Friedrich August II.

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Friedrich August II. (* 18. Mai 1797 in Pillnitz; † 9. August 1854 in Brennbichl) war von 1836 bis 1854 König von Sachsen.

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[Bearbeiten] Leben und Wirken

Der älteste Sohn des Prinzen Maximilian und dessen erster Gemahlin, Carolina Maria Theresia von Parma, ging nach dem Beginn des Befreiungskrieges mit König Friedrich August dem Gerechten nach Prag. Nach der sächsischen Niederlage an der Seite Napoleons 1813 nahm Prinz Friedrich August 1815 im österreichischen Hauptquartier am Feldzug gegen Frankreich teil. Von den kriegerischen Ereignissen geprägt, entwickelte er eine national-patriotische Gesinnung.[1] Unter Leitung des Majors von Cerrini und des Hofrats Stübel führte er militärische, juristische und staatswissenschaftliche Studien durch, daneben auch in Kunst und Naturwissenschaften, besonders Botanik und Mineralogie, und reiste 1818 durch Italien und die Schweiz.

1851 wurden von Christian Immanuel Meinhold die ersten sächsischen Briefmarken gedruckt.
Dankfeier am 31. Oktober 1830 auf dem Altmarkte anlässlich der Wiederherstellung der Ruhe und der Einführung der Communenrepräsentanten. Links im Vordergrund mit gezogenem Degen Johann Christoph Arnold, in der Mitte Mitregent Prinz Friedrich August, daneben Prinz Johann
Statue von Ernst Hähnel auf dem Neumarkt

1818 zum Generalmajor und 1822 zum Chef der Infanteriebrigade ernannt, wohnte Friedrich August seit 1819 auch den Sitzungen des Geheimen Rates bei, seit 1822 mit Stimmrecht, blieb aber bei der Eifersucht des Kabinettsministers Detlev von Einsiedel von allem Einfluss auf die Regierung ausgeschlossen. 1827 trug der Geheime Rat mit Prinz Friedrich August II. an die Ökonomische Gesellschaft im Königreiche Sachsen das Anliegen heran, die Gründung einer polytechnischen Lehranstalt vorzubereiten. Der in Grundzügen ein Jahr später so auch realisierte Entwurf stammte von Rudolf Sigismund Blochmann.[2] Bei den Unruhen von 1830 stellte König Anton der Gütige seinen Neffen an die Spitze der zur Aufrechterhaltung der Ordnung eingerichteten Kommission und übertrug ihm am 30. September 1830, nachdem dessen Vater, Prinz Maximilian, der Thronfolge entsagt hatte, die Mitregentschaft; Einsiedel wurde entlassen, Bernhard August von Lindenau Minister des Inneren und unter Friedrich Augusts Mitwirkung die erste sächsische Verfassung von 1831 geschaffen. Gottlob Adolf Ernst von Nostitz und Jänkendorf, wie Lindenau ein eher liberaler Politiker, stand dem Staatsrat vor.

Nachdem das Staatsleben nach den Grundsätzen einer konstitutionellen Monarchie geordnet war, führte Friedrich August als Mitregent und nach Antons Tode am 6. Juni 1836 als König die Regierung. Unter Lindenaus Leitung und Federführung von Justizminister Julius Traugott von Könneritz wurde der unter König Anton eingeleitete Reformkurs fortgesetzt: die Neuorganisation der Kunstakademie (1836), eine Landgemeindeordnung (1838), ein Kriminalgesetzbuch (1838), ein Gesetz über den Gewerbebetrieb auf dem Lande (1839) und eine Armenordnung (1840).

Friedrich August nahm sich auch als König immer wieder Zeit, um auf Reisen nach Böhmen und in die bayerischen Alpen weiterhin botanische Studien durchzuführen, wobei er sich v. a. von Ludwig Reichenbach beraten ließ. Im Jahre 1837 erschien in Prag die »Flora Marienbadensis, oder Pflanzen und Gebirgsarten, gesammelt und beschrieben von dem Prinzen Friedrich August, Mitregenten von Sachsen, und von J. W. v. Goethe«.[3] Seinem botanischen Interesse verdankte Dresden die Einrichtung eines frühen Vorläufers des Rhododendrongartens. Im Sommer 1838 bereiste Friedrich August Istrien, Dalmatien und Montenegro, 1844 England und Schottland.

Nach dem Beginn der revolutionären Ereignisse von 1848 leitete Friedrich August liberale Zugeständnisse ein, weigerte sich jedoch schließlich, die Frankfurter Nationalversammlung anzuerkennen. Beim Dresdner Maiaufstand 1849 flüchtete er auf die Festung Königstein und rief Preußen um Hilfe an. Der Aufstand wurde blutig niedergeschlagen, viele Revolutionäre verhaftet oder wie Gottfried Semper und Richard Wagner steckbrieflich gesucht, sodass sie das Land verlassen mussten.

Auf einer Reise in Tirol starb Friedrich August an den Folgen eines Sturzes aus dem Wagen zu Brennbichl zwischen Imst und Wenns. An der Unglücksstätte wurde 1855 eine Kapelle erbaut. Seine Ehe mit der Erzherzogin Karoline von Österreich sowie seine zweite Ehe mit der Prinzessin Maria Leopoldine von Bayern waren kinderlos geblieben. Deswegen folgte ihm sein Bruder König Johann in der Regentschaft. Friedrich August fand in der Königsgruft der Hofkirche die letzte Ruhe.

[Bearbeiten] Ehrungen

Die Friedrichsallee erhielt seinen Namen. Die FLORA - Sächsische Gesellschaft für Botanik und Gartenbau rief 1858 ihm zu Ehren die Botanische Friedrich-August-Stiftung ins Leben.

[Bearbeiten] Quellen

[Bearbeiten] Einzelnachweise

  1. Kretzschmar, Hellmut, "Friedrich August II." in: Neue Deutsche Biographie 5 (1961), S. 576-576
  2. Blochmanns Plan zur Gründung einer technischen Lehranstalt in den Schriften und Verhandlungen der ökonomischen Gesellschaft
  3. Friedrich August (Sachsen, Herzog, II.), Johann Wolfgang von Goethe, Carl J. Heidler: Naturhistorische Darstellung des Curortes Marienbad.

[Bearbeiten] Weblinks

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