Güterbahnhof Dresden-Neustadt

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Die Entwurfplanung für den neuen Bahnhof Dresden-Neustadt von Otto Klette (1850-1897) aus dem Jahr 1895 (Personenzuggleise und die zugehörigen Anlagen sind in roter, Güterzuggleise und die zugehörigen Anlagen in blauer Farbe dargestellt.)
ehem. Güterabfertigung

Der Güterbahnhof Dresden-Neustadt befindet sich an der Gehestraße und der Erfurter Straße angrenzend an Pieschen. Von der Marienbrücke kommend schwenkt in Fahrtrichtung links kurz vor dem Neustädter Bahnhof ein Gleis (früher waren es zwei) von der Hauptstrecke ab. Früher lag der Neustädter Bahnhof in einem Gleisdreieck, so konnte der Güterbahnhof auch aus Richtung Klotzsche erreicht werden. Die Ausfahrt des Güterbahnhofs Richtung Coswig liegt parallel zum S-Bahnhaltepunkt Dresden-Pieschen.

[Bearbeiten] Geschichte

Der Bahnhof bestand und besteht aus drei Teilen:

Die ältesten heute noch erhaltenen Gebäude, z.B. Teile des ehemaligen Empfangsgebäudes, der Güterhallen und des Zollgüterschuppens des ehemaligen Leipziger Bahnhofs stammen aus dem Jahre 1857 und stehen heute unter Denkmalschutz.

Nach dem Bau des Neustädter Bahnhofs entstand in Ergänzung des neuen Güterbahnhofs Friedrichstadt ab 1898 aus dem Leipziger Bahnhof ein Güterbahnhof zwischen Harkortstraße und Erfurter Straße mit folgenden Schwerpunktaufgaben:

Auf dem Gelände des ehemaligen Leipziger Bahnhofs, direkt neben den Abstellgleisen des alten Zollgüterschuppens, gab es eine Gleisverbindung zum einige Zeit selbstständigen Bahnhofs Dresden-Elbufer (Neustadt). Später wurde dieser Bahnhof in die Abwicklung des Neustädter Güterbahnhofs integriert. Von diesem Bahnhof gab es mehrere Gleisanschlüsse zum alten Winterhafen an der Elbe.

Güterbahnhof Dresden-Neustadt, 1968 erbauter Containerbahnhof
Bahnanlagen heute

Bis etwa 1965 wurden zum Rangieren auf dem Bahnhof noch Dampfloks der Baureihen 89.2 und 94.20 eingesetzt. 1968 wurde zwischen dem Moritzburger Platz und der Erfurter Straße ein neuer Containerbahnhof mit zwei damals sehr modernen Container-Portalkränen dem Verkehr übergeben – die einzigste Anlage dieser Art im Großraum Dresden. Beide Kräne hatten ein Traggewicht von jeweils 40 Tonnen. Zu DDR-Zeiten wurden auf dem Containerbahnhof Ganzzüge zum Überseehafen Rostock zusammen gestellt, die über Berlin liefen. Nach 1990 wurde der Containerbahnhof vor allem im grenzüberschreitenden Verkehr in Richtung Tschechische Republik genutzt.

Die Laderampe auf dem Gelände des ehemaligen Leipziger Bahnhofs wurde zu DDR-Zeiten auch oft für Militärtransporte der Sowjetarmee und der Nationalen Volksarmee genutzt. Im Sommer 1992 wurden beim Truppenabzug der Gruppe der sowjetischen Streitkräfte in Deutschland (GSSD) große Teile der in den Kasernen der Dresdner Albertstadt stationierten 1. Gardepanzerarmee der Russischen Armee über die Kopf- und Seitenrampen im Güterbahnhof Neustadt nach Russland verladen (siehe Weblink unten).

Ab 1989 wurden die privaten Gleisanschlüsse von diesem Bahnhof zu verschiedenen Betrieben (wie z.B. zu einer am Neustädter Bahnhof gelegenen Druckerei) eingestellt. Dagegen wurden auch noch nach der politischen Wende in der DDR sogenannte „Brückenzüge“ zwischen dem Güterbahnhof Dresden-Friedrichstadt und dem Neustädter Güterbahnhof, meist bespannt mit einer Diesellok der Baureihe 346, gefahren.

Durch den Rückgang im Güterverkehr, die Verlegung des Containerterminals in den Güterbahnhof Dresden-Friedrichstadt und die Umstrukturierung der Verkehrsadern (Güterzüge, egal aus welcher Richtung, werden grundsätzlich über den Güterbahnhof Friedrichstadt geleitet, dafür Personenzüge Richtung Coswig hauptsächlich über den Neustädter Bahnhof) hat die Anlage fast vollständig an Bedeutung verloren. Lediglich einige wenige Personenzüge wurden im Rahmen des Umbaus des Neustädter Bahnhofs durch den Güterbahnhof geleitet, wobei auch in unmittelbarer Nähe zum Personenbahnhof ein provisorischer Bahnsteig "Dresden-Neustadt Gleis 10" errichtet wurde. Auch wurde er bis zur Eröffnung der ICE-Abstellanlage in Reick gelegentlich zur Abstellung von ICE-Zügen genutzt.

[Bearbeiten] Literatur

[Bearbeiten] Weblinks

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