Johann Christian Klengel

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Johann Christian Klengel
Grabstätte Johann Christian Klengels auf dem Eliasfriedhof

Johann Christian Klengel (* 5. April 1751 in Kesselsdorf; † 19. Dezember 1824 in Dresden) war Landschafts- und Tiermaler. Außerdem schuf er Bildnisse in ganzen Figuren.

Inhaltsverzeichnis

[Bearbeiten] Leben und Wirken

Klengel war der Sohn eines armen Bauern. Als Hirtenjunge bewegte er sich viel in der Natur und lernte sie lieben. Der Vater schickte ihn nach Dresden in die Buchbinderlehre. Sein Meister stand in Verbindung mit Christian Ludwig von Hagedorn, der sein Talent erkannte. An der Dresdner Kunstakademie wurde Klengel von Charles Hutin, Christian Gottlieb Mietzsch und Adrian Zingg ausgebildet, bei Bernardo Bellotto belegte er Perspektive. Dank Christian Wilhelm Ernst Dietrich entschied sich Klengel für die Landschafts- und Tiermalerei. Er eignete sich dessen Stil so perfekt an, dass seine Arbeiten häufig für Werke Dietrichs gehalten wurden. Dank seiner Förderer erhielt Klengel ohne Dienststellung am Hofe ein festes Gehalt.

1777 wurde Klengel Mitglied der Akademie der bildenden Künste zu Dresden, 1786 Ehrenmitglied der Akademie zu Berlin. 1790 unternahm er eine Reise nach Rom. Ab 1800 lehrte er als außerordentlicher Professor an der Kunstakademie in Dresden. Er wohnte damals in der Landhausgasse,[1] später in der Langen Gasse. Carl Christian Vogel von Vogelstein hat ihn porträtiert (heute im Kupferstich-Kabinett). Klengel prägte in dieser Zeit die Dresdner Landschaftsmalerei maßgeblich. Auch Caspar David Friedrich hat er beeinflusst. Sein künstlerisches Credo äußerte er gegenüber Carl Gustav Carus: „Was wollen Sie. Die Landschaft hat ja doch nur zwei Zielpunkte: der eine ist Ruysdael, der andere Claude! Man muß den einen oder den anderen Weg gehen! Entweder die reine Natur oder das Ideal - dazwischen liegt ja lauter Konfusion!“ 1816 wurde Klengel zum ordentlichen Professor ernannt. Erst mit Ludwig Richter wurde die akademische Landschaftsmalerei später wieder besetzt.

Klengel fand auf dem Eliasfriedhof die letzte Ruhe, wo auch sein Sohn August Alexander Klengel beigesetzt wurde.

[Bearbeiten] Werke

Dorf Plauen, um 1790

Klengel gab 1812 und 1824 Sammlungen von Bildern der schönsten sächsischen Gegenden heraus, deren Kontur leicht radiert, das übrige aber alles mit eigener Hand von ihm ausgemalt wurde. Sie dominierten lange Zeit den Unterricht, bis sie als zu schematisch verworfen wurden. Klengels Heimatbilder zeichnen sich vor allem durch treue Wiedergabe aus. Ein Teil wurde von der Hilscherschen Buchandlung gedruckt. Neben zahlreichen Ölgemälden schuf er Aquarelle und Zeichnungen. Sein aus Landschaften, Tiergruppen und ländlichen Figuren bestehendes radiertes Werk umfasst 304 Platten. Bei der Gesamtausgabe wurden kleinere Platten auf einem Blatte abgedruckt, sodass es in 149 Blättern vollständig ist. 1819 und 1821 war Klengel auf Dresdner akademischen Kunstausstellungen vertreten mit: "Kuchenbacken in einem Bauernhause am Vorabende der Kirchweih", "Abenddämmerung, Gegend bei Kulm in Böhmen" und "Eine Bauernfamile abends bei der Lampe am Ofen sitzend".[2] Die meisten seiner Bilder wanderten nach Polen und Russland, aber auch Johann Christoph Adelung besaß Werke von Klengel. Heute finden sich viele seiner Bilder im Kupferstich-Kabinett.[3] Bekannte Bilder Klengels sind:

[Bearbeiten] Quellen

[Bearbeiten] Einzelnachweise

  1. Dresdner Adressbuch, 1799
  2. Friedrich von Boetticher: "Malerwerke des 19. Jahrhunderts, Beitrag zur Kunstgeschichte". Bd. 1, 1899, S. 694
  3. Eintrag in den Staatlichen Kunstsammlungen Dresden Online Collection

[Bearbeiten] Weblinks

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