Fritz Leopold Hennig

Stadtwiki Dresden - Freiraum für Ideen und Wissen über Dresden
Wechseln zu: Navigation, Suche
F. L. Hennig, 1947

Fritz Leopold Hennig (* 17. März 1895 in Danzig; † 29. März 1951 in Dresden) war ein deutscher Maler und Grafiker, dessen vielseitiges Werk stilistisch dem Zeitgeschmack des ausgehenden 19. Jahrhunderts und des Beginns des 20. Jahrhunderts zuzuordnen ist. Er malte vorwiegend Ölbilder, wandte aber auch andere Techniken an (Linolschnitt, Federzeichnung und Kaltnadelradierung). Neben seinem künstlerischen Werk als Maler, Grafiker und Fotograf verfasste er Romane und ein Bühnenstück.

Inhaltsverzeichnis

[Bearbeiten] Leben

Fritz Leopold Hennig wurde als drittes Kind des Medizinalrats Dr. med. Louis Arthur Hennig (* 1863 in Königsberg; † 1916?) und dessen Ehefrau Anna Julie Theodora Hennig, geb. Müller (* 1869 in Danzig; † 1937 in Danzig) in Danzig geboren. Sein älterer Bruder Hans praktizierte bis Ende der 1930er-Jahre als niedergelassener Arzt in Danzig. Seine ältere Schwester Margarete Sophia starb kurz vor Vollendung ihres 22. Lebensjahres. Über die frühen Jahre von Fritz Leopold Hennig ist nichts Näheres bekannt. Er war viermal verheiratet. Aus der ersten Ehe (1920) mit Frau Anna Gertrud Hennig, geb. Kirschberger (* 1896 in Danzig; † 1965 in Berlin), stammt der Sohn Heinz Wolfgang Hennig (* 1921 in Danzig; † 1994 in Berlin), welcher Journalist war. Der zweiten Ehe mit Herta Hennig, geb. Hopp (1927), entstammen die Töchter Gisela (* 1928), welche später Schauspielerin geworden ist, und Hannelore (* 1930). Der dritten Ehe (1941) mit Ursula Hennig, geb. Steinbicker (* 1921 in Ruß/Ostpreußen; † 2004 in Buchen, später verheiratet mit Siegfried Melzer; sie sang später unter dem Namen Ursula Challier), entstammen die Söhne Friedrich Arthur Wolfgang (* 1941 in Dresden; † 2010 in Buchen) und Olaf-Dieter (* 1942 in Dresden). Der vierten Ehe (1948) mit Ingrid Luther, geb. Lamprecht (* 1926 in Klein Stirlack/Ostpreußen; † 2005 in Dresden, später verheiratet mit Manfred Luther), entstammt der Sohn Fritz (* 1949 in Dresden). Hennig hatte eine hervorragende Allgemeinbildung und umgab sich gern mit bekannten Persönlichkeiten seiner Zeit, z. B. Kammersänger Josef Herrmann, Tino Pattiera sowie dem Radeberger Heimatdichter Hans Franke. Er war bekennender Atheist. F. L. Hennig war seit 1940 Mitglied der Reichskammer der bildenden Künste Berlin. Später wirkte er bis zu seinem Ableben in der Goethe-Gesellschaft Weimar mit. Sein Grab befand sich bis zur Auflassung 1961 auf dem Friedhof Dresden-Loschwitz.

[Bearbeiten] Als Soldat im Krieg

Am Ersten Weltkrieg nahm er als Marineflugzeugführer teil. Einen Flugzeugabsturz in Warnemünde mit einer Rumpler am 28. Januar 1916 überlebte er mit einigen Verletzungen. Am 17. März 1916, seinem 21. Geburtstag, geriet er nach einem erneuten Abschuss (Wasserung) im Mittelmeer nahe der Insel Lemnos in englische Kriegsgefangenschaft.[1] Am 17. Mai 1918 wurde ihm durch Wilhelm Fürst von Hohenzollern (1864–1927) der Bene Merenti-Orden verliehen.

[Bearbeiten] Beruflicher Werdegang

Hennig studierte Malerei und Grafik an der Kunstakademie in Dresden (1918? bis 1921?) und schloss sein Studium als akademischer Kunstmaler und Grafiker ab. Erste Inspirationen bekam er durch seine Kontakte zu ehemaligen Mitgliedern der Künstlergruppe KG Brücke, die sich 1913 aufgelöst hat. Er schätzte besonders Emil Nolde, Max Pechstein und Ernst Ludwig Kirchner. Er lebte in den späten 20-er und den 30-er Jahren in Zoppot (Danzig) als Grafiker, Kunstmaler und Gestalter (u. a. Plakat für die Richard-Wagner Festspiele der dortigen Waldbühne [1931]; Ausmalung des Casinos in Zoppot [1929]; Plakate für die Zoppoter Kurdirektion; künstlerische Leitung des Zoppoter Kinderfestes; Gestaltung von Ehren-Urkunden). Von dieser Zeit an begann seine Tätigkeiten als Autor von drei Romanen („Zoppot – Endstation“ 1941; „Der Eisheilige“ 1942; „Geraubte Klänge“ 1943, Widder-Verlag Leipzig), von Kindergeschichten (unveröffentlicht) und von Komödien (unveröffentlicht).

Der für seine Seestücke bekannte Landschafts- und Marinemaler Geo Fürst (1888 Nürnberg - 1964 München) wurde auf Malta von F. L. Hennig[2] künstlerisch beeinflusst.

Ab 1945 gründete und leitete Hennig die Lehrwerkstätten für Kunst und Kunstgewerbe in Dresden (1. Malschule in Dresden). Mit Unterstützung des Kulturamtes des Rates der Stadt Dresden wurde ihm die Strehlener Villa in der August-Bebel-Straße 12 (jetzt Studentenhaus Tusculum) mit einer Wohnung nebst Atelier zur Verfügung gestellt. In dieser Zeit wurde ihm auch der Titel Professor von den sowjetischen Besatzungsbehörden verliehen. Er bildete seine Studenten kostenlos aus. Sie mussten im Winterhalbjahr Heizmaterial mitbringen. Sie wurden in das Handwerk der Malerei und deren Techniken der Ölmalerei z.B. mit Motiven des Königsees, von Blumensträußen, Landschaften, Jagdszenen und Porträts unterrichtet. Auch gab es Unterweisungen des Braundruckes mit Hilfe von Linoleumplatten (siehe Frauenkirche) und der Kaltnadelradierung.

Durch die politische Umbruchzeit und die Zeit des Neuaufbaues wechselten von 1945-1950 die Oberbürgermeister mehrfach (Rudolf Kluge, Rudolf Friedrichs, Johannes Müller, Gustav Leißner, Walter Weidauer), einhergehend auch das Personal in den Ämtern, sodass die Kunstförderer von F. L. Hennig nicht mehr im Amt waren. Durch seinen Erfolg kam er jedoch in die Situation, für die Malschule Wolfgang Hennig als Verkäufer und Guenther Ehlers als Geschäftsführer anzustellen. Diese Betriebsform passte nicht in die damalige politische Denkweise. Im Zuge ungünstiger Umstände und der aufkeimenden Missgunst kam es 1949 zur Auflösung seiner Lehrwerkstätten. Seither arbeitete er freiberuflich als Kunstmaler, Grafiker und Autor in Dresden auf in Alpenstraße 2 (Gemälde u. a. für den stellvertretenden Ministerpräsidenten der DDR Hermann Kastner [1] und für den ersten Ministerpräsidenten Sachsens nach dem Krieg Rudolf Friedrichs sowie Gestaltungsentwürfe für den Circus Aeros).

Hennig trat auch als Autor der Operette „Nun schlägt’s 13“ in Erscheinung. Sie wurde 1948 in Wurzen uraufgeführt und in Annaberg-Buchholz und Senftenberg nachgespielt. 1950 sendete der Mitteldeutsche Rundfunk/Landessender Dresden Ausschnitte aus dieser Operette.

[Bearbeiten] Schüler der 1. Malschule

[Bearbeiten] Mitarbeiter der 1. Malschule

Carl Steinbicker (Vater von Ursula Hennig; Hausmeister); Karl-Heinz Dreyer (Atelierangestellter)

[Bearbeiten] Werke von Fritz Leopold Hennig

[Bearbeiten] Quellen

  1. Bernhard Diebold: Das Buch der guten Werke 1914 – 1918. Societäts-Verlag, Frankfurt a. M. 1932, S. 193.
  2. Nürnberger Künstlerlexikon, ISBN 978-3-598-11763-3, 2007, S. 435

[Bearbeiten] Weblinks

Meine Werkzeuge
Namensräume
Varianten
Aktionen
Navigation
Werkzeuge