Äußere Neustadt

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Louisenstraße

Die Äußere Neustadt ist ein Stadtteil von Dresden. Sie wird auch als Antonstadt (nach dem sächsischen König Anton) bezeichnet. Gemeint ist der Teil der Neustadt, der sich vor den Mauern des ehemaligen Altendresden (heute Innere Neustadt) befand.

Die Grenzen des Viertels werden von der Königsbrücker Straße im Westen, dem Bischofsweg und dem Alaunplatz im Norden, der Prießnitz im Osten und der Bautzner Straße im Süden beschrieben, also dem sogenannten BRN-Bereich entsprechend. Im alltäglichen Umgang zählt man aber auch angrenzende Gebiete wie z. B. das Hechtviertel hinzu, obwohl es eigentlich zur Leipziger Vorstadt gehört. Weitere historische Namen für die Äußere Neustadt sind Scheunenhöfe und Auf dem Sande.

Inhaltsverzeichnis

[Bearbeiten] Geschichte

Vom Schwarzen Tor erstreckte sich im Mittelalter die Dresdner Heide. Beim Festungsbau wurde der Wald abgeholzt und eine riesige Sandfläche entstand, auf dem die Scheunenhöfe der Bürger lagen. Auch ein Kammerdiener hatte hier sein Anwesen. In der Nähe wurde der Innere Neustädter Friedhof angelegt.

Im frühen 18. Jahrhundert begann eine intensivere Bebauung des Gebiets. Aus dieser Zeit existiert heute nur noch das Haus Louisenstraße 59. 1745 wurden die meisten der noch heute existierenden Straßen angelegt. In dieser Zeit (1751) entstand auch der heute älteste Jüdische Friedhof Sachsens. Seit 1763 spricht man von den Dresdner Vororten Auf dem Sande und Neuer Anbau, die vor dem Schwarzen Tor der Stadtmauer der Inneren Neustadt entstanden[1]. 1811 entsteht vor dem Tor der Bautzner Platz, der von Johann Gottlob Hauptmann als Sternplatz konzipiert wurde. Gottlob Friedrich Thormeyer entwickelte diesen Plan weiter und plante die weiteren von diesem Platz aus gehenden Straßenzüge. 1832 wurden diese zum neuen Vorort zusammen geschlossen, nach Dresden eingemeindet und zu Ehren des Königs Anton als "Antonstadt" bezeichnet.

Erste Betriebe siedelten sich an, unter anderem eine Gießerei, eine Alaunfluss-Siederei und eine Zichorienfabrik. Eine der bedeutendsten Firmen errichteten die Geschäftsleute Gottfried Heinrich Christoph Jordan und Friedrich Timäus 1823: Die Chocoladen- und Cichorienfabrik zwischen der heutigen Timaeusstraße und Jordanstraße. Hier stellten sie im Jahre 1839 die erste Milchschokolade der Welt her. Zum Ende des 19. Jahrhunderts boomte das Viertel, viele der heute charakteristischen Häuser sind in dieser Zeit entstanden. Die Äußere Neustadt gehört in der Gegenwart zu den größten Stadtgebieten mit geschlossener Gründerzeitbebauung in Deutschland.

Bekannt ist die Äußere Neustadt als größtes Kneipenviertel Dresdens und angeblich auch als größtes Szeneviertel Deutschlands. Ebenfalls einen großen Bekanntheitsgrad besitzt das alternative Stadtteilfest Bunte Republik Neustadt und die vielen bemalten Hausfassaden.

[Bearbeiten] Einzelnachweise

  1. Das alte Dresden, Geschichte seiner Bauten, Fritz Löffler, Sachsenverlag Dresden 1958, Seite 409

[Bearbeiten] Literatur

[Bearbeiten] Weblinks

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