Schwebebahn

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Schwebebahn 1945
Schwebebahn am Loschwitzer Elbhang 2008
Schwebebahn 1910
Loschwitzer Elbhang mit Standseilbahn und Schwebebahn
Feuerwache Striesen bei Rettungsübung an der Schwebebahn

Die Loschwitzer Schwebebahn (auch im Hinblick auf die Standseilbahn als Schwebeseilbahn benannt) befindet sich in Loschwitz und verbindet mit dem unteren Bahnhof an der Pillnitzer Landstraße die dortigen Wohn- und Geschäftsviertel mit dem oberen Bahnhof an der Loschwitzhöhe am Elbhang. Sie dient den Touristen und Bewohnern von Dresden-Loschwitz als bequemes Verkehrsmittel nach Oberloschwitz mit seinen Villen und Heilstätten (Dr. Möllers Sanatorium und Dr. Weidners Sanatorium). Die Bergstation befindet sich am 1. Steinweg. Es werden auch Kinderwagen und Fahrräder befördert.

[Bearbeiten] Geschichte

Die Loschwitzer Schwebebahn gilt als erste Bergschwebebahn der Welt. Entwickelt hat sie der Ingenieur Eugen Langen (18331895), der auch die Wuppertaler Schwebebahn konstruierte und beide selbst Schwebebahn nannte. Bahntechnisch korrekt wäre dagegen die Bezeichnung Einschienenhängebahn.

Baubeginn der Bahn war 1898. Bereits nach zwei Jahren, 1900, fand der erste Probebetrieb statt. Die feierliche Eröffnung erfolgte am 6. Mai 1901. Als Betreiber der Bahn wurde eine extra Aktiengesellschaft gegründet, die „Dresdner Elektra AG“. Diese kaufte am oberen Ende der Bahn noch vor der Eröffnung der Schwebebahn auch das Areal der Ausflugsgaststätte, baute diese kurz nach der Inbetriebnahme um und betrieb sie weiter unter dem Namen „Schwebebahnhotel“. 1968 wegen baulicher Mängel geschlossen, wurde der Gaststätten- und Hotelkomplex der ehemaligen HOG Loschwitzhöhe leider 1977 abgerissen.

Am 4. Oktober 1932 war ein Möbelwagen in eine Gondel gefahren. Im Jahr 1962 kam es zu einem tödlichen Unglück, als das Zugseil aus einer Trommel gesprungen war und die Bahnleiterin bei einem Reparaturversuch vom Dach einer Kabine gegen die Hängevorrichtung gedrückt und zerquetscht wurde[1]. Des weiteren gab Unfälle 1998 und 2014.

Im Zweiten Weltkrieg wurde die Bahn nicht in Mitleidenschaft gezogen und blieb unzerstört - im Gegensatz zu der unweit des Bahnhofs errichteten Loschwitzer Kirche, die beim Bombenangriff 1945 getroffen wurde und von der danach jahrzehntelang nur noch die Ruinen standen. Die Kirche wurde nach 1991 wieder aufgebaut.

Obwohl als technisches Denkmal eingestuft, wurde die Schwebebahn zu DDR-Zeiten auf Verschleiß gefahren. Sie galt weniger als Attraktion und war mehr ein normales öffentliches Verkehrsmittel. Der Fahrpreis betrug bis 1984 10 Pfennig, Sammelfahrkarten für elf Fahrten gab es für eine Mark. Die Bahn konnte gegen einen Aufschlag auch in die Monatskarte der Dresdner Verkehrsbetriebe eingetragen werden. Die erste Fahrt begann wochentags 5:20 Uhr, samstags ab 6:44 Uhr und am Sonntag erst ab 9:00 Uhr. Der tägliche Betrieb dauerte jeweils bis 23:24 Uhr.

1984 musste die Bahn stillgelegt und einer umfangreichen Reparatur unterzogen werden. Die Sanierung dauerte bis 1992 und war mit ganzen acht Jahren etwa vier Mal so lang wie die ursprüngliche Bauzeit. Die komplette Anlage wurde abgebaut. Dabei kamen sowjetische Hubschrauber vom Typ Mi-8 zum Einsatz. Die demontierten Träger wurden zunächst auf den Blasewitzer Elbwiesen nahe der Poliklinik abgelegt.[2]

Am 14. Oktober 1998 leistete die Freiwillige Feuerwehr Bühlau Hilfe beim Entgleisungsunfall der Loschwitzer Schwebebahn auf dem Veilchenweg.

Im Rahmen einer umfangreichen Sanierung im Jahr 2002 wurde auch eine Aussichtsplattform mit herrlichem Blick auf das Blaue Wunder, vor allem wegen des herrlichen Fernblicks (Schneeberg, Tschechien) und über das Elbtal (vormittags sieht man am besten, sonst muss man gegen die Sonne blinzeln) und ein technisches Museum für die Antriebstechnik im Maschinenhaus geschaffen.

Das Seil, 390 Meter lang und 38 mm dicke, wurde 2017 ausgetauscht und eine neue Steuerung eingebaut. Seit einiger Zeit fährt sie ohne Fahrer und steht unter Denkmalschutz.

Am 6. Mai 2021 feiert die Schwebebahn 120-jähriges Bestehen.

[Bearbeiten] Technische Daten

Die Fahrstrecke der beiden wechselseitig betriebenen Wagen beträgt 274 Meter. Dabei ist immer ein Wagen in der Talstation, der zweite im Bergbahnhof. Beide Wagen laufen auf getrennten Schienen und treffen sich bei der Fahrt in der Mitte der Strecke. Dabei überwinden sie einen Höhenunterschied von 84 Metern. Die Bahn verläuft entgegen mancher Annahme nicht exakt gerade, sondern folgt kurz nach dem unteren Bahnhof in einer leichten Rechtskrümmung der Hanglage nach Oberloschwitz. 26 Stützen (ursprünglich 33 Stützen) halten die Stahlkonstruktion zwischen den beiden Endbahnhöfen.

Die reine Fahrzeit dauert drei Minuten. Die Fahrt kostet derzeit (Stand 2018) 4 Euro; Berg- und Talfahrt zusammen 5 Euro.

[Bearbeiten] Kontakt

Telefon: 0351-857-2410
Telefax: 0351-857-2413
E-Mail: bergbahn@dvbag.de

Für einen Besuch des Maschinenhauses wird um eine vorherige Anmeldung gebeten.

[Bearbeiten] Fotos

[Bearbeiten] Quellen

  1. Dresdner Monats-Blätter, September 1962, S. 24
  2. Dresden gestern und heute – Abbau der Schwebebahn 1984. In: DNN 7.1.2015, S. 14

[Bearbeiten] Weblinks

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