Bernhard Oskar von Funcke

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Generalleutnant Bernhard Oskar von Funcke
Grußkarte von Minna von Funcke

Bernhard Oskar von Funcke, geboren als Bernhard Oscar Funke (4. Juni 1824 in Radeberg; † 25. Januar 1902 in Dresden) war ein königlich-sächsischer Offizier und General, zuletzt als Stadtkommandant von Dresden im Rang eines Generalleutnants.

Inhaltsverzeichnis

[Bearbeiten] Familie

Bernhard Oskar Funke war der Sohn des späteren Dresdner Stabs-Gouvernements-Auditeurs Gotthelf August Ernst Funke/Funcke (* 1782; † 18. Oktober 1855 in Dresden)[1][2] und dessen Ehefrau Sophie Concordie Funcke (* 1787; † 5. September 1854 in Dresden).[3] Funckes Vater zog als Auditeur 1831 nach Dresden, wo er sich in der Königsbrücker Straße in der Neustadt niederließ.[4] Seine Schwester war Franziska Concordia Funke († 1891 in Dresden)[5], mit der er nach dem Tod des Vaters, ab 1856 viele Jahre zusammen zuerst in der väterlichen Wohnung in der Katharinenstraße 5c, später in der Nr. 8 und schließlich in der Alaungasse 52 wohnte. Ab 1859 ließ Bernhard Oskar den Nachnamen nur noch in der Schreibform „Funcke“ schreiben.[6] Nach dem Deutsch-Französischen Krieg 1870/71 wurde Funcke 1872 zusammen mit seinen Nachkommen in den erblichen Adelststand erhoben und erscheint 1873 erstmals mit Adelstitel im Adressbuch von Dresden.[7]

Bernhard Oskar von Funcke heiratete Mary Emerson („Minna“) von Funcke geb. Brooks (* 31. August 1847 in New York; † 26. November 1919 in Dresden), die Tochter des US-amerikanischen Kaufmanns Horace Brooks (18151878) und dessen Ehefrau Mary Octavia Emerson (18281886).[8] Bernhard Oskars Ehefrau engagierte sich für caritative Zwecke und erhielt dafür 1908 die königlich-sächsische Silberne Carola-Medialle. Sie wohnte zuletzt in Dresden in der Liebigstraße 9.[9] Das Ehepaar von Funcke hatte folgende Kinder:

[Bearbeiten] Leben und Wirken

Wahrscheinlich angeregt durch seinen Vater entschied sich Funcke für eine militärische Laufbahn und trat am 1. April 1839 als Kadett in die sächsische Armee ein. Er erhielt seine höhere Schulbildung in der Artillerieschule in Dresden. Anfang 1843 wurde Funcke zum Portepee-Fähnrich im Artilleriekorps und damit zum Offiziersanwärter ernannt.

Am 17. Dezember 1843 erhielt Funcke sein Offizierspatent als Artillerie-Leutnant in der 3. Artilleriebrigade des sächsischen Artilleriekorps, das von dem damaligen Artillerie-Oberst Heinrich Moritz Birnbaum geführt wurde. Funcke ist erstmals 1845 im Telefonbuch von Dresden als Artillerieleutnant in der Alaungasse 53 in der Antonstadt verzeichnet, wo er zusammen mit seinem Vater und seiner Schwester in der Erdgeschosswohnung wohnte.[12] 1848 zog die Familie in die Katharinenstraße 443b.[13] Bereits 1845 versetzte man Funcke in die 2. Artilleriebrigade, von der Größe in etwa gleichbedeutend mit einer späteren Artillerieabteilung, 1847 wieder zurück in die 3. Brigade. 1848 ernannte man ihn zum Brigadeadjutanten im Artilleriekorps. Am 8. Juli 1849 wurde Funcke zum Oberleutnant befördert, weiterhin als Adjutant in der 1. Brigade im Fuß-Artillerie-Regiment dienend.

1851 wurde Funcke in den Generalstab der sächsischen Armee berufen, wo er in der taktischen Abteilung zweiter Offizier der Artillerie wurde. Chef des Generalstabes war zu dieser Zeit Generalmajor Treitschke. 1854, dann bereits unter dem neuen Chef des Generalstabes, Oberst von Stieglitz, wurde er erster Offizier der Artillerie in der taktischen Abteilung des Generalstabes. In dieser Dienststellung wurde er am 28. Januar 1857 zum Hauptmann (3. Klasse) befördert. 1863 zum Hauptmann 2. Klasse erhoben, wurde er am 17. September 1865 unter gleichzeitiger Beförderung zum Major neuer Sous-Chef des Generalstabes der sächsischen Armee, zu dieser Zeit unter der Führung des damaligen Generalmajors Alfred von Fabrice. Zu dieser Zeit wohnte Funcke in der Bautzner Straße 46a, weiterhin gemeinsam mit seiner Schwester.[14] Funcke diente 15 Jahre im sächsischen Generalstab, bis nach dem Ende des Deutschen Krieges 1866. In diesem Krieg erhielt Funcke „in Anerkennung seiner glänzenden Tapferkeit in der Schlacht bei Königgrätz bzw. im Nachtgefecht bei Gitschin am 3. Juli 1866“ mit dem Ritterkreuz des königlich-sächsischen Militär-St.-Heinrichs-Ordens, dem höchsten sächsischen militärischen Orden ausgezeichnet.[15] Nachdem Farbrice im Oktober 1866 neuer Kriegsminister des Königreiches Sachsen wurde, beorderte er Funcke ebenfalls in das Kriegsministerium, wo dieser zum Vorstand der Abteilung für technische Angelegenheiten ernannt wurde. In der Dienststellung als Abteilungschef im Ministerium erhielt Funcke am 4. November 1867 seine Beförderung zum Oberstleutnant.

Wappen der Adelsfamilie von Funcke

1868 übernahm Funcke von dem bisherigen Befehlshaber Oberst Bruno Köhler das Kommando über das Feld-Artillerie-Regiment Nr. 12. Ab dieser Zeit wohnte Funcke zusammen mit seiner amerikanischen Frau sowie seinem in jenem Jahr geborenen ältesten Sohn in einer eigenen Wohnung in der Leipziger Straße 43.[16] Als Regimentskommandeur wurde Funcke am 25. Juni 1869 zum Oberst befördert. Während des Deutsch-Französischen Krieg wurde das Regiment mit weiteren Batterien verstärkt und mit vier Fußabteilungen und einer reitenden Abteilung zur Artillerie-Brigade Nr. 12 aufgestockt, dessen Kommando weiterhin Funcke übertragen wurde. Bereits zu Beginn des Krieges wurde er „in Anerkennung der bewiesenen Tapferkeit und Kriegserfahrung in der Schlacht bei Metz am 18. August 1870 mit dem Kommandeurskreuz des Militär-St.-Heinrichs-Ordens ausgezeichnet.[17]

1872 wurde Bernhard Oskar Funcke vom sächsischen König Johann in den erblichen Adelsstand erhoben und nannte sich ab diesem Zeitpunkt von Funcke. Am 6. März 1874 wurde von Funcke in seiner Dienststellung als Brigadekommandeur zum Generalmajor ernannt. Im gleichen Jahr zog er mit seiner Familie in die Kaiserstraße 10.[18] Bei einem Truppenbesuch des sächsischen Staats- und Kriegsministers Paul Edler von der Planitz (18371902) zusammen mit dem Generalinspekteur und königlich-preußischen General der Kavallerie Theophil von Podbielski (18141879) im Juni 1876 bei den sächsischen Feldartillerieregimentern 12 und 28 stand Funcke jedoch unter Kritik.[19].

Am 23. Februar 1880 wurde von Funcke unter gleichzeitiger Beförderung zum Generalleutnant neuer Stadtkommandant von Dresden. Er übernahm den Dienstposten von Generalmajor von Bernhard von Miltitz. Mit dieser Rangerhöhung durften von Funcke und seine Ehefrau den Ehrentitel „Exzellenz“ führen. Mit seiner Familie zog er in die Große Klostergasse 11, wobei er 1882 seine Wohnung auch bis in die Hausnummer 10 erweitern konnte.[20][21]

Von Funcke blieb bis zum 11. Januar 1887 Kommandant von Dresden und wurde anschließend als Generalleutnant z.D. (zur Disposition) unter Fortzahlung der gesetzlichen Pension und der Erlaubnis des Tragens der Generalsuniform in der Öffentlichkeit in den einstweiligen Ruhestand versetzt. Dabei wurde er á la suite des 1. Feld-Artillerie-Regiments Nr. 12 gestellt, was er bis an sein Lebensende blieb. Er übergab die Stadtkommandantur an den Generalleutnant Johann von O'Byrn. Nach seiner Pensionierung zog er in die Forststraße 27 in das erste und zweite Obergeschoß.[22] 1891 zog er mit seiner Frau in eine kleinere Wohnung in die Radeberger Straße 9 um, nachdem sein ältester Sohn in eine eigene Wohung ausgezogen war.[23] Bereits zwei Jahre später, 1893 zog von Funcke ein letztes Mal ein paar Häuser weiter in die Hausnummer 17 in die Erdgeschosswohnung in der Radeberger Straße, wo er auch starb und nach seinem Tod seine Witwe Mary Emerson weiter lebte.[24][25]

Das Grab der Familie von Funcke befindet sich auf dem St. Pauli-Friedhof im Dresdner Hechtviertel.

[Bearbeiten] Auszeichnungen (Auswahl)

  • Fürstlich-Lippesches Ehrenkreuz 1. Klasse
  • Fürstlich-Schaumburg-Lippesche Militär-Verdienst-Medaille
  • Fürstlich-Waldecksches Verdienstkreuz 1. Klasse

[Bearbeiten] Quellen

[Bearbeiten] Einzelnachweise

  1. Gotthelf August Funke ist erstmals nicht mehr im Adressbuch Dresden 1856 (SLUB Dresden, S. 50) verzeichnet und seine Tochter Franziska wird nun als Stabs-Gouvernements-Auditeurs hinterlassene Tochter bezeichnet, die zusammen mit Bernhard Oscar Funke zu dieser Zeit in der Katharinenstraße 5c wohnt.
  2. Datensatz auf Ancestry
  3. Datensatz auf Ancestry
  4. Erstmalige Nennung im Adressbuch Dresden 1832, SLUB Dresden, S. 62
  5. Franziska Concordia Funke ist noch 1890 im Adressbuch von Dresden verzeichnet und fehlt dann ab 1892.
  6. Adressbuch Dresden 1859, SLUB Dresden, S. 48
  7. Adressbuch Dresden 1873, SLUB Dresden, S. 86
  8. Ahnentafel auf rootsweb.ancestry.com, abgerufen am 8. September 2012
  9. Adressbuch Dresden 1920, SLUB, S. 253
  10. Erstmals ist Albert Horace Ernst Oskar von Funcke als Sekundär-Lieutenant im Adressbuch Dresden 1892 (SLUB Dresden, S. 157) genannt. Seinerzeit bereits mit einer eigenen Wohnung in der Königsbrücker Straße 36.
  11. Adressbuch Dresden 1904, SLUB, S. 331
  12. Adressbuch Dresden 1845, SLUB Dresden, S. 70
  13. Adressbuch Dresden 1849, SLUB Dresden, S. 29
  14. Adressbuch Dresden 1866, SLUB Dresden, S. 66f.
  15. Oberst 1.D. Georg Richter: Der Königlich Sächsische Militär-St.-Heinrichs-Ordens 1736–1918, Ein Ehrenblatt der Sächsischen Armee, Göppingen 1937, S. 58
  16. Adressbuch Dresden 1869, SLUB Dresden, S. 72
  17. Oberst 1.D. Georg Richter: Der Königlich Sächsische Militär-St.-Heinrichs-Ordens 1736–1918, Ein Ehrenblatt der Sächsischen Armee, Göppingen 1937, S. 61
  18. Adressbuch Dresden 1875, SLUB Dresden, S. 92
  19. Die sächsische Armee im Deutschen Reich, 1871 bis 1918, Jan Hoffmann, Dissertation, Dresden 2007, TU Dresden Online pdf auf webdoc.sub.gwdg.de, S. 52
  20. Adressbuch Dresden 1881, SLUB Dresden, S. 110
  21. Adressbuch Dresden 1883, SLUB Dresden, S. 95
  22. Adressbuch Dresden 1888, SLUB Dresden, S. 130
  23. Adressbuch Dresden 1892, SLUB Dresden, S. 153
  24. Adressbuch Dresden 1894, SLUB Dresden, S. 173
  25. Adressbuch Dresden 1903, SLUB Dresden, S. 168

[Bearbeiten] Weblinks

Bernhard Oskar von Funcke (1824-1902), Datensatz in der Sächsischen Biographie

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