Ingrid Luther

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Ingrid Luther gestaltet ein Blumen-Stillleben in Öl, 1947
Ingrid Luther, 1977 (Foto: Olaf D. Hennig)
Panoramablick auf Dresden vor 1945

Ingrid Luther (geb. Lamprecht, verw. Hennig, * 17. Juni 1926 in Klein-Stirlack (Ostpreußen, Kreis Lötzen); † 16. Dezember 2005 in Dresden) war eine Dresdner Malerin.

[Bearbeiten] Leben und Wirken

Ingrid Luther war die Tochter von Maria Lamprecht, geb. Wichert (* 1896, † 1987 in Dresden), und Ernst Lamprecht (* 1898, † 1975 in Neu-Wulmstorf/Harburg). Sie wuchs mit ihrem Bruder Dietrich Lamprecht (* 25. April 1923, † 31. Mai 1944 gefallen durch Versenkung seines U-Bootes 289[1]) auf einem großen Dreiseitenhof auf und besuchte das Gymnasium in Rastenburg (jetzt Ketrzyn, Kreis Lötzen). Durch die Kriegseinwirkungen konnte ein Abschluss nicht dokumentiert werden.

Auf Anraten des Hauptmanns Rudolf Ermann von der in der Nähe stationierten Flugabwehr reiste sie nach Dresden und traf am 3. Februar 1945, zehn Tage vor den Bombenangriffen, ein. In diesen 10 Tagen ging sie in der Weintraubenstraße 3 zur Schule „Oberschule für Mädchen Dresden-Neustadt“ (Heute: Romain-Rolland-Gymnasium Dresden). In dieser Zeit lernte Ingrid Luther ihre langjährige Freundin Christa Kittel (geb. Reuter) kennen. Nach dem Kriegsende und den Wirren des Umbruches entstand durch glückliche Umstände (Zeitungsannonce) ein Kontakt mit der "Ersten Malschule" Dresdens in der August-Bebel-Straße 12. Ab 1945 begann Ingrid Luther eine Ausbildung zur Kunstmalerin unter der Leitung von Prof. Fritz Leopold Hennig. Hennig hatte eine hervorragende Allgemeinbildung und umgab sich gerne mit Berühmtheiten seiner Zeit, etwa den Kammersängern Josef Herrmann, Tino Pattiera sowie dem Radeberger Heimatdichter Hans Franke. Hennigs Zuneigung für seine Schülerin und dem Umstand geschuldet, das seine Frau Ursula Hennig (später Melzer; Pseudonym als Sängerin: Ursula Challier) ihn verlassen hatte, gab er ihr den Status "Tochter des Hauses" (Veraltete Anrede für eine jüngere unverheiratet weibliche Person.) Sie wohnten in der Villa August-Bebel-Straße 12 (jetzt Studentenhaus Tusculum). Im Verlaufe der Zeit und der täglichen Arbeit heirateten sie 1948. Bei ihrer Ausbildung in der Malschule lernte Ingrid Luther die Grundkenntnisse der Kunstmalerei: Porträts, Stillleben, Meermotive, Landschaftsmalerei, Übersetzung von kleineren Formaten auf größere, Vorarbeiten wie das Ausrichten der Holzrahmen und Beziehen mit Leinwand, Grundierungsarbeiten, die Aufteilung und Auftragung des Motives mit Kohle auf ein beliebiges großes Format, Ausführen der Ölarbeit, Mischtechnik sowie die Konservierung des fertigen Gemäldes. In der Malschule traf Ingrid Luther ihre langjährige Freundin Christa Kittel wieder.

Aufgrund ungünstiger Umstände kam es 1949 zur Auflösung der Ersten Malschule. Gleichzeitig erfolgte der Familien-Umzug nach Oberloschwitz an die Alpenstraße 2. Im selben Jahr kam Sohn Fritz zur Welt.

Nach dem Tod von Prof. Fritz Leopold Hennig 1951 arbeitete Ingrid Luther als selbstständige Kunstmalerin. Mit dem Verkauf von Ölgemälden arbeitete sie Schulden ab. Seit der Ankunft in der Malschule bis 1951 ernährte und versorgte sie die zwei Söhne Friedrich Arthur Wolfgang (19412010) und Olaf-Dieter (*1942), aus der Ehe von Fritz Leopold Hennig und Ursula Hennig, sowie später das gemeinsame Kind Fritz Hennig. Gleichzeitig musste sie ein Zimmer untervermieten. Zu ihrem Geburtstag am 17. Juni 1953 wartete sie vergebens auf Ihre Geburtstagsgäste, es der Tag des Volksaufstandes. In Dresden fuhren kaum Straßenbahnen es war ein Ausnahmezustand ausgerufen wurden und eine Ausgangssperre ab 21:00 Uhr verhängt. 1954 heiratete Ingrid Luther ihren Untermieter, den Künstler und Konstruktivisten Manfred Luther. Er war den Umgang mit Bleistift, Kohle und Tusche gewohnt, somit konnte er sich leichter auf die neuen Techniken konzentrieren, die ihn seine Frau lehrte. Sie konnte die philosophischen Aufzeichnungen von Manfred Luther gut unterstützen, weil sie schnell auf der Schreibmaschine schreiben konnte. (Alle Aufzeichnungen wurden mit einer Schreibmaschine Erika erstellt.)

Ingrid Luther war handwerklich begabt und für das Kunstgewerbe der DDR tätig. Sie war zu mehreren Messeeinsätzen in Leipzig für den VEB Solidor tätig, der u. a. Reißverschlüsse, Nadeln, Metallwaren, Regenschirme, Bürotechnik und -Maschinen produzierte. Dort erstellte sie Märchenfiguren und Ornamente aus den Produkten des Betriebs, vorwiegend mit verschiedenfarbigen Stecknadeln, aber auch mit Sattler-, Chirurgie- und anderen Nadeln.

Nach dem Tod ihres Vaters Ernst Lamprecht holte Ingrid Luther ihre Mutter nach Dresden und versorgte sie hier bis zum Ableben.

Langjährige Freundschaften verband sie mit den Familien Charlotte und Ernst Hassebrauk[2] (Maler und Zeichner), Christa und Eberhard Kittel, Hilde und Peter Damm (Hornist), Ingrid Adler (Kunsthistorikerin) und Karl-Heinz Adler (Maler, Grafiker und Konzeptkünstler). Ebenso mit Frau Jutta Rockstroh (Kabarett Die Herkuleskeule). Familiär verbunden war sie mit Gitta Schenk (adoptierte Hennig) und Benny Schenk. Er war der Leiter des „Benny Baree Quintett“ (Berlin). Viele Auftritte führten ihn ins Café Prag und ins DDR-Fernsehen.

Ingrid Luther ist auf dem Heidefriedhof begraben.

[Bearbeiten] Werke

[Bearbeiten] Ausstellungen (Auswahl)

[Bearbeiten] Öffentlich zugängliche Arbeiten

[Bearbeiten] Arbeiten:

[Bearbeiten] Literatur, Quellen und Zeitzeugen

  1. http://www.denkmalprojekt.org/u-boote/uboote_wk2/wk2_u289.htm
  2. Ernst Hassebrauk Graphik und Zeichnungen, Seite 100; Messedruck Leipzig; Druckgen.-Nr.: L 2125/85

[Bearbeiten] Weblinks

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