Schokoladenfabrik Petzold und Aulhorn

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Fabrikationsgebäude um 1860 auf der Falkenstraße
Situationsplan der Fabrik um 1865 auf der Falkenstraße
Fabrikneubau um 1900 auf der Bienertstraße

In Gemeinschaft mit dem Konditor Carl Christian Petzold gründete Kaufmann Ernst Louis Aulhorn die Schokoladen- und Zuckerwarenfabrik "C.C. Petzold & Aulhorn" im Jahre 1843. Der rasch an Bedeutung gelangenden Fabrik wurden die ursprünglichen Geschäftsräume in Dresden "Am See No. 10" zu klein. Am 22. September 1855 wurde das Fabrikgrundstück Falkenstraße 49 (später Zwickauer Str. 22) von den Sippel'schen Erben erworben.[1] Es handelte sich um ein Mühlengelände am ehemaligen Weißeritzmühlgraben unterhalb des Feldschlösschens.[2] Mit Vergrößerung der Fabrikationsstätte wurde auch eine eigene Zuckerraffinerie eingerichtet.[3]


Am 12. Juli 1860 kaufte man das Hausgrundstück Wilsdruffer Straße Nr. 7 (später Nr. 9) in Dresden. Die Fabrik gründete weitere Zweiggeschäfte in Berlin, Leipzig, Breslau, Nürnberg, Chemnitz und Frankfurt/M.. Als eine der ersten Schokoladenfabriken ihrer Art wurde sie in ganz Deutschland bekannt.[4]
Um 1896 gab es drei Detailgeschäfte in Dresden auf der Wilsdruffer Straße 9, Hauptstraße 2 und Bautzner Straße 41.[5]


Nach Auflassung und Ankauf von Flächen des ehemaligen Reisewitzer Parkes in Plauen bei Dresden konnte sich um 1897/1898 die Fabrik mit einem neuen und größeren Betriebsgelände auf der Bienertstraße 1 niederlassen.[6] Die Firma verkaufte ihre Schokoladen unter anderem mit dem Markennamen "Pea".[7] Während des II. Weltkrieges wurde das Gelände durch Bombenangiffe stark zerstört. Nach Kriegsende erfolgte ein teilweiser Wiederaufbau des Eckgebäudes an der Tharandter Straße/Bienertstraße, überwiegend nur einstöckig als Fabrikationsgebäude des VEB Galvano Dresden (später auch durch Kombinat Pumpen und Verdichter Halle, Außenstelle Dresden, genutzt).

Nach dem Ende des zweiten Weltkrieges 1945 siedelte Petzold & Aulhorn nach Hamburg um. In den 90er Jahren des 20. Jahrhunderts wurde die Firma von Barry Callebaut übernommen. Die Marke "Pea" wurde von einem Unternehmen in Veitshöchheim weitergeführt und besteht bis heute unter dem Namen "Pea Süsswaren GmbH".[8]

Briefkopf um 1897

[Bearbeiten] Mitarbeiter


Anzeige 1897
Fundamentsreste des Verwaltungsgebäudes auf der Bienertstraße neben der ehemaligen Werkseinfahrt. Nach Insolvenz des Nachfolgebetriebes des VEB Galvano und Auszug weiterer Gewerbebetriebe erfolgte eine Teilung des Geländes mit großzügigem Abriss des historischen Nachkriegs-Gebäudekomplexes. Der Hauptteil des Geländes wird heute durch einen Supermarkt genutzt.
erhaltenes Gebäudeteil auf dem ehemaligen Innenhof der Schokoladenfabrik
erhaltene Gebäudeteile der Schokoladenfabrik aus Sicht von der Agnes-Smedley-Straße, links (mit Vordach) ehemaliges Heizhaus für Dampfmaschine
Anzeige zum Werksverkauf 1887


[Bearbeiten] Quellen

  1. Das Haus AULHORN, Ernst Oskar Aulhorn, Dresden 1893
  2. Geschichten aus dem alten Dresden, Wolfgang Müller und Frank Laborge, Hille-Verlag Dresden 2011, ISBN 978-3-939025-23-8
  3. Stadtarchiv Dresden, Bürger- und Gewerbeakten 1820-1962
  4. Das Haus AULHORN, Ernst Oskar Aulhorn, Dresden 1893
  5. Bürger- und Gewerbeakten 1820-1962; Stadtarchiv Dresden
  6. Dresdner Geschichtsbuch Band 1, Stadtmuseum Dresden (Hg.), DZA Verlag für Kultur und Wissenschaft, 1995, ISBN 3-9804226-8-2
  7. Petzold & Aulhorn auf [1]
  8. Petzold & Aulhorn auf [2]
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