Hans Poelzig

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Hans Poelzig
Volkstedter Pavillon, Jahresschau Deutscher Arbeit
Entwurf eines Holzhauses für die Deutschen Werkstätten

Hans Poelzig (* 30. April 1869 in Berlin; † 14. Juni 1936 in Berlin) war ein bedeutender Architekt der Neuen Sachlichkeit. Er gehörte zu den führenden Vertretern der Werkbundidee in Dresden und ganz Deutschland. Aufgrund seiner kurzen Tätigkeit in Dresden und der damaligen Zeitumstände zum Ende des Ersten Weltkriegs konnte Poelzig hier nur wenige Bauwerke schaffen. Seinen Ruhm begründeten vor allem seine späteren Bauten in Berlin, beispielsweise das Haus des Rundfunks in Charlottenburg, Masurenallee.

[Bearbeiten] Leben und Wirken

Nach einem Studium an der Technischen Hochschule in Charlottenburg wurde Poelzig 1909 zum Regierungsbaumeister im Ministerium für öffentliche Arbeiten berufen.

Von 1900 bis 1916 lehrte Poelzig in Breslau an der Kunst- und Kunstgewerbeschule, der er ab 1903 als Direktor vorstand.[1] Max Wislicenus, Wanda Bibrowicz und Karl Hanusch gehörten zu seinen Mitarbeitern. An den Planungen und Bauten der Jahrhundertausstellung des Jahres 1913 war Poelzig maßgeblich beteiligt. Mehrere seiner ehemaligen Schüler gehörten in Breslau später zu den Architekten der Versuchssiedlung des Deutschen Werkbundes. Schon während seiner Breslauer Zeit galt Poelzig als bedeutender Architekt der Moderne. So gilt das von ihm entworfene Bürohaus der Junkernstraße-Baugesellschaft in Breslau als Konzept eines ersten Co-Workingspace, das durch seine Rahmenkonstruktion und den großen horizontalen Fensterflächen architektonisch Maßstäbe setzte.

1916 wurde Poelzig in der Nachfolge von Hans Erlwein Stadtbaurat in Dresden. 1919 übernahm er den Vorsitz des Deutschen Werkbundes (bis 1921) Die Dürerbund-Werkbund-Genossenschaft unterstützte er als Berater. Poelzig lehrte an der TH Dresden "Stegreifentwerfen, Baukunst"[2] sowie auch an der Dresdner Kunstakademie, wo Edmund Schuchardt zu seinen Schülern gehörte. Er holte die Designerin Wanda Bibrowicz aus Breslau nach Dresden. Poelzig wohnte Kaitzer Straße 9.[3] 1920 verließ er Dresden, ihm folgte Paul Wolf als Stadtbaurat.

In Berlin erhielt Poelzig ein Meisteratelier der Preußischen Akademie der Künste und war ab 1924 zusätzlich Professor an der Technischen Hochschule, ab 1922 Mitglied der Preußischen Akademie der Künste und von 1932 bis 1935 deren Vizepräsident. Von 1926 bis 1933 gehörte er dem Vorstand des Bundes Deutscher Architekten an, am 1. Januar 1933 wurde er zum Direktor der Vereinigten Staatsschulen für freie und angewandte Kunst berufen. Mart Stam arbeitete in Berlin zeitweise für ihn, mit Heinrich Tessenow stand er in regem Austausch.[4] Nach seiner Entlassung durch die Nationalsozialisten wollte Poelzig in die Türkei emigrieren, verstarb jedoch kurz vorher.

[Bearbeiten] Familie

Poelzig war der uneheliche Sohn einer thüringischen Gräfin und als solcher mit der ernestinischen Linie der Wettiner verwandt. Aus seinen zwei Ehen mit Maria geb. Voss (1899) und der Bildhauerin und Architektin Marlene geb. Moeschke (1924) hatte Poelzig insgesamt vier Söhne und drei Töchter, die teilweise wiederum eine künstlerische Laufbahn einschlugen. Ruth Poelzig-Ockel (1904–1996) war eine Kabarettistin und Schauspielerin, Peter Poelzig (1906-1981) lehrte Architektur an der TU Berlin.[5],[6]

[Bearbeiten] Werke in Dresden

[Bearbeiten] Entwürfe in Dresden

Poelzig schuf während seiner Dresdner Zeit bzw. später für Dresden stark beachtete Entwürfe, beispielsweise für Schulbauten in der Nähe der Zionskirche, ein Stadthaus, eine Feuerwache, einen Museumskomplex und einen Konzertsaal.

[Bearbeiten] Bauten in der Partnerstadt Breslau

[Bearbeiten] Quellen

[Bearbeiten] Einzelnachweise

  1. Hans Poelzig: Revolution in Schlesien, von Bernhard Schulz
  2. Niels-Christian Fritsche: Geschichte der künstlerischen Grundlagenausbildung an der Technischen Universität Dresden
  3. Adressbuch für Dresden und Vororte, 1918
  4. Julius Posener: Zwei Lehrer: Heinrich Tessenow und Hans Poelzig, Wissenschaft und Gesellschaft, pp 363-371
  5. Schirren, Matthias, "Poelzig, Hans" in: Neue Deutsche Biographie 20 (2001), S. 565-567
  6. Matthias Donath, Poelzig, Hans, in: Sächsische Biografie, hrsg. vom Institut für Sächsische Geschichte und Volkskunde e. V., bearb. von Martina Schattkowsky
  7. Lingner Mausoleum im Park vom Lingnerschloß Zeitlose Schönheit einer modernen Form

[Bearbeiten] Weblinks

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