Karl Friedrich Peschel

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Karl Friedrich Peschel, auch Carl Friedrich Peschel (27. Mai 1793 in Dresden; † 25. Februar 1852 ebenda)[1] war ein sächsischer Lehrer, Ingenieur, Mathematiker, Naturwissenschaftker und Offizier, zuletzt Im Rang eines Hauptmanns an der königlich-sächsischen Militär-Bildungsanstalt.

[Bearbeiten] Familie

Karl Friedrich Peschel entstammte der sächsischen Familie Peschel. Er war der älteste Sohn des Klein-, Hof- und Ratsuhrmachers Karl August Peschel (17461812) in der Dresdner Neustadt sowie dessen Ehefrau Caroline Auguste geb. Künzel (17581837).

Peschel heiratete am 24. Februar 1816 Henriette Wilhelmine geb. Steinacker (17931859), Schwester des Juristen, Leipziger Professors und königlich-sächsischen Appellationsrates Wilhelm Ferdinand Steinacker (17921864) und Tochter des Leipziger Kaufmanns [2] Johann David Steinacker (17461804) und dessen Ehefrau Johanne Jacobine geb. Geissler (17541840). Aus der Ehe von Karl Friedrich und Henriette Peschel gingen drei Söhne und eine Tochter hervor, u.a.:

[Bearbeiten] Leben und Wirken

Peschel besuchte entsprechend der damaligen Zeit keine öffentliche Schule und erhielt bis zu seinem 13. Lebensjahr, als er konfirmiert wurde, Privatunterricht von dem Predigtamtskandidaten Magister Fleischer. Breits in seiner Jugend entwickelte Peschel eine Begabung zum Handzeichnen und Malen als auch zur Mathematik. Danach wurde er von seinem Vater zum Privatunterricht durch den kursächsischen Ingenieurleutnant Törmer geschickt, um das Militärzeichnen zu erlernen.

1806 trat Peschel als ecterner Schüler in die königlich-sächsische Ingenieurakademie ein, die damals von General von Backstroh sowie der technischen Leitung von Oberstleutnant Carl Christian Fleischer gefuhrt wurde. Am 3. Juli 1810 trat Peschel seinen aktiven Dienst als Tranchée-Sergeant (Fahnenjunker) im Ingeneurkorps und damit in der sächsischen Armee an. An den Napoleonischen Kriegen nahm er aber unmittelbar nicht teil. Bis 1812 war Peschel bei Festungsarbeiten in Dresden beschäftigt, wurde Anfang 1813 zur Festung Torgau versetzt, kehrte jedoch im Mai desgleichen Jahres wieder zurück in die sächsische Residenzstadt.

Nach der Völkerschlacht bei Leipzig wurde Peschel zur Aufnahme an das dortige Schlachtfeld abkommandiert und war danach bei der Vermessung der neuen Landesgrenzen nach dem Wiener Kongress beschäftigt. In diesem Zeitraum wurde er unter dem russischen Generalgouvernement zum Offizier ernannt und erhielt am 30. August vom sächsischen König Friedrich August I. sein Offizierspatent im Rang eines Sous-Lieutenants. Das Angebot in preußische Dienste überzutreten, von dem meherere andere Ingeneuroffiziere des Korps Gebrauch machten, lehnte Peschel auf wunsch seiner mittlerweilen verwitweten Mutter ab.

1816 wurde Peschel auf Antrag des damaligen Kommandeurs der sächsischen Ritterakademie, General Otto von Tettenborn, zum Lehrer der Mathematik und Kriegswissenschaften berufen und trat als solcher am 1. April jenes Jahres in diese Militärbildungsanstalt ein. Diese Lehrtätigkeit übte er bis wenige Monate vor seinem Tod aus, so dass der Großteil der damaligen sächsischen Offiziere und auch spätere Generäle durch ihn unterrichtet wurden. Kurz nach seinem Eintritt wurde ihm auch der Unterricht in Naturwissenschaften zugewiesen, das damals neu in den Lehrplan aufgenommen wurde und womit er sich in seinen letzten Lebensjahren hauptsächlich beschäftigte. Später unterrichtete er noch Physik und Chemie. Dazu trat er mit Professor Haan an der Technischen Bildungsanstalt in Dresden in Verbindung. Auch mit dem späteren Generalstabsarzt Christoph Eusebius Raschig stand er in reger Verbindung.

Im August 1823 wurde Peschel zum Premier-Lieutenant befördert, am 3. Januar 1836 zum Hauptmann, nachdem 1835 im Zuge einer Reorganisation mit der Zusammenlegung des Kadettenkorps und der Artillerieschule die königlich-sächsische Militär-Bildungsanstalt geründet wurde. 1850 erhielt er nach mehr als 30-jähriger Lehrtätigkeit das Ritterkreuz zum Verdienstorden vom sächsischen König Friedrich August II.. 1851 erkrankte Peschel und ab dem 15. November jenes Jahres war er so schwach, dass die Verrichtung seiner Dienstgeschäfte und der Lehrtätigkeit nicht mehr möglich war. Seit dieser Zeit beschäftigte er sich mit der Vollendung seiner wissenschaftlichen Arbeiten zu Kreidefossilien und wissenschaftlicher Apparate sowie der Ordnung seiner Sammlungen, u.a. der Paläontologie. Nach einem zehntägigen Bettlager verstarb er im Februar 1852 an Altersschwäche.

Peschel ist erstmals 1816 im Dresdner Adressbuch als Offizier im Ingenieurkorps verzeichnet und wohnte bereits damals in der Großen Meißner Gasse 2 in der Nähe der damaligen Ritterkaserne,[4] zog 1832 in die Hauptstraße in das Haus 155,[5] der späteren Hausnummer 18, dessen Hausbesitzer er war.[6] Zuletzt wohnte Peschel in der Großen Klostergasse 8.[7]

Peschel war seit 1824 Mitglied der Dresdner Gesellschaft für Natur- und Heilkunde, außerdem Ehrenmitglied der Ökonomischen Gesellschaft im Königreiche Sachsen. Er veröffentlichte als Schriftsteller eine Reihe von miliärwissenschaftlichen und naturwissenschaftlichen Publikationen. Sein "Lehrbuch der Physik" wurde auch von einer damals namhaften Londoner Verlagsbuchhandlung übernommen und ins Englische übersetzt. Peschel unternahm zahlreiche Reisen, u.a. in das Erz- und Riesengebirge, an den Rhein und in die Schweiz.

[Bearbeiten] Auszeichnungen (Auswahl)

[Bearbeiten] Veröffentlichungen (Auswahl)

[Bearbeiten] Quellen

[Bearbeiten] Einzelnachweise

  1. Nach anderen Angaben geb. am 29. Mai 1793, gest. am 24. Februar 1852
  2. Leipziger Adreßbuch 1804, S. 146, SLUB
  3. Edouard-Marie Oettinger: Moniteur des dates Biographisch-genealogisch-historisches Welt ..., Band 7, Leipzig 1873, Digitalisat auf Google Books, S. 105
  4. Dresdner Adress-Kalender 1816, S. 81, SLUB
  5. Dresdner Adress-Kalender 1833, S. 197, SLUB
  6. Dresdner Adress-Handbuch 1840, S. 195, SLUB
  7. Adressbuch Dresden 1852, S. 113, SLUB

[Bearbeiten] Weblinks

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