Taschenbergpalais

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Ansicht 1990
Taschenbergpalais

Das Taschenbergpalais ist ein Palais in der historischen Altstadt von Dresden, zwischen dem Schloss, Postplatz und Zwinger gelegen.

[Bearbeiten] Geschichte

Das Palais wurde 1706 durch August dem Starken (1670-1733) als erster großer Auftrag an seinen damals neuen Landbaumeister Matthäus Daniel Pöppelmann (1662-1736) in Auftrag gegeben und war für die Mätresse des sächsischen Kurfürsten Anna Constantia Reichsgräfin von Cosel (1680-1765) bestimmt. Der Mittelbau war besonders reich ornamentiert und wurde 1711 fertig gestellt.

Seinen Namen erhielt es nach dem Taschenberg, einer kleinen Bodenerhebung am Elbufer. Am Bau des Hauses soll auch Johann Friedrich Karcher (1650-1726), der kursächsisch-polnische Oberlandbaumeister und Vorgesetzter von Pöppelmann mit beteiligt gewesen sein. Aufgrund der orientalischen Einrichtung wurde es auch "Türkisches Haus" genannt, jedoch wurde dieses Interieur schon 1718 wieder entfernt. Zu diesem Zeitpunkt war Gräfin Cosel bereits Gefangene auf der Burg Stolpen, nachdem sie bei August dem Starken in Ungnade gefallen war.

Ab 1719 bewohnten die kurfürstlichen Prinzen das Taschenbergpalais. Dafür wurde der Palaisbau später auch umgebaut, wobei er durch die zwei Seitenflügel - 1756 und 1763 errichtet - vergrößert wurde. Bei den Luftangriffen vom 13./14. Februar wurde das Gebäude schwer beschädigt und brannte vollständig aus. Anders als bei der benachbarten Sophienkirche konnte man sich nach 1945 nicht entschließen, diese Ruine abzureißen. Obwohl es dazu konkrete Pläne gab, fehlten jedoch zu DDR-Zeiten die finanziellen Mittel, um das Palais wieder aufzubauen, wodurch die Außenmauern als abgebrannte Ruine bis 1990 unverändert stehen blieben.

Zwischen 1992 und 1995 erfolgte ein Wiederaufbau des Taschenbergpalais, der einem Neubau gleich kam. Am 31. März 1995 wurde das neue 5-Sterne-Hotel der Kempinski-Hotelkette eröffnet, in dem seitdem viele Prominente übernachtet haben, unter anderem im Juni 2009 Barack Obama, Präsident der USA.

[Bearbeiten] Literatur

[Bearbeiten] Weblinks

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