Einen solchen Ursprung scheint ein dicht bei Dresden gelegenes Dorf gehabt zu haben, das im Anfange des 14. Jahrhunderts unter dem Namen Ranvoltiz oder Ramaltiz erwähnt wird. Ranvoltiz ist offenbar zusammengesetzt aus dem deutschen Namen Ramfold und der slawischen Endung -icy, eine Ortsnamenbildung, wie sie auf unserem Boden, wo zwei Sprachen um die Herrschaft rangen, auch sonst vorkommt, so bei den Dörfern Arntiz (ursprünglich Arnoltiz), Berntiz, Conradiz. Der Name Ranvoltiz bedeutet: die Ramfoldsleute; er beweist, daß diese Niederlassung zu einer Zeit gegründet wurde, wo die Bevölkerung hier noch ganz überwiegend slawisch war. Das Dorf wird nur in den Jahren 1310 bis 1316 genannt, dann verschwindet es aus den Urkunden. Dagegen erscheint ein halbes Jahrhundert später die Ramtizgasse oder Rampoldische Gasse und als ihre äußere Fortsetzung die Ramtizstraße. Das Verschwinden des Dorfes läßt sich nur durch die Annahme erklären, daß es im 14. Jahrhundert bei der Ausbreitung der Vorstadt in diese hineingewachsen ist, so daß man das alte Dorf Ranvoltiz in der späteren äußeren Rampischen Gasse, der heutigen Pillnitzer Straße, zu suchen hat. [8] Jener Ramfold ist der erste deutsche Ansiedler auf Dresdner Boden, der uns bekannt wird."[8]
Eine zweite und letzte Erwähnung erfolgte 1315 als Ramalticz.
Im Jahr 1370 wurde nur noch die platea Ramticz genannt, die Siedlung war wüst. Zwischen 1315 und 1370 lagen die Jahre des Schwarzen Todes, der Pest (in Dresden 1349 ausgebrochen).
[Bearbeiten] Wilsdruffer Vorstadt
[Bearbeiten] Altenfischersdorf
Altfischersdorf - wohl mehrfach verlegter Vorgänger von Fischersdorf:
- nach Martin Bernhard Lindau ist Fischersdorf sorbischen Ursprungs und fällt "hinsichtlich" seines "Entstehens mit Altdresden (Neustadt) in ziemlich gleiche Zeit"[9] - demzufolge um das Jahr 600
- "ehemaliges Dorf im W der Flur Dresden-Altstadt, ursprünglich nahe des späteren Kleinen Ostrageheges gelegen, vermutlich im 13./14. Jh. an das andere Ende der städtischen Viehweide verlegt - 1410: Vischerdorf[10]; 1411: Fischerdorf; 1422: Fisscherdorf; 1480: Fischerßdorff, werder zu Alden Fischerßdorff"[11]
[Bearbeiten] Fischersdorf
Fischersdorf war ein Dorfkern, später ein Platz (Fischhofplatz) in der Wilsdruffer Vorstadt. Es hatte namenlose Straßenverbindungen nach Süden zur Entenpfütze am heutigen Freiberger Platz und nach Osten zur Gasse An der Weißeritz, die eigentlich am Weißeritzmühlgraben lag, und zur Nachbarschaft Am Obersee.
- Der Fischhofplatz war der einstige Dorfplatz von Fischersdorf. Hierher waren 1480 die Bewohner von Altfischersdorf an der Elbe umgesiedelt worden. - "1480: Fischerßdorff, werder zu Alden Fischerßdorff;
1547: Fisschersdorf (HOV); 1583: Fischerstorff (DS 11, 36)[12]
[Bearbeiten] Kleinostra
- vgl. Zschertnitz und Günther Wolf
[Bearbeiten] Lonnßewitz
[Bearbeiten] Poppitz
Poppitz war ein Dorf in der Wilsdruffer Vorstadt, das dem Pfarrer der Frauenkirche gehörte (Dorfdos - Dos = lat. Mitgift). Der Name stammt höchstwahrscheinlich von altsorbisch „Popuicz“ = Leute eines Priesters.
- "Der Platz, auf dem die Stadt angelegt wurde, war aber schon damals nicht mehr wüst, sondern es lagen hier vermuthlich die der Frauenkirche gehörigen Aecker mit den Höfen der sie bewirthschaftenden kleinen Zinsbauern, die nun von dieser Stelle weichen mußten. Zur Entschädigung wurden der Kirche andere Ländereien jenseits der Stadt angewiesen, und es entstand dort das Dorf Poppitz, dessen Lage noch durch den heutigen Poppitzplatz bestimmt ist. Es läßt sich gewiß nicht annehmen, daß man das Pfarrgut so weit von der Kirche entfernt schon zu einer Zeit angelegt hätte, wo der [15] näher liegende Grund und Boden noch nicht mit der Stadt bebaut war. Poppitz ist vom slawischen pop, Priester, abzuleiten und bedeutet: die Priesterleute. Die Benennung des neuen Pfarrgutes mit einem slawischen Namen beweist, daß zur Zeit der Erbauung der Stadt die slawische Sprache hier noch die herrschende war."[13]
Poppitz lag an einer wichtigen Einfallsstraße nach Dresden ungefähr zwischen dem heutigen Sternplatz und der Rosenstraße bzw. der Annenkirche. Der Dorfkern lag direkt nördlich der heutigen Herkuleskeule. Ein Gehöft lag an der Stelle des Hinterhofs der heutigen Annenstraße 31.
Poppitz wurde 1315 erstmals erwähnt. 1490 verlangte der Landesherr vom Poppitzer Pfarrer den Nachweis seines Rechtes als Gerichtsherr von Poppitz, die Zeugen bestätigen überwiegend, Poppitz sei ein Dorf und keine Vorstadt gewesen, Lehen und Erbgerichtsbarkeit stünden dem Pfarrer zu. Seit 1500 war es dann offiziell eine Vorstadt mit dem alten Dorfplatz als Mittelpunkt (1945 überbaut). Der Weißeritzmühlgraben floss vorbei und die Dammmühle an diesem Graben gehörte zu Poppitz - 1498 war sie "verwüstet und versunken, auch an Gebäuden ganz verfallen". Südlich vom Dorfplatz lag der Falkenhof (an der jetzigen Falkenstraße) und der nach ihm benannte Falkenschlag - als der Falkenhof am 2. April 1614 abbrannte wurde Poppitz und die Hinterseer Gemeinde verwüstet. Nach Osten führte im 18. Jahrhundert die Neue Gasse (jetzt Josephinenstraße), nach Westen ein namenloses Gässchen (jetzt Maternistraße) zur Rosengasse. Im Norden lag die "Nachbarschaft am Obersee", jetzt Annenstraße. Die Bewohner gehörten bis zum Bau der Annenkirche zur Gemeinde der Bartholomäuskapelle.
Durch die Luftangriffen 1945 völlig zerstört, wurde das Dorf komplett abgetragen und überbaut, wobei auch das Straßen- und Platzgefüge verschwand.
[Bearbeiten] Friedrichstadt
[Bearbeiten] Rostagk
[Bearbeiten] Wirnotine (Wernten)
Die elbsorbische Siedlung Wirnotine lag im Gebiet der heutigen westlichen Friedrichstadt etwa zwischen der heutigen Flügelwegbrücke und dem heutigen Alberthafen. Sie wurde vermutlich nach einem slawischen Lokator und Ortsgründer Vernota benannt. Von der zwischen 1350 und 1470 wüst gefallenen Ortschaft existieren keinerlei Überreste mehr.
Wirnotine wurde in einer Papsturkunde von Innozenz II. vom 27. Februar 1140 erwähnt. Der Papst bestätigte angeblich auf Antrag des Domstiftes Meißen von Ende 1139 diesem den Besitz von Wirnotine (die Wüstung Wernten) in burcwardo Bresnice und eine Reihe weiterer Besitzungen.
Die Papsturkunde von 1140 ist nicht unumstritten. Während einige Historiker die Erwähnung der Ortschaft Hermanni villa (Hermsdorf) als Beweis für einen deutschen Landesausbau bereits vor 1139/1140 sehen, bewerten andere Historiker die Erwähnung dieses Ortes in dem Diplom von 1140 als ahistorisch und somit eher als einen Beweis dafür, dass diese Papsturkunde von den Meißner Bischöfen (mindestens Jahrzehnte später) gefälscht wurde. Ein Fälschungskomplex mit auf das 10. Jahrhundert gefertigten Grenzurkunden des Bistums Meißen entstand 1250, um 1140 entstand ein Fälschungskomplex auf die Jahre 1071 und 1091 wahrscheinlich nur deshalb, um sich in dem Streit mit dem Markgrafen von Meißen um Besitz, Rechte und Einfluß in dem 1142 deutsch gewordenen Gau Nisan Vorteile zu verschaffen. Dieser Streit mußte mit Königsurkunde von 1144 geschlichtet werden, wobei die Entscheidung sehr zugunsten des Hochstiftes ausging.
Da weder Einigkeit darüber herrscht, ob diese Papsturkunde eine Fälschung ist, noch welchem Fälschungskomplex sie dann zuzuordnen wäre, fällt eine historische Einordnung schwer. Andere Nachrichten über Nisan aus dem 12. Jahrhundert stehen nicht zur Verfügung, eine verläßlichere Kette an Dokumenten setzt erst wieder zu Beginn des 13. Jahrhunderts ein.
Unter Einbeziehung des Fälschungskomplexes der 1140er Jahre auf die Jahre 1071 und 1091 läßt sich vermuten, dass zu diesem Zeitpunkt möglicherweise die bis dahin der böhmischen Herrschaft unterstandene elbsorbische Siedlung in den Machtbereich der Bistums Meißen gelangte. Der Übergang an das Bistum Meißen kann sich aber auch Jahrzehnte später, womöglich sogar im 13. Jahrhundert abgespielt haben. Eine nächste urkundliche Erwähnung erfolgte erst wieder zu 1241 als villa Werentin.
1350 wird die Siedlung als Werntyn letztmalig als bestehendes allodium erwähnt, (um) 1470 lag sie bereits wüst: Werntyn, ist wuste.[14]
Eine Vermutung, dass das damalige Werntyn "wahrscheinlich im 14./15. Jahrhundert einem Hochwasser zum Opfer" fiel und "nicht wieder aufgebaut"[15] wurde, ist weniger wahrscheinlich. Zum einen waren die sorbischen Ortsgründungen hochwassersicher, zum anderen fand nach dem Deutschwerden von Nisan ab 1142 ein verstärkter Konzentrationsprozess altslawischer Siedlungen mit dem Auflassen alter Weiler und kleinerer Dörfer statt, um klar geformte Bauerndörfer zu schaffen.[16] Ein Merkmal dieses Prozesses war der Übergang des Bodens an neue Eigentümer. Die Flur des damaligen Werntyn ging zunächst an Ockerwitz und später dann komplett in das Ostravorwerk und an die Gemeinde Friedrichstadt über.
1529 war die damals als Wernten bezeichnete Flur ein aufgeteiltes Vorwerk, welches 1559 in der Grundherrschaft des Domkapitels Meißen nachweisbar ist.
Letztmalige Erwähnung fand die Flur Wernten 1564[17] und 1568 in der Form Wermttem[18].
[Bearbeiten] Plauen
[Bearbeiten] Uzmik (Auswick)
Uzmik war ein sorbisches Dorf über dem Hellengrunde[19] und wurde 1350[20] erstmals genannt (im Lehenbuch von Friedrich dem Strengen, nach dem Tod von Friedrich dem Ernsthaften † 18. November 1349 Ende 1349 und 1350 entstanden). Das kleine Dorf lag unmittelbar südwestlich des heutigen Fritz-Foerster-Platzes.
1370 und 1394 wurde das sorbische Dorf in der Form Vsmik erwähnt.[21]
- Etymologie
Das Wort Uzmik stammt aus dem Altsorbischen und bedeutet "Stelle, wo man in ein Tal schlüpft".[22] Das sorbische Wort "usmyk" bedeutet heute einfach Talzugang. Uzmik weist also auf die geographische Lage am Zugang zum Elbtalkessel hin.
- 1349 Allodium
1349/1350 war Uzmik bereits ein markgräfliches Lehen und Allodium (altniederfränkisch allōd „volles Eigentum“, zu all „voll, ganz“ und ōd „Gut, Besitz“; mittellateinisch allod oder allodium) des Dresdner Ratsherrengeschlechts de Jochgrimme (vgl. auch: Jokerim (Ratsherrngeschlecht)).
Wahrscheinlich war Uzmik eine späte sorbische Dorfgründung. Die Nisaner haben wahrscheinlich den Hellengrund (Höllengrund) als Besiedlungsplatz zunächst gemieden. Das Dorf scheint erst durch Rodung im 13. Jahrhundert oder frühen 14. Jahrhundert entstanden zu sein. Gerodetes Land wurde seitens der Fürsten als Allodialgut betrachtet und verlehnt. Die sorbischen Bauern waren dadurch den wohlhabenden Dresdner Ratsherrengeschlechtern dienst- und zinspflichtig. Diese reichten einen kleinen Teil davon dem verlehnenden Kurfürsten als Abgabe weiter.
Die Söhne eines de Jochgrimme unbekannten Namens (der Vorname ist im Lehnbuch von 1349/1350 unleserlich) besitzen nicht nur das Allodium Uzmik, sondern auch einen Teil des Dorfes Kicz (Kaitz).[23] In Frage kämen Johannes de Jockerim (als erster der Familie in den Ratsakten in einer Urkunde vom 10. Februar 1328 und Ratsherr von da an bis 1337) oder Ticzce Jockrim (Ratsherr ebenfalls 1337 - er hat womöglich Johannes ersetzt).
Zu Uzmik wird erklärt:
- Gutshof Auswik, der mit Bollwerk versehen S. Dresden oberhalb des Hellegrundes (Oberreit 10) lag, d. h. der Einsenkung, die von dem Kreuzungspunkte der Bergstrasse und des alten Zellschen Weges nach Plauen hinüberläuft."[24]
Die Söhne des Nycolai de Jochgrimme besitzen zudem Zschertnitz und einen Hof ("1 curiam") innerhalb der Mauern ("intra muros"), also in der Stadt Dresden selbst.[25]
Ursprünglich stammte die Familie aus dem Dorf Jochgrim, welches später in der am Fuß der Burg Stolpen gegründeten Stadt aufging und als Altstadt bezeichnet wurde. 1349/1350 hatte sich die Familie offenbar auch in Dresden wieder aufgespalten. Während die Familie des Nycolai von Jochgrimme auf dem Familienhof in der Stadt saß, saß der andere Familienzweig wahrscheinlich auf seinem Allodium im Dorf Uzmik. Möglicherweise hatten die Jochgrimmes bereits einen Vorläufer des 1408 nachweislichen befestigten Vorwerks (mit steinernem Turm) für sich erbaut. Darüber gibt es aber keine Urkunden.
1408 besaß Reinfrid Jokerim (Jogkerym) einen Acker unterhalb des Vorwerks Ussemig (Auswigk) zu Lehen.
Im gleichen Jahr ging Zschertnitz ("Czerticz", 1349/1350 im Besitz der Familie des Nycolai de Jochgrimme) in den Besitz von Hans Münzmeister über (vgl. Münzmeister (Ratsherrngeschlecht)). Dieser wurde als Lehnsherr dann 1411 Mitglied des Rates zu Dresden. Ebenfalls 1408 besaß der Ratsherr (ab 1403) Nicolaus Munczmeister gemeinsam mit seinen Brüdern Francz, Paule und Peter sowie weiteren Familienmitgliedern Lehen am halben Vorwerk Räcknitz und einem Weinberg in Kötzschenbroda.
Wenig später kam auch Uzmik in den Besitz dieses wohlhabenden Dresdner Ratsherrengeschlechts Münzmeister (latinisiert auch Monetarius genannt), welche es durch Heirat zunächst an das Ratsherrengeschlecht Bulnig vererbten und die wiederum an das Ratsherrengeschlecht Bibrach.
- 1408 befestigtes Vorwerk
Außerdem konnten die Ratsherrengeschlechter ihr Allodium zum Ausbau ihrer Befestigungsanlage benutzen. Sie errichteten wahrscheinlich um 1400 (sicher noch die von Jochgrimme) hier einen steinernen Wachturm als Beobachtungsposten und somit vorgelagerten Teil der Dresdner Befestigungsanlagen. 1408 wurde das Dorf deswegen als (befestigtes) vorwergk vor Dresden bezeichnet.[26] Ein befestigtes Vorwerk ist eine Wehranlage, die der eigentlichen Burg (in dem Falle der Stadtburg) vorgelagert war. Es wurde auch Feldwerk genannt. Vorwerke befanden sich im Mittelalter in der Regel in kleineren Dörfern, die dem zentralen Sitz der Burg oder Stadt vorgelagert waren. Das Vorwerk Vsmicz war geeignet, kleinere Angriffe abzuwehren und bot der Bevölkerung des Dorfes Schutz. Es diente bei größeren Angriffen auch als Frühwarnsystem der Stadt. Es war mit Rittern besetzt, über die die Quellen aber keine Auskunft geben.
1429 findet sich die Ortsbezeichnung "Ußemig", 1465 heißt es "das forwerg Vsmigk".[27]
- Ab 1467 Auflösung des Dorfes durch die Stadt Dresden
1467 kamen das Vorwerk - dann schon als Aussig[28] bezeichnet - sowie das benachbarte Dorf Räcknitz in den Besitz des Rates zu Dresden.
Wenig später wurden die Fluren des Dorfes auf Dresdner Bürger und Bauern der Nachbarorte aufgeteilt, die sich dafür zu Zinszahlungen an die Stadt verpflichten müssen.
1473 beseitigte man alle nicht mehr benötigten Gebäude des Dorfes, jetzt Außwick genannt.[29] Über das Schicksal der sorbischen Dorfbewohner geben die deutschen Quellen keine Auskunft.
Mit dem Ende des sorbischen Dorfes verzichtet auch der Kurfürst auf die ihm zustehenden Zahlungen.
1482 wurde das ehemalige Dorf als Awßmick bezeichnet.[30]
Das befestigte Vorwerk wurde nochmals nach 1521 im Dresdner Stadtbuch erwähnt (Band 7, 1521 - 1539). Mit dem Anlegen des Großen Remparts (1519 bis 1534/1535) hat es seine Bedeutung verloren. So konnte es sich nicht zu einem Rittergut oder einen vorwerkenden Gutshof entwickeln.
Über die Besatzung des befestigten Vorwerkes geben die Quellen keine Auskunft.
- Literatur
- Ernst Eichler, Hans Walther: Historisches Ortsnamenbuch von Sachsen (HONB), Sächsische Akademie der Wissenschaften zu Leipzig (Hrsg.), Akademie Verlag, Berlin 2017, I 30.
[Bearbeiten] Boschkau
Boschkau war ein nach 1350 wüst gefallenes Rundling-Dorf am Bornberg in der Südvorstadt (heute: nördlich des Beutlerparks[31]).
- Altsorbischer Ortsname
Zu 1212 wurde das Dorf noch als Božkov (Boschkov oder Boschkow) bezeichnet, nach dem Namen der alten frühsorbischen Streusiedlung am Bornberg (damals der Quell und Bach Božkov). Ob der Born (und Bach) den Ortsnamen stiftete oder umgekehrt, ist ungeklärt.
- Transkription des Ortsnamens
Die auch oft in der Literatur anzufindende Transkription Boskau ist falsch. Der altsorbische Ortsname Božkov geht auf den Personennamen "Božk" zurück, einer Kurzform von Božidar.[32] Alle diese Namensformen werden "bosch..." transkribiert. Die Rückführung auf den Personennamen "Bozek" (wie in Liste der Wüstungen in Dresden#Stadtbezirk Plauen) ist zweifelhaft.[33] Boskau steht für den tschechischen Ort Bozkov (früher Boskov) im Okres Semily, Liberecký kraj. Dieser Ort geht auf einen Personennamen "Bosek" zurück. Die heutige Ortsnamenform "Bozkov" resultiert wahrscheinlich auf einen Schreibfehler.[34]
- Geschichte Boschkaus
In diesem kurz vor 1200 entstandenen Rundlingsdorf wurden zunächst einheimische Sorben zwecks optimalerer Flächennutzung und Intensivierung der landwirtschaftlichen Produktion von der deutschen Grundherrschaft angesiedelt.
Zu 1212 wurde Boschkau als Wehrdorf bezeichnet.[35] Demzufolge besaß es zu diesem Zeitpunkt nachweislich bereits die Form eines Rundlings: eng aneinander liegende Häuser und Höfe und eine Umfriedung (Einhegung). Die Rundlingsform war im Gau Nisan damals auch wegen der Umstrittenheit des Elbtalkessels und seiner Umgebung zwischen deutschen und böhmischen Grundherren vorherrschend. Sie wurde nach aktueller herrschender Meinung von den Grundherren selbst angeregt.[36]
Spätestens 1324 wurde Boschkau als "villa" (dörfliche Siedlung) bezeichnet. Zeittypisch wird sich der Rundling auf fruchtbarem Boden in uralter Siedlungslage (seit der Kugelamphoren-Kultur um 3450 v. Chr. bis 2700 v. Chr.) in der Phase der deutschen Ostkolonisation zu einem Gassendorf erweitert haben. Belege dafür gibt es nicht.
Boschkau wurde 1350 letztmalig als "villa" erwähnt - danach (1449 und 1489) nur noch als Wüstung.[37]
Dieses abrupte Abbrechen einer uralten Siedlungskultur am Bornberg könnte auf die Pest in Dresden im Jahr 1349 zurück zu führen sein.
- Deutsche Ortsnamenformen
Folgende deutsche Ortsnamenformen sind überliefert:[38]
- 1449-1489 Wüstung
Folgende deutsche Wüstungsangaben sind überliefert:[40]
[Bearbeiten] Mickten
[Bearbeiten] Bortzschen (Borschen)
Bortzschen ist eine Ortswüstung zwischen Übigau und Mickten auf der Flur auf'n Portzschen in Mickten (nahe der Brücke der Sternstraße über die Kaditzer Flutrinne). Bortzschen gehörte zu den elbischen Dreidörfern.
- "Bortzschen unterstand wie auch das benachbarte Übigau der Gerichtsbarkeit des Meißner Bischofs und bestand nur aus wenigen Gebäuden, möglicherweise sogar nur aus einem Einzelgehöft."[41]
- Etymologie
Der Ortsname kommt aus dem Altsorbischen und bedeutet 'Siedlung eines Boreš’'. Der Name Bor(eš) trat in Nisan häufiger auf, so trugen die Herren von Woz (Niederwartha) häufig den Namen Bor, bis Woz unter deutsche Herrschaft gelangte.
- "Wohl aso. *Borešin- zum PN *Boreš, KF zu VN wie Borislav, zu bor #4, + Suffix -in- #5. – ‘Siedlung eines Boreš’."[42]
- Geschichte
- "Vermutlich entstand der 1324 erstmals erwähnte Ort als slawische Gründung im 10./11. Jahrhundert."[43]
- Ersterwähnung 1324
Am 25. April 1324 wurde der Ort als villa (Dorf) Borczin ersterwähnt.
- " B. Withego II. genehmigt den von den Domherrn Heinrich und Albert von Guben bewirkten Kauf dreier Dörfer bei Dresden, deren Lehen von den Inhabern ihm aufgelassen worden, und beurkundet mit Zustimmung des Capitels, daß die Erträgnisse derselben nach dem Ableben der Käufer dem Fond für bauliche Einrichtung und Unterhaltung bei der Domkirche zufallen sollen"[44]
Die zwei anderen Dörfer waren das Bortzschen benachbarte Übigau sowie Kemnitz (sitam circa Bresenitz = Bresnice = Briesnitz).
- 1350
- Erwähnung als Borschyn
Die Siedlung wurde am 16. Februar 1350 als Borschyn erwähnt.
- "K. Karl IV. bestätigt dem Capitel auf dessen Bitte alle Privilegien, Güter und Renten in namentlicher Aufzählung der letzteren."[45]
Zu der Siedlung wurde ein Fischfangplatz (eine Jehse) erwähnt: totam villam Borschyn cum piscatura. Auch der Besitz von Kemnitz und Übigau wurde erneut bestätigt: totam villam Kempnicz cum molendino et piscatura, totam villam Obigow. Demzufolge gab es in Kemnitz nicht nur einen Fischfangplatz, sondern auch eine Mühle.
- Wüstfallen nach 1570
- "Letzmalig erwähnt wurde Bortzschen (in den Urkunden auch als Borschen bezeichnet) 1556 und 1570. Die Gründe der Auflösung des Ortes sind nicht bekannt. Die verlassene Siedlung verschwand Ende des 16. Jahrhunderts, ihre Fluren übernahmen daraufhin die Bauern von Mickten und Übigau."[46]
- Relikte
Von Bortzschen hat sich lediglich der Flurname auf'n Portzschen (Mda. bàrdšn) in der Flur Mickten erhalten.
- Quellen
- Bortzschen im HOV
- HONB I 100
- Blaschke HOV 16
- Beschorner WgV Dresden
[Bearbeiten] Kleinmickten
[Bearbeiten] Kaditz
[Bearbeiten] Gleina
Gleina war ein 1303 (nach anderer Quelle bereits 1250) erstmals erwähntes Dorf im Bereich der Seewiesen bei Radebeul. An den im 15. Jahrhundert und nochmals zu Beginn des Dreißigjährigen Krieges wüst gefallenen Ort erinnert noch die Flur Die Gleinen sowie seit 1937 die Gleinaer Straße.
- Gleina (Glyne, Gleyne) wüste Mark am Trachauer Kirchwege zwischen Kaditz und Trachau, unweit Radebeul[47][48]
Gleina lag an den Seewiesen (1627 "Radebeuler Wiesen im See"), die seit dem Mittelalter vom Radebeuler Seegraben entwässert wurden (1566 erstmals als "Seehe Graben" überliefert). Nach Hochwasserereignissen blieben in den Seewiesen an vielen Stellen oftmals noch jahrelang kleine Tümpel und Teiche zurück. Der Dorfteich von Gleina, der Gleinteich, wurde noch um 1900 erwähnt.
Das Dorf lag im Raum der heutigen Kreuzung Gleinaer Straße / Grimmstraße.
Der Ortsname Gleina stammt von sorbisch glin (= Lehm) und deutet damit auf die hiesige Bodenbeschaffenheit hin.
Aulehm, Torf und Schluffablagerungen bedecken an den Seewiesen den Boden. Die Torf führenden Schichten können hier stellenweise eine Mächtigkeit von über fünf Metern erreichen und sind an ihrer südlichen Abfluß-Flanke von Sanden überdeckt, denen wiederum Aulehm auflagert.[49]
Gleina wurde 1303 in der Form "prope villam Gline" (= in der Nähe des Dorfes Gline) erstwerwähnt.
- vgl. CDS II 5 DD Nr. 19: "Markgraf Friedrich von Dresden eignet der Elbbrücke einen Acker bei dem Dorfe Gline mit der Bestimmung, daß sein Hofdiener Pezold und dessen Erben denselben von der Brücke zu erblichem Rechte gegen eine jährliche Leistung von zwei Pfund Wachs empfangen und besitzen sollen."
1350 erfolgte eine Erwähnung in der Form "tota villa Glyne" (= das ganze Dorf Glyne) und um 1370 als Glyn (1378 zum castrum Dresden). Das Dorf fiel wahrscheinlich im 15. Jahrhundert wüst und wurde deswegen 1529 als "Glina ein wust dorff" mit 7 Hufen erwähnt. Am wahrscheinlichsten ist eine Zerstörung im Zusammenhang mit dem Einfall der Hussiten (1429/1430). 1562 wurde das Dorf als Gleuna erwähnt, und 1589 gab es wieder 4 besessene Mann Einwohner (mit ihren Familien), welche die 7 Hufen bewirtschafteten. Zu dieser Zeit war das Domkapitel Meißen der Grundherr, wohingegen das Amt Dresden Gleina verwaltete.[50]
Diese kurzfristige Wiederbelebung wurde offenbar spätestens durch den Dreißigjährigen Krieg (1618 bis 1648) beendet.
- vgl. "Die wüsten Felder wurden daraufhin von Kaditzer Bauern übernommen und lange Zeit noch “die Gleinen” genannt. 1633 ist Gleina zum letzten Mal als “wüstes Dorf” in den Urkunden verzeichnet." In: Lars Herrmann: Gleina auf dresdner-stadtteile.de (Archivversion)
Teile der Flur gingen an Radebeul. Im Jahr 1900 gab es noch den Gleinteich, den ehemaligen Dorfteich von "Gleine".
[Bearbeiten] Poppewitz
in Kleinkaditz
- vgl. Am Vorwerksfeld und 1456
[Bearbeiten] Strehlen
[Bearbeiten] Frankenberg
Frankenberg war eine Siedlung bei Strehlen, die lediglich 1312 (als Allodium "Frankinberg"[51]) erwähnt wurde und vermutlich durch die Entvölkerung während der Pestzeit 1349 wüst fiel und nicht wieder aufgebaut wurde.[52]
Die Siedlung lag im Bereich der in den Jahren 1902 bis 1905 errichteten Christuskirche in Strehlen.
Der Ortsname bedeutet "Ort der Franken am Berg".[53]
"Frankenberg, das Vorwerk im Dorfe Strehlen, wird zuerst 1312 genannt (H St A. Originalurkunde 2034). In dem schriftlichen Nachlaß des „Leubnitzer Amts“ wird der Frankenberg wiederholt genannt (R A. Pergamenturkunde Nr. 206 [1516], sowie in den Rechnungen des Leubnitzer Amts I, verschiedene Schriftstücke)."[54]
Im Jahr 1715 wurde noch ein "Franckenbergweg" (zum "Frankenberg" mit ehemaliger Vorwerksflur) und im 18. Jahrhundert mehrfach die "Felder auffn Franckenberg am Kohl Weg" erwähnt.[55]
[Bearbeiten] Dobritz
[Bearbeiten] Lipen (Leipen)
Lipen war ein von 1286 bis 1352 (dann als Lypen) erwähntes Dorf bei Großdobritz, das danach wüst fiel und 1475 in der Form "mit den Lipenischen Ackern" vorkam. Die Ortswüstung wird heute als Leipen (auch: Lippen) bezeichnet.
- Ausdehnung
Die Ortswüstung hat Anteile an den Fluren von
- Großdobritz,
- Kleindobritz,
- Reick,
- Prohlis,
- Niedersedlitz und
- Leuben.
- Namentliche Entsprechungen
- Lipno (deutsch Groß Lippen) linksseitig des Baches Lipenský potok, elf Kilometer südwestlich von Louny, 1266 als Sitz des Vladiken Chotěbor ersterwähnt
- Lipenec (deutsch Klein Lippen) ist ein Dorf, das zur Gemeinde Lipno im Bezirk Louny gehört - das Dorf liegt im Tal der Hasina, einem rechten Nebenfluss der Eger, etwa 2,5 km nordöstlich von Lipno
- Lipence (deutsch Lipenetz): ursprünglich im Besitz des Klosters Ostrov etwa 20 Kilometer südlich von Prag auf der Moldauinsel St. Kilian (gegründet 999), ging der Ort vor 1268 an den Bischof von Prag über (schon 1292 schenkte König Wenzel II. von Böhmen den Ort dem in dem Jahr neugegründeten Kloster "Aula Regia" in Zbraslav an der Einmündung des Lipanský potok in die Moldau) - Lipence ist seit 1974 ein Stadtteil und eine Katastralgemeinde am südwestlichen Rand der tschechischen Hauptstadt Prag
- Die ersten schriftlichen Aufzeichnungen über einen Teil von Lipence stammen aus dem Jahr 1115, als der Herzog von Böhmen Wladislaw I. dem neu gegründeten Benediktinerkloster Kladruby einen Untertan aus Lipence namens 'Ten' ('Těn') samt seinen Ländereien schenkte
- Липен (Lipen), bulgarisches Dorf, heute zu Montana (lat. 'Municipium Montanensium', ab dem 6. Jahrhundert slaw. Кутловица = Kutlowiza) im Oblast Montana
- Липенка (Lipenka): ein 14 Kilometer langer Fluss in der Oblast Pskow (Rußland), der den Липенец (Lipenez-See) durchfließt, danach mäandert und in dem ausgedehnten Sumpf Белый Мох (Belyi Moch) in den Peipussee mündet
Липен (Lipen) ist im Slawischen eine Bezeichnung für einen sumpfigen Ort, wie er in Lipen am Altwasserarm Gruna-Striesen auftrat. Lipen wurde 1286 weit vor dem Beginn der Arbeiten am Landgraben im Jahr 1309 erwähnt.
- Ersterwähnung 1286
1286: Erwähnung in einer Urkunde Bischof Withegos I. von Meißen ("in villa Borrenthin maiori quatuordecim scocci, in villa vero Lipen decem scocci)":
- "B. Withego eignet mit Zustimmung des Capitels dem Vicar Cunrad und insofern dieser hierdurch sein Jahresgedächtnis zu stiften gedenkt, der Domkirche 24 Schock von dem Schenckwirth Arnold zu Briessnitz erkauften Getreidezehnten und einen Garten."[56]
- 1352 letzte Erwähnung als Dorf (Lypen)
Im Jahr 1352 fand das Dorf letztmalig als "Lypen" Erwähnung.[57]
Die Wüstwerdung direkt nach dem Auftreten der Pest in Dresden ist zeittypisch:
- 1349: Die Pest in Dresden. In der Fastnacht werden die Dresdner Juden als "Brunnenvergifter" verbrannt.[58] [59]
- Ab 1475 als Wüstung erwähnt
- 1475: mit den Lipenischen Ackern
- 1547: inn Lepschen Felde
- 1548: Leipisches Feld
- 1577: im Leupischen Felde
- 19. Jahrhundert: Lippsche Flur
- Weblinks
- Lipen (Dresden) (Q134895159) bei Wikidata - 1286 bis 1352 erwähntes Dorf bei Großdobritz, das danach wüst fiel (Ortswüstung Leipen) - alias: Lypen
[Bearbeiten] Neugruna
[Bearbeiten] Praschycz (Praschütz oder Grünpraschütz)
Das elbsorbische Dorf Praschycz wurde im Jahr 1307 als villa Praschycz[60] erstmals erwähnt. Zu diesem Zeitpunkt gehörte es zum Kloster Altzella und lag vermutlich in der Nähe der Kreuzung Ludwig-Hartmann-Straße/ Schandauer Straße (heute: Straßenbahnhaltestelle Ludwig-Hartmann-Straße der Linie 6).
Der Ortsname bedeutet "Leute eines Pravek". Das Dorf wurde demzufolge von dem Lokator Pravek im 13. Jahrhundert gegründet und war zeittypisch sehr wahrscheinlich ein Rundling. Pravek handelte im Auftrag des Grundherren, wahrscheinlich des Klosters Altzella (Einzug des Konventes bereits im Jahr 1175).
Unweit vom Dorf villa Praschycz soll ein Vorwerk Grünpraschütz gelegen haben.
Schon drei Jahre später - im Jahr 1310 - wird die villa Praschycz als abgebrannt bezeichnet. In dieser unsicheren Zeit nach dem Tod von Markgraf Heinrich dem Erlauchten machten Räuber die Dresdner Gegend unsicher.
- Zu 1288 berichtet Anton Weck (1680), daß unmittelbar nach Markgraf Heinrichs Tod (vor dem 8. Februar) Räuberbanden von der böhmischen Grenze und aus dem Osterland das offene Altdresden überfielen und ausplünderten.[61] Diese Nachricht scheint fundiert zu sein, denn erst im Monat zuvor berichtet eine zeitgenössische meißnische Urkunde über Probleme mit "Räubern und Befehdern":
- 8. Januar: "B. Withego und das Capitel versprechen B. Heidenreich von Brandenburg und dessen Capitel zur Erreichung eines besseren Schutzes gegen Räuber und Befehder die von dort ausgesprochenen Excommunicationen und Interdicte auch ihrerseits bekannt zu machen und genau zu befolgen."[62]
Aus den verschiedenen Formen Praschytz und Prauschytz im Jahr 1310 wird auf ein nahegelegenes Vorwerk geschlossen, das zusammen mit dem Dorf zwischen 1307 und 1310 geplündert und abgebrannt wurde. Die Siedlungen wurden als wüst bezeichnet und vermutlich nicht wieder aufgebaut. Die wüste Stelle befand sich noch immer in der Grundherrschaft des Klosters Altzelle.
Auch die Formen Prauschycz (1315) und Bracschicz[63] (1378) beziehen sich auf eine Ortswüstung.
1547 erwarben Grunaer Bauern einen Großteil der Flächen und bezeichneten die wüste Stelle fortan als Grunaer Tännicht. Zusammen mit dem benachbarten Blasewitzer Tännicht war das ausgedehnte Waldgebiet Jagdrevier der Wettiner.
Diese Wüstung wurde 1547 Gruhn Praschitz genannt, woraus sich bis 1843 Grünbrabschütz entwickelte. Die moderne Bezeichnung lautet Grünpraschütz.[64][65]
[Bearbeiten] Söbrigen
[Bearbeiten] Cloden
Das vor 1438 wüst gefallene Dorf Cloden lag auf dem Gebiet des heutigen Birkwitz, hatte aber auch Anteil an den Fluren von Söbrigen und Oberpoyritz, so daß die 1547 erwähnten Klodenäcker ein erhebliches Ausmaß hatten.[66]
- Geschichte
- 1438: wustin Cloden[67]
- 1439: uf der wustenung de Cloden gnant (zur Pflege Dresden)
- 1547: Klodenäcker[68]
- 1994: Wüste Mark Cloden
[Bearbeiten] Rähnitz (Hellerau)
[Bearbeiten] Knapsdorf (Knappsdorf)
[Bearbeiten] Wilschdorf
[Bearbeiten] Altes Dorf
[Bearbeiten] Kummersdorf (Cunnersdorf)
[Bearbeiten] Steinbach
[Bearbeiten] Zschon
- vgl. Zschonergrund
[Bearbeiten] Obergohlis
[Bearbeiten] Domlitz
[Bearbeiten] Neunimptsch
[Bearbeiten] Beerhut
- vgl. Beerenhut
[Bearbeiten] Anmerkungen
- ↑ Wilhelm Abel: "Verdorfung und Gutsbildung in Deutschland zu Beginn der Neuzeit." In: "Geografiska Annaler", 43 (1961) 1/2, S. 1–7, hier: S. 1.
- ↑ "1312: Frankinberg (U 2034)." In: Frankenberg | † (Wüstung). sö Dresden, Kreisfr. Stadt Dresden im HOV.
- ↑ LBFS 44.
- ↑ RDMM 261.
- ↑ Die deutschsprachige Wikipedia zum Thema „Liste der Wüstungen in Dresden“
- ↑ a b Ramwoltitz (Ranvoltitz) im Historischen Ortsverzeichnis von Sachsen
- ↑ E. O. Schulze, die Kolonisirung der Gebiete zwischen Saale und Elbe. Leipzig 1896.
- ↑ In: Otto Richter: Geschichte der Stadt Dresden. Erster Theil: Dresden im Mittelalter. Mit Abbildungen und einem Plane. [= Veröffentlichung des Vereins für Geschichte Dresdens] Wilhelm Baensch’ Verlagshandlung, Dresden 1900, S. 6ff.
- ↑ Martin Bernhard Lindau: "Geschichte der Haupt- und Residenzstadt Dresden von der frühesten bis auf die gegenwärtige Zeit". Band 1. Rudolf Kuntze, Dresden 1858, S. 91.
- ↑ RV III 33 Anm. 1
- ↑ Fischersdorf † (Wüstung) im HOV (Historischen Ortsverzeichnis von Sachsen).
- ↑ Fischersdorf † (Wüstung) im HOV (Historischen Ortsverzeichnis von Sachsen).
- ↑ Otto Richter: Geschichte der Stadt Dresden. Erster Theil: Dresden im Mittelalter. Mit Abbildungen und einem Plane. [= Veröffentlichung des Vereins für Geschichte Dresdens] Wilhelm Baensch’ Verlagshandlung, Dresden 1900, S. 14f.
- ↑ HOV zu Wernten.
- ↑ Wernten auf dresdner-stadtteile.de.
- ↑ Vgl. Rundling
- ↑ Ein stück ackers ... in Wernten.
- ↑ Ein stucklein Acker Inn Wermttem.
- ↑ "Answik lag über dem „Hellengrunde“, wird 1349 zuerst genannt (L. B.) und bestand aus einem Vorwerk und Hufen (Richter III, S. 34)." In: Otto Trautmann: "Zur Geschichte der Besiedelung der Dresdner Gegend" (= " Mitteilungen des Vereins für Geschichte Dresdens." Heft 22), Buchdruckerei der Wilhelm und Bertha von Baensch Stiftung, Dresden 1912, S. 71.
- ↑ "1350: Uzmik (LBFS 38)'" In: Ausmick (Auswick) | † (Wüstung) im HOV.
- ↑ "um 1370: Vsmik 1394: Vsmik" In: Ausmick (Auswick) | † (Wüstung) im HOV.
- ↑ Auswik auf dresdner-stadtteile.de (Archivversion).
- ↑ "16. Item filiis . . Jochgrimme contulit allodium in Uzmik8); item 4 1/2 solidos census in villa Kicz." In: "Das Lehnbuch Friedrichs des Strengen, Markgrafen von Meissen und Landgrafen von Thüringen, 1349/1350." Verlag B.G. Teubner, Leipzig 1903, S. 38.
- ↑ "Richter II 34 u. Dresd. Gesch.-Bl. I 2 S. 30; dazu Dresdn. UB. 531 u. Hey 170." In: "Das Lehnbuch Friedrichs des Strengen, Markgrafen von Meissen und Landgrafen von Thüringen, 1349/1350." Verlag B.G. Teubner, Leipzig 1903, S. 38, Anm. 6.
- ↑ "Item filiis Nycolai de Jochgrimme allodium Scherschicz; item 1 curiam intra muros." In: "Das Lehnbuch Friedrichs des Strengen, Markgrafen von Meissen und Landgrafen von Thüringen, 1349/1350." Verlag B.G. Teubner, Leipzig 1903, S. 38.
- ↑ "1408 daz vorwergk zcu Vssemig, vorwergk zcu Vsmicz vor Dresden." In: Ausmick (Auswick) | † (Wüstung) im HOV.
- ↑ "1429: acker undir Ußemig." und "1465: das forwerg Vsmigk." In: Ausmick (Auswick) | † (Wüstung) im HOV.
- ↑ "1467: Aussig (HOV)." In: Ausmick (Auswick) | † (Wüstung) im HOV.
- ↑ "1473: Außwick." In: Ausmick (Auswick) | † (Wüstung) im HOV.
- ↑ "Wüstung (Ortswüstung oder wüstes Einzelgut?) im N der Flur Plauen (1), zwischen diesem und Poppitz (1) ... 1482: Awßmick." In: Ausmick (Auswick) | † (Wüstung) im HOV.
- ↑ "Urkundliche Ersterwähnung - Boskau: 1315 als Boscou (altsorbisch: Dorf des Bozek), ab 1449 wüst ... Eingemeindung nach Dresden: 1835 (nennenswerte Besiedlung aber erst nach 1850) ... Aus der im Jahr 1315 urkundlich erwähnten sorbischen Siedlung Boscou ging das (einst nördlich des heutigen Beutlerparkes gelegene) Dorf Boskau hervor, das aber schon im Jahr 1449 als wüst bezeichnet wird. ... Auf der seit der Eiszeit im Dresdner Süden angewehten und angespülten Lößlehmdecke entstanden sehr fruchtbare Böden. Das Gebiet südlich der Dresdner Altstadt wurde deshalb noch lange Zeit vorrangig landwirtschaftlich genutzt. Eine städtische Bebauung begann hier erst um 1850 und auch danach gaben die Grundeigentümer das fruchtbare Land nur sehr zögerlich für die Bebauung frei. Allerdings zählt die Südvorstadt, wie die anderen zentrumsnahen Vorstädte der Altstadt, schon seit 1835 zu Dresden. " In: Südvorstadt in dresden-und-sachsen.de.
- ↑ Geschichte der Stadt Dresden. Bd. 1: Von den Anfängen bis zum Ende des Dreißigjährigen Krieges. Hrsg. v. Karlheinz Blaschke. Theiss, Stuttgart 2005, ISBN 3-8062-1906-0, S. 116.
- ↑ Quelle für "Bozek" ist: "Zu den heute nicht mehr vorhandenen Siedlungen auf dem Gebiet der Südvorstadt gehört auch das kleine Dörfchen Boskau, welches 1315 erstmals als “Boscou” urkundlich genannt wurde (Ort des Bozek). Der von slawischen Siedlern gegründete Ort lag nördlich des Bornberges (Beutlerpark) und wurde bereits 1449 als “wüst” bezeichnet. Die Gründe für den Untergang sind unbekannt, vermutlich waren wirtschaftliche Erwägungen für die Aufgabe der Siedlung verantwortlich." In: Boskau auf dresdner-stadtteile.de (archivierte Version).
- ↑ Antonín Profous: "Místní jména v Čechách. Jejich vznik, původní význam a změny." = "Lokale Namen in Böhmen. Ihre Herkunft, ursprüngliche Bedeutung und Veränderungen." Band I: A–H (auf Tschechisch). S. 151–152.
- ↑ Vita des heiligen Josef von Kayticz II, Bl. 23.
- ↑ Vgl. Artikel Rundling in der deutschsprachigen Wikipedia.
- ↑ vgl. "Stadtbuch von Altendresden" (1412 - 1512), Stadtarchiv Dresden, Bestand 2.4.3: Gerichtsbücher, Archivaliensignatur 876.
- ↑ Eintrag zu „Wüstungen in Dresden” beim Historischen Ortsverzeichnis von Sachsen
- ↑ U 2042
- ↑ Eintrag zu „Wüstungen in Dresden” beim Historischen Ortsverzeichnis von Sachsen
- ↑ Lars Herrmann: Bortzschen auf Dresdner-Stadtteile.de.
- ↑ HONB I 100.
- ↑ Lars Herrmann: Bortzschen auf Dresdner-Stadtteile.de.
- ↑ CDS II 1, Nr. 388.
- ↑ CDS II 1, Nr. 453.
- ↑ Lars Herrmann: Bortzschen auf Dresdner-Stadtteile.de.
- ↑ Cod. dipl. II. Hauptteil V. Bd. S. 15 und Über Berg und Thal 4. Bd. S. 28.
- ↑ In: Heinrich Haug (Hrsg.): "Das kurfürstliche Amt Dresden vom 14. bis zum 19. Jahrhundert." Mitteilungen des Vereins für Geschichte Dresdens, Dresden 1902, Heft 16, S. 12.
- ↑ Vgl. Wolfgang Alexowsky: "Geologische Karte des Freistaates Sachsen 1:25 000". Blatt 4948 Dresden. Freiberg 2001, Signaturen 4, 18, 22.
- ↑ Vgl. Gleina im HOV.
- ↑ "1312: Frankinberg (U 2034)." In: Frankenberg | † (Wüstung). sö Dresden, Kreisfr. Stadt Dresden im HOV.
- ↑ 1349: Die Pest in Dresden. In der Fastnacht werden die Dresdner Juden als "Brunnenvergifter" verbrannt. Die Geißler oder Flagellanten kehren zurück und heizen die Judenverfolgung an. Bischof Johannes von Eisenberg vertreibt sie aus Meißen.
- ↑ Geschichte der Stadt Dresden. Bd. 1: Von den Anfängen bis zum Ende des Dreißigjährigen Krieges. Hrsg. v. Karlheinz Blaschke. Theiss, Stuttgart 2005, ISBN 3-8062-1906-0, S. 116.
- ↑ Otto Trautmann: "Zur Geschichte der Besiedelung der Dresdner Gegend" (= "Mitteilungen des Vereins für Geschichte Dresdens." Heft 22), Buchdruckerei der Wilhelm und Bertha von Baensch Stiftung, Dresden 1912, S. 75.
- ↑ "1715: Franckenbergweg (Riß VIII/5/5 a–g). 18. Jh.: Felder auffn Franckenberg am Kohl Weg (Riß VIII/ 1/28b)." In: Frankenberg | † (Wüstung). sö Dresden, Kreisfr. Stadt Dresden im HOV.
- ↑ CDS HAUPTTEIL II, Die Urkunden der Städte und geistlichen Institutionen in Sachsen, Band 1: Urkundenbuch des Hochstifts Meißen, Band I, hrsg. von E[rnst] G[otthelf] Gersdorf, Leipzig 1864, S. 213, Urkunde 274
- ↑ Leipen (3) (Lippen) | † (Wüstung) im Historischen Ortsverzeichnis von Sachsen (HOV).
- ↑ Martin Bernhard Lindau: Geschichte der königlichen Haupt- und Residenzstadt Dresden. 2. verbesserte Auflage, Dresden 1885 (SLUB Digitalisat), Bd. 1, S. 111
- ↑ STANISLAW-KEMENAH, Alexandra-Kathrin: Kirche, geistliches Leben und Schulwesen im Spätmittelalter, in: Geschichte der Stadt Dresden, Stuttgart 2005, S. 244
- ↑ U 1816.
- ↑ LINDAU, Geschichte der königlichen Haupt- und Residenzstadt, 2. verbesserte Aufl., Dresden 1885 , Bd. 1, S. 85, unter Bezug auf WECK, Anton:...Dresden..., Nürnberg 1680 SLUB
- ↑ CDS HAUPTTEIL II, Die Urkunden der Städte und geistlichen Institutionen in Sachsen, Band 1: Urkundenbuch des Hochstifts Meißen, Band I, hrsg. von E[rnst] G[otthelf] Gersdorf, Leipzig 1864, S. 219, Urkunde 282
- ↑ RDMM 254.
- ↑ Grünpraschütz † (Wüstung) im HOV.
- ↑ Grünpraschütz (Wstg.) s. Dresden im Repertorium Saxonicum.
- ↑ Cloden im HOV (Historischen Ortsverzeichnis von Sachsen).
- ↑ Cop. 40, 95.
- ↑ AEB Dr. 21c, 302.