Karl Friedrich August Treusch von Buttlar

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Karl Friedrich August Treusch von Buttlar, auch Carl Friedrich August Treusch von Buttlar-Brandenfels (* 1. März 1790 in Rochlitz; † 28. Mai 1856 in Dresden)[1] war ein königlich-sächsischer Offizier, zuletzt im Rang eines Generalmajors sowie Kriegsminister des Königreiches Sachsen 1848 bis 1849.

[Bearbeiten] Familie

Karl Friedrich August Treusch von Buttlar entstammte der uradeligen hessischen Familie Treusch von Buttlar-Brandenfels, die stammesverwandt mit denen von Buttlar ist. Stammsitz war der Ort Buttlar im Fuldaischen. Das Geschlecht von Buttlar wurde mit Harting (Hartnidus) de Butiller 1170 erstmals urkundlich erwähnt. Dessen Sohn Burchard de Butiller war um 1200 Erbauer der Burg Nordmannstein bei Treffurt. Treusch von Buttlar entstammte dem 2. Ast der II. Linie der Adelsfamilie Treusch von Buttlar des Stammes Brandenfels mit dem Stammvater Hans Jost Treusch von Buttlar († 1615) auf Willershausen bei Herleshausen. Karls Großvater war der königlich-polnische und kurfürstliche-sächsische Offizier, Hans Wilhelm Treusch von Buttlar-Brandenfels, der zuletzt den Rang eines Obristen (Oberst) inne hatte.

Karl Treusch von Buttlar war der jüngste Sohn des evangelisch-lutherischen Pfarrers und Theologen Johann Anton Traugott Treusch von Buttlar-Brandenfels (* 22. Oktober 1746; † 17. November 1817 in Jessen) und dessen Ehefrau Amalie Christiane geb. Uschmann (* 7. Juni 1762 in Zahna; † 17. März 1839 in Wickershain bei Geithain). Karls Vater wirkte zuletzt als Superintendent zu Rochlitz. Karl Treusch von Buttlar hatte noch vier Geschwister:

Karl Treusch von Buttlar heiratete 1833 im sächsischen Altenburg Henriette Luise Emilie von Freywald (* 1. August 1806 auf dem Rittergut Schwanditz in Göllnitz bei Altenburg; † 21. Dezember 1840 in Dresden). Das Paar hatte zwei Kinder:

[Bearbeiten] Leben und Wirken

Treusch von Buttlar schlug wie anfangs auch seine älteren Brüder eine militärische Laufbahn ein. Er diente mehrere Jahre in der Garnison in Freiberg und war spätestens seit 1819 Adjutant des Brigadekommandeurs Carl Friedrich Ernst von Nostitz (17671838), der später Kommandant der Festung Königstein wurde. Bereits zu dieser Zeit hatte Treusch von Buttlar den Rang eines Premier-Lieutenants inne.[4] Anfang der 1820er Jahre wurde er - weiterhin in der Dienststellung als Adjutant - zum Hauptmann der Infanterie befördert.[5] 1828 war Treusch von Buttlar 1828 Capitän (Hauptmann) im 2. königlich-sächsischen Schützenbataillon.[6]

Treusch von Buttlar ist erstmals 1832 im Dresdner Adressbuch verzeichnet, als er im Rang eines Majors Chef des sächsischen Generalkommandostabes wurde. Er wohnte anfangs in Dresden in der Großen Plauenschen Gasse im Haus 482,[7] zog aber noch im gleichen Jahr in das Haus 157 in der Hauptstraße in der Dresdner Neustadt,[8] 1834 weiter in die Große Meißner Gasse 35 [9] und 1839 schließlich an den Palaisplatz 6,[10] wo er bis 1841 wohnte. 1840 wurde Treusch von Buttlar zum Oberstleutnant befördert.[11]

Treusch von Buttlar wurde 1841 nach Leipzig versetzt, wo er 1843 im Kommandeur einer sächsischen Halbbrigade leichter Infanterie im Rang eines Oberst war. Die Halbbrigade bestand aus drei Bataillonen, von denen das erste, das zweite und der Stab in Leipzig, das dritte Bataillon dagegen in Wurzen stationiert war.[12] 1844 wurde Treusch von Buttlar zum Oberst befördert, wurde gleichzeitig Stadtkommandant von Leipzig und wohnte in der dortigen Zeitzer Straße 14, dem sogenannten "Storchnest".[13] In Leipzig blieb Treusch von Buttlar bis 1847.[14]

1847 wurde Treusch von Buttlar wieder nach Dresden versetzt, wo er zum Gouverneur wurde. Als solcher wurde er zum Generalmajor ernannt und war gleichzeitig Kommandeur der Dresdner Infanteriebrigade. Er wohnte zu dieser Zeit in der Dresdner Neustadt in der Hauptstraße 22.[15]

Treusch von Buttlar übernahm am 4. August 1848 von seinem Vorgänger, Albrecht Ernst Stellanus Graf von Holtzendorff, der nur wenige Wochen im Amt war, das Amt als sächsischer Kriegsminister. Zusammen mit der Ernennung des bisherigen königlich-sächsischen Appellationsgerichts-Vizepräsidenten und Geheimen Rates,[16] Ferdinand Zschinsky zum Innenminister sollte die konservative Kabinettspartei damit gestärkt werden.[17]

Im gleichen Jahr, 1848 zog er in die Blockhausgasse 1.[18] Auch Treusch von Buttlar führte das Ministerium nur für eine relativ kurze Zeit bis 1849. Er blieb im sogenannten Märzministerium von 1848 als Kriegsminister bis zum 24. Februar 1849 im Amt, als das Märzministerium keine Mehrheit mehr im neugewählten und mehrheitlich demokratisch ausgerichteten Landtag fand.[19]

Ab 1850 ist Treusch von Buttlar als Staatsminister a. D. (außer Dienst) im Dresdner Adressbuch in der Ostraallee 28 zu finden.[20] 1851 zog er in die Johannisgasse 14,[21] wo er in einer geräumigen Wohnung im gesamten ersten Obergeschoss und bis zu seinem Tod lebte.[22]

[Bearbeiten] Auszeichnungen (Auswahl)

[Bearbeiten] Quellen

[Bearbeiten] Einzelnachweise

  1. Kirchliche Wochenzettel 1685-1879, Datensatz auf Ancestry, Anmeldung erforderlich
  2. Dresdner Adress-Kalender 1816, SLUB, S. 85
  3. Dresdner-Adress-Kalender 1827, SLUB, S. 100
  4. Königlich Sächsischer Hof-, Civil- und Militär-Staat: im Jahre 1819, Digitalisat SLUB, S. 229
  5. Königlich Sächsischer Hof-, Civil- und Militär-Staat: im Jahre 1823, Digitalisat auf Google Books, S. 227
  6. Königlich Sächsischer Hof-, Civil- und Militär-Staat: im Jahre 1828, Digitalisat auf Google Books, S. 57
  7. Dresdner Adress-Kalender 1832, SLUB, S. 37
  8. Dresdner Adress-Kalender 1833, SLUB, S. 43
  9. Dresdner Adress-Kalender 1835, SLUB, S. 39
  10. Dresdner Adress-Handbuch 1840, SLUB, S. 40
  11. Dresdner Adress-Handbuch 1841, SLUB, S. 37
  12. Staatshandbuch für den Freistaat Sachsen: 1843, Digitalisat auf Google Books, S. 6 und 240f.
  13. Leipziger Adreß-Buch 1845, SLUB, S. 32
  14. Handbuch für Leipzig 1847, SLUB, S. 28
  15. Adreß-Handbuch Dresden 1848, SLUB, S. 26
  16. Adreß-Handbuch Dresden 1849, SLUB, S. 145
  17. Martina Schattkowsky (Hg), Uwe John: Dresdner Maiaufstand und Reichsverfassung 1849: Revolutionäres Nachbeben oder demokratische politische Kultur?, Leipziger Universitätsverlag 2000, Leseprobe auf Google Books, S. 42, ISBN 3-934565-16-6
  18. Adreß-Handbuch Dresden 1849, SLUB, S. 27
  19. Josef Matzerath: Adelsprobe an der Moderne: sächsischer Adel 1763 bis 1866, ..., Franz-Steiner-Verlag Stuttgart 2006, Leseprobe auf Google Books, S. 320, ISBN 978-3-515-08596-0
  20. Adreßbuch Dresden 1851, SLUB, S. 27
  21. Adreßbuch Dresden 1852, SLUB, S. 30
  22. Letztmalig im Adressbuch Dresden 1856, SLUB, S. 38
  23. Staats- und Adreß-Handbuch des Herzogthums Sachsen-Altenburg: 1855, Digitalisat auf Google Books, S. 26

[Bearbeiten] Weblinks

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