Bernhard Oskar von Funcke

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Bernhard Oskar von Funcke, geboren als Bernhard Oscar Funke (4. Juni 1824 in Radeberg; † 25. Januar 1902 in Dresden) war ein königlich-sächsischer Generalleutnant z.D. á la suite des I. Feldartillerie Regiments Nr. 12 sowie in seiner letzten Dienststellung auch Stadtkommandant von Dresden.

[Bearbeiten] Familie

Bernhard Oskar Funke wurde am 4. Juni 1824 als Sohn des späteren Dresdner Stabs-Gouvernements-Auditeurs Gotthelf August Ernst Funke († 1855 in Dresden)[1] geboren. Sein Vater zog als Auditeur 1831 nach Dresden, wo er sich in der Königsbrücker Straße in der Neustadt niederließ.[2] Seine Schwester war Franziska Concordia Funke († 1891 in Dresden)[3], mit der er nach dem Tod des Vaters, ab 1856 viele Jahre zusammen zuerst in der väterlichen Wohnung in der Katharinenstraße 5c, später in der Nr. 8 und schließlich in der Alaungasse 52 wohnte. Ab 1859 ließ Bernhard Oskar den Nachnamen in der Schreibform "Funcke" schreiben.[4] Nach dem Deutsch-Französischen Krieg 1870/71 wurde Funcke 1872 zusammen mit seinen Nachkommen in den erblichen Adelststand erhoben und erscheint 1873 erstmals mit Adelstitel im Adressbuch von Dresden.[5]

Bernhard Oskar von Funcke heiratete Mary Emerson von Funcke geb. Brooks (* 31. August 1847 in New York; † 26. November 1919 in Dresden), die Tochter des US-amerikanischen Kaufmanns Horace Brooks (1815-1878) und dessen Ehefrau Mary Octavia Emerson (1828-1886).[6] Bernhard Oskars Ehefrau engagierte sich für caritative Zwecke und erhielt dafür 1908 die königlich-sächsische Silberne Carola-Medialle. Sie wohnte zuletzt in Dresden in der Liebigstraße 9.[7]

Bernhard Oskar und Mary Emerson von Funcke hatten u.a. folgende Kinder:

[Bearbeiten] Leben und Wirken

Oskar Bernhard Funke schlug nach seiner Schulbildung eine militärische Laufbahn ein und ist erstmals 1845 im Telefonbuch von Dresden als Artillerieleutnant in der Alaungasse 53 in der Antonstadt verzeichnet, wo er zusammen mit seinem Vater und seiner Schwester in der Erdgeschosswohnung wohnte.[10] 1848 zog die Familie in die Katharinenstraße 443b um.[11] 1849 wurde Oskar Bernhard zum Oberleutnant befördert und war Adjutant im sächsischen Generalstab.[12][13] 1857 wurde Funke zum Hauptmann der Artillerie befördert und gehörte weiterhin dem Generalstab zuerst als aggregiertes (überzähliges), später als ordentliches Mitglied an.[14] 1865 avancierte Funcke mit seiner Beförderung zum Artilleriemajor zum Souschef des Generalstabes, wobei er zu dieser Zeit in der Bautzner Straße 46a wohnte, übrigens weiterhin gemeinsam mit seiner Schwester.[15] 1866, nach dem Deutsch-Österreichischen Krieg wurde Funcke zum Chef des Generalstabes ernannt und bereits ein Jahr später zum Oberstleutnant befördert.[16][17] Ein Jahr später wurde er Kommandeur des Königlich Sächsischen Feld-Artillerie-Regiments und wohnte ab dieser Zeit zusammen mit seiner amerikanischen Frau sowie seinem in jenem Jahr geborenen ältesten Sohn in einer eigenen Wohnung in der Leipziger Straße 43.[18]

1869 wurde Funcke zum Oberst befördert und nahm 1870/71 am Deutsch-Französischen Krieg als Kommandeur des 12. königlich-sächsischen Feldartillerie-Regimentes teil, das ab 1871 zu einer Artilleriebrigade erweitert wurde. Für seine Verdienste im Krieg erhielt er das Eiserne Kreuz 1. Klasse.

1874 wurde Bernhard Oskar von Funcke zum Generalmajor befördert und zog mit seiner Familie in die Kaiserstraße 10.[19] Bei einem Truppenbesuch des sächsischen Staats- und Kriegsministers Paul Edler von der Planitz (18371902) zusammen mit dem Generalinspekteur und königlich-preußischen General der Kavallerie Theophil von Podbielski (18141879) im Juni 1876 bei den sächsischen Feldartillerieregimentern 12 und 28 stand Funcke jedoch unter Kritik.[20].

1880 quittierte Bernhard Oskar von Funcke seinen Dienst als Offizier der sächsischen Artillerie und wurde zum Stadtkommandant von Dresden ernannt. Außerdem erhielt er mit diesem Amtsantritt den Ehrentitel "Excellenz". Mit seiner Familie zog er in die Große Klostergasse 11, wobei er 1882 seine Wohnung auch bis in die Hausnummer 10 erweitern konnte.[21][22] 1887 wurde von Funcke in den Ruhestand versetzt und zog in die Forststraße 27 in das erste und zweite Obergeschoß um.[23] 1891 zog er mit seiner Frau in eine kleinere Wohnung in die Radeberger Straße 9 um, nachdem sein ältester Sohn in eine eigene Wohung ausgezogen war.[24] Bereits zwei Jahre später, 1893 zog von Funcke ein letztes Mal ein paar Häuser weiter in die Hausnummer 17 in die Erdgeschosswohnung in der Radeberger Straße, wo er auch starb und nach seinem Tod seine Witwe Mary Emerson weiter lebte.[25][26]

Das Grab der Familie von Funcke befindet sich auf dem St. Pauli-Friedhof im Dresdner Hechtviertel.

[Bearbeiten] Auszeichnungen (Auswahl)

[Bearbeiten] Quellen

[Bearbeiten] Einzelnachweise

  1. Gotthelf August Funke ist erstmals nicht mehr im Adressbuch Dresden 1856 (SLUB Dresden, S. 50) verzeichnet und seine Tochter Franziska wird nun als Stabs-Gouvernements-Auditeurs hinterlassene Tochter bezeichnet, die zusammen mit Bernhard Oscar Funke zu dieser Zeit in der Katharinenstraße 5c wohnt.
  2. Erstmalige Nennung im Adressbuch Dresden 1832, SLUB Dresden, S. 62
  3. Franziska Concordia Funke ist noch 1890 im Adressbuch von Dresden verzeichnet und fehlt dann ab 1892.
  4. Adressbuch Dresden 1859, SLUB Dresden, S. 48
  5. Adressbuch Dresden 1873, SLUB Dresden, S. 86
  6. Ahnentafel auf rootsweb.ancestry.com, abgerufen am 8. September 2012
  7. Adressbuch Dresden 1920, SLUB, S. 253
  8. Erstmals ist Albert Horace Ernst Oskar von Funcke als Sekundär-Lieutenant im Adressbuch Dresden 1892 (SLUB Dresden, S. 157) genannt. Seinerzeit bereits mit einer eigenen Wohnung in der Königsbrücker Straße 36.
  9. Adressbuch Dresden 1904, SLUB, S. 331
  10. Adressbuch Dresden 1845, SLUB Dresden, S. 70
  11. Adressbuch Dresden 1849, SLUB Dresden, S. 29
  12. Adressbuch Dresden 1850, SLUB Dresden, S. 194
  13. Adressbuch Dresden 1854, SLUB Dreden, S. 36
  14. Adressbuch Dresden 1858, SLUB Dresden, S. 47, s.a. Adressbuch von 1859
  15. Adressbuch Dresden 1866, SLUB Dresden, S. 66f.
  16. Adressbuch Dresden 1867, SLUB Dresden, S. 69
  17. Adressbuch Dresden 1868, SLUB Dresden, S. 70
  18. Adressbuch Dresden 1869, SLUB Dresden, S. 72
  19. Adressbuch Dresden 1875, SLUB Dresden, S. 92
  20. Die sächsische Armee im Deutschen Reich, 1871 bis 1918, Jan Hoffmann, Dissertation, Dresden 2007, TU Dresden Online pdf auf webdoc.sub.gwdg.de, S. 52
  21. Adressbuch Dresden 1881, SLUB Dresden, S. 110
  22. Adressbuch Dresden 1883, SLUB Dresden, S. 95
  23. Adressbuch Dresden 1888, SLUB Dresden, S. 130
  24. Adressbuch Dresden 1892, SLUB Dresden, S. 153
  25. Adressbuch Dresden 1894, SLUB Dresden, S. 173
  26. Adressbuch Dresden 1903, SLUB Dresden, S. 168
  27. Adressbuch Dresden 1902, SLUB Dresden, S. 162
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