Anton Hallbauer

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Anton Hallbauer (* 11. April 1814 in Freiberg; † 1891 in Dresden) war ein deutscher Pädagoge, Mechaniker, Verwaltungsbeamter und königlich-sächsischer Finanz- sowie Direktionsrat der Königlichen Direktion der westlichen Staatseisenbahn sowie zuletzt Mitglied der Generaldirektion der Königlich Sächsischen Staatseisenbahnen.

[Bearbeiten] Familie

Anton Hallbauer war der Sohn des ehemaligen Korrektors im Buchverlag Göschen zu Leipzig, Carl Friedrich Hallbauer, auch Karl Friedrich Hallbauer (* Dezember 1775 in Leipzig; † 1825 in Freiberg) und dessen Ehefrau Ernestine geb. Anger. Sein Vater war seit 1809 fünfter Lehrer am Freiberger Gymnasium und veröffentlichte einige Bücher über Freiberg, die dortige Bürgerschule und schrieb Aufsätze und Gedichte.[1]

Anton Hallbauer heiratete Agnes Hallbauer geb. Breithaupt (* 1818 in Freiberg; † 1889 in Dresden), die Tochter des Mineralogen Johann Friedrich August Breithaupt (17911873) und dessen Ehefrau Agnes Ulrike geb. Winkler. Anton und Agnes Hallbauer hatten u.a. folgende Kinder.

[Bearbeiten] Leben und Wirken

Anton Hallbauer besuchte das Gymnasium in Freiberg und erhielt seine erste Ausbildung auf der königlichen Bergakademie in Freiberg. Danach wurde er im Bergamt Freiberg angestellt, wo er einige Jahre als Auditor arbeitete.

Nach einer Verfügung des Ministerium des Innern des Königreiches Sachsen vom 29. Februar 1840 wurde Hallbauer zum Lehrer der Mathematik an der „Königlichen Gewerb- und Baugewerkenschule zu Zittau“ ernannt, wo er die Stelle von Robert Maximilian Preßler einnahm, der als Professor für Mathematik an die Forstakademie nach Tharandt berufen wurde. Hallbauer selbst trat direkt nach der Berufung zuerst eine „gewerbwissenschaftliche“ Reise an. Er reiste in den Monaten Mai bis Juli 1840 dabei zuerst durch Deutschland, speziell durch die deutschen Rheinprovinzen, später auch durch Belgien, den Elsaß und die Schweiz. Am 15. August 1840 erfolge dann Hallbauers Amtsantritt an der Zittauer Gewerbschule.

Mit Betriebsbeginn der Sächsisch-Böhmischen Eisenbahn (SBE) ging Hallbauer 1848 nach Dresden, wo er Oberinspektor bei dieser Eisenbahngesellschaft wurde. Der Bau der Sächsisch-Böhmischen Eisenbahn wurde zwar bereits nach dem Staatsvertrag zwischen Sachsen und Österreich vom 9. August 1842 vereinbart, der Bau jedoch begann erst am 1. Dezember 1845. Der erste Teilabschnitt zwischen Dresden und Pirna wurde am 31. Juli 1848 feierlich eröffnet.[4] Hallbacher wohnte anfangs in der Liliengasse 18 im zweiten Obergeschoss.[5] 1853, zwei Jahre nach der Eröffnung der Gesamtstrecke von Bodenbach (heute Děčín/ Tschechische Republik) nach Dresden wurde Hallbauer zum Betriebs-Oberinspektor bei der SBE ernannt,[6] was er bis 1855 blieb.

Im gleichen Jahr wurde Hallbauer zum Direktionsrat bei der Sächsisch-Bayrischen Staats-Eisenbahn ernannt und zog nach Leipzig in die dortige Kohlenstraße 1.[7] Als Direktionsrat war Hallbauer direkt dem sächsischen Finanzministerium unterstellt. Die Sächsisch-Bayrische Eisenbahn-Compagnie wurde bereits am 12. Juni 1841 gegründet, aufgrund von finanziellen Problemen aber noch vor Fertigstellung der Gesamtstrecke am 1. April 1847 verstaatlicht.[8] Nach der Gründung der Königlichen Direktion der westlichen Staatseisenbahnen Sachsens 1858 blieb Hallbauer Direktionsrat im dortigen Vorstand.[9] 1859 wurde er erstmals mit dem Ritterkreuz ausgezeichnet, 1860 zog er in Leipzig in die Bayersche Straße 1.[10] 1865 wurde Hallbauer zum königlich-sächsischen Finanzrat ernannt.[11] Ab 1868 wird Hallbauer als Mitglied der Direktion der Königlichen Westlichen Staatseisenbahnen und fortan als Eisenbahndirektor angegeben.[12]

Siegelmarke der Generaldirektion

1869 ging Anton Hallbauer als Finanzrat zurück nach Dresden, wo er in die Ammonstraße 68 in das erste Obergeschoss zog.[13] 1870 wurde Hallbauer Mitglied der Generaldirektion der Königlichen Sächsischen Staatseisenbahnen.[14] 1874 zog er in die Lüttichaustraße 27.[15] 1880 wurde Hallbacher pensioniert.[16] Er wohnte zuletzt in einer Parterrewohnung in der Christianstraße 17 [17] und starb im Alter von 77 Jahren.

[Bearbeiten] Auszeichnungen (Auswahl)

[Bearbeiten] Quellen

[Bearbeiten] Einzelnachweise

  1. Hallbauer in: Das gelehrte Teuschland, oder Lexikon der jetzt lebenden teutschen Schriftsteller, 18. Band, Lemgo 1821, Onlineversion bei Google Books S. 31
  2. Adressbuch Dresden 1883, SLUB, S. 157
  3. Von der Kaltwasserkur bis zur physikalischen Therapie, Hubertus Averbeck, Europäischer Hochschulberlag Bremen 2012, Online-Leseprobe auf Google books, S. 400, ISBN 978-3-386741-782-2
  4. Die deutschsprachige Wikipedia zum Thema „Bahnstrecke Děčín–Dresden-Neustadt”
  5. Adressbuch Dresden 1849, SLUB, S. 50
  6. Adressbuch Dresden 1854, SLUB, S. 55
  7. Adressbuch Leipzig 1856, SLUB, S. 69
  8. Die deutschsprachige Wikipedia zum Thema „Sächsisch-Bayerische Eisenbahn-Compagnie”
  9. Adressbuch Leipzig 1859, SLUB, S. 104
  10. Adressbuch Leipzig 1861, SLUB, S. 107
  11. Adressbuch Leipzig 1866, SLUB, S. 139
  12. Adressbuch Leipzig 1869, SLUB, S. 165
  13. Adressbuch Dresden 1870, SLUB, S. 116
  14. Adressbuch Dresden 1871, SLUB, S. 119
  15. Adressbuch Dresden 1875, SLUB, S. 139
  16. Adressbuch Dresden 1881, SLUB, S. 172
  17. Adressbuch Dresden 1890, SLUB, S. 226
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