Carl Friedrich Trübsbach

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Carl Friedrich Trübsbach, auch Carl Friedrich Trübsbach (* 7. Juli 1778 in Borna bei Oschatz; † 7. Mai 1836 in Dresden)[1] war ein königlich-sächsischer Militärauditeur und Kriegsrat im sächsischen General-Kriegsgerichtskollegium.[2]

Inhaltsverzeichnis

[Bearbeiten] Familie

Carl Friedrich Trübsbach entstammte der sächsischen Pfarrer- udn Theologenfamilie Trübsbach, die ursprünglich aus Freiberg stammte, deren Stammlinie bis auf den evangelisch-lutherischen Pfarrer zu Brand-Erbisdorf, David Trübsbach (16441704) zurück geht. Auch die folgenden drei Generationen mit seinem Urgroßvater David Gabriel Trübsbach (16831768), seinem Großvater Karl Friedrich Trübsbach (17231780) und seinem Vater waren Pfarrer.[3] Ein Martin Trübsbach (* 1669 in Freiberg; † 12. Oktober 1741 in Dresden) wirkte bereits in der ersten Hälfte des 18. Jahrhunderts kurzzeitig in Dresden.

Friedrich Trübsbach war der Sohn des evangelisch-lutherischen Pfarrers Friedrich August Trübsbach (* 27. Januar 1755 in Leulitz; † 9. Mai 1787 in Borna bei Oschatz). Trübsbachs Vater lernte an der Landes- und Fürstenschule in Grimma, studierte Theologie an der Universität in Wittenberg, wurde dort 1776 Magister, 1777 Pfarrer in Niederglaucha und ab 1782 in Borna.[4][5]

Friedrich Trübsbach heiratete in erster Ehe Jeanette geb. Krumbholz († 1814). Aus dieser Ehe stammten ein Sohn und zwei Töchter. Nach dem Tod seiner ersten Ehefrau heiratete Trübsbach um 1820 in zweiter Ehe Sophia Agnes geb. Zenker (* 6. April 1790 in Dresden; † 8. März 1848 ebenda), älteste Tochter des königlich-sächsischen Hoffuttermarschalls, Geheimen Finanzsekretärs und Entomologen Christian Daniel Zenker (17661819) und dessen Ehefrau Johanna Friederike Hauschild (17701821). Das Ehepaar Trübsbach hatte drei Kinder:[6]

Trübsbachs Witwe wohnte nach dem Tod ihres Mannes anfangs weiter in der Großen Meißner Gasse 3,[11] zuletzt dort in der Hausnummer 2.[12]

[Bearbeiten] Leben und Wirken

Trübsbach erhielt seine höhere Schulbildung an der Landes- und Fürstenschule St. Afra in Meißen, in die er am 27. Juni 1791 als Schüler eintrat. Er blieb knapp sechs Jahre am Meißner Gymnasium, bis zum 22. März 1797, als er sein Reifezeugnis erhielt.

Trübsbach entschied sich nach einem juristischen Studium während der Napoleonischen Kriege für einen Dienst in der sächsischen Armee. Am 28. September 1803 wurde er zum Regimentsauditeur im Infanterieregiment von Thümmel ernannt,[13] womit er als Militärjurist mit zum Offizierskorps zählte. 1810 wurde Trübsbach - ebenfalls als Regimentsauditeur - erst zum Infanterieregiment "Prinz Clemens", danach zum Infanterieregiment des Generalmajors Friedrich Gottlob von Steindel versetzt. 1812 wurde Trübsbach zum Divisionsauditeur von Steindel beim Stab der 1. königlich-sächsischen Infanteriedivision ernannt. Am 1. November 1813, nach dem Russlandfeldzug der zu dieser Zeit mit Napoleon verbündeten sächsischen Armee wurde Trübsbach zum Oberauditeur im Generalstab des mobilen Armeekorps im Felde ernannt, aber bereits kurz darauf der Kommission zugeteilt, die beauftragt war, für das Königreich Sachsen ein neues Militärstrafgesetzbuch auszuarbeiten.

1816 wurde Trübsbach vom sächsischen König Friedrich August I. zum Mitglied im sächsischen General-Kriegsgerichtskollegium im Rang und mit Titel eines königlich-sächsischer Kriegsrat ernannt, das zu dieser Zeit noch von dem Generalleutnant Heinrich von Cerrini geleitet wurde. In dieser Funktion als Kriegsrat blieb Trübsbach fast 20 Jahre, bis zur Auflösung des Kriegsgerichtskollegiums und der Bildung des Oberkriegsgerichts 1835,[14] zuletzt als dienstälterster Kriegsgerichtsrat, auch unter den folgenden Präsidenten des Kollegiums, ab 1822 unter Generalmajor Gottlob Christian von Tettenborn und ab 1829 unter Generalmajor Thomas von Wolan.[15]

Trübsbach ist erstmals 1819 im Dresdner Adressbuch als kriegesgerichtsrat im sächsischen Kriegsgerichts-Department verzeichnet. Er wohnte anfangs in Dresden im Haus 181 in der Breiten Gasse in der Neustadt.[16] Anfang der 1820er Jahre zog er in das Haus 482 in der Großen Plauenschen Gasse in der Seevorstadt,[17] 1826 in den Neuen Anbau im Weißen Tor,[18] wo er 1829 unter der Adresse vor dem Weißen Thore 8 aufgeführt ist.[19] 1831 ist er im rechten Haus zwischen dem Bautzner und dem Leipziger Tor zu finden,[20] zuletzt wohnte er in der Großen Meißner Gasse 3.[21]

[Bearbeiten] Auszeichnungen (Auswahl)

[Bearbeiten] Quellen

[Bearbeiten] Einzelnachweise

  1. Nach den Daten im Stammbaum der Familie Zenker ist Trübsbach am 4. Mai 1836 in Dresden verstorben.
  2. Wolfgang Gülich: Die Sächsische Armee zur Zeit des Deutschen Bundes 1815-1867, Sax-Verlag 2011, Snippet-Ansicht auf Google Books, S. 271 und 278
  3. Trübsbach im Pfarrerbuch Sachsen
  4. Trübsbach, Friedrich August im Pfarrerbuch Sachsen
  5. Christian Gottlob Lorenz: Grimmenser-Album: Verzeichniß sämmtlicher Schüler der Königlichen Landesschule zu Grimma, Grimma 1850, Digitalisat auf Google Books, S. 297
  6. Datensätze auf Ancestry
  7. Jens Blecher, Gerald Wiemers: Die Matrikel der Universität Leipzig: Die Jahre 1832 bis 1863, Verlag und Datenbank für Geisteswissenschaften, 2006, Snippet-Ansicht auf Google Books, S. 206
  8. Friedrich August Schmidt, Bernhard Friedrich Voigt: Register über das dritte Decennium (die jahrgänge XXI-XXX.) 1843-1852 des Neuen Nekrologs der Deutschen, Weimar 1856, Digitalisat auf Google Books, S. 516
  9. Adressbuch Dresden 1892, S. 723, SLUB
  10. Adressbuch Dresden 1894, S. 790, SLUB
  11. Dresdner Adress-Kalender 1837, S. 273, SLUB
  12. Adreß-Handbuch Dresden 1848, S. 117, SLUB
  13. Jörg Titze (Hrsg.): Die Tagebücher von: Johann Carl von Dallwitz (1812 – 1815) und Adolf George von Göphardt (1813), Leseprobe auf Google Books
  14. Nicht mehr in den Ranglisten der sächsischen Armee von 1835.
  15. Königlich Sächsischer Hof- Civil- und Militär-Staat im Jahre 1823, Digitalisat der Bayerischen Staatsbibliothek München, S. 256
  16. Dresdner Adress-Kalender 1819, S. 83, SLUB
  17. Dresdner Adress-Kalender 1822, S. 89, SLUB
  18. Dresdner Adress-Kalender 1827, S. 92, SLUB
  19. Dresdner Adress-Kalender 1829, S. 90, SLUB
  20. Dresdner Adress-Kalender 1831, S. 276, SLUB
  21. Dresdner Adress-Kalender 1836, S. 262, SLUB
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