Hans Ferdinand von Koppenfels

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Wappenbild der Familie von Koppenfels

Hans Ferdinand von Koppenfels (* 25. Juni 1862 in Borna bei Leipzig; † 15. August 1935 in Dresden) war ein königlich-sächsischer Offizier und General, zuletzt im Rang eines Generalmajors. Mehrere Jahre wirkte er als vortragender Rat im sächsischen Kriegsministerium.

Inhaltsverzeichnis

[Bearbeiten] Familie

Hans Ferdinand von Koppenfels entstammte dem thüringisch-sächsischen Adelsgeschlecht von Koppenfels, auch Kobe von Koppenfels.[1] Er war der älteste Sohn des damaligen Bornaer Gerichtsrats und späteren sächsischen Landgerichtspräsidenten, Heinrich Ferdinand von Koppenfels (* 27. Januar 1829 in Dresden; † 27. Juli 1893 in Bautzen) und dessen Ehefrau Hermine Theodore Freiin von Gutschmid (* 14. August 1836 in Loschwitz bei Dresden; † 13. Juli 1917 in Dresden), einer Enkelin des königlich-sächsischen Geheimen Kriegsrates Gottlieb August Freiherr von Gutschmid (17571815).

Hans von Koppenfels hatte noch vier Geschwister, drei Brüder und eine Schwester, u.a.:

Hans von Koppenfels heiratete am 24. September 1895 in Bautzen Adelheid von Uslar-Gleichen (21. Juni 1873 in Göttingen; † 22. Dezember 1944 in Dresden), Tochter des königlich-sächsischen Generalleutnants Hans Freiherr von Uslar-Gleichen auf Sennickerrode und dessen Ehefrau Emma Freifrau von Uslar-Gleichen.

[Bearbeiten] Leben und Wirken

Nach dem 1871 erfolgten beruflichen Umzug seines Vaters mit der Familie nach Bautzen, wo dieser eine Anstellung als Gerichtsrat am dortigen Landgericht annahm, besuchte Hans von Koppenfels das Gymnasium in Bautzen. Dort wurde er am 21. April 1873 aufgenommen. Die mündliche Maturitätsprüfung [2] unter der Leitung des königlichen Kommissars und Geheimen Schulrats, Professor Dr. Ilberg fand in der Oberprima (13.Klasse) am 24. Februar 1883 statt. Koppenfels erreichte in der schriftlichen Prüfung eine 1 und in der mündlichen Prüfung eine 2b. Die feierliche Verabschiedung der Schüler erfolgte in einem Festakt, zu dem auch die Eltern eingeladen wurden, am 28. Februar 1883 durch den damaligen Rektor des Gymnasiums, Professor Dr. Kreussler. Nach dem Abitur schrieb sich von Koppenfels wie sein Vater für ein Studium der "Jurisprudenz" (Rechtswissenschaften) ein,[3] schlug aber noch im gleichen Jahr eine militärische Laufbahn in der Infanterie der sächsischen Armee ein.

Von Koppenfels wurde 1883 zuerst Kadett in der Dresdner Kadettenschule in der Marienallee in der Albertstadt, wenig später zum Unteroffizier ernannt und Ende desgleichen Jahres Fähnrich und damit Offiziersanwärter. Er erhielt sein Offizierspatent am 20. September 1884 im ersten Leutnantsdienstgrad als Secondé-Lieutenant im 1. Jäger-Bataillon Nr. 12 in Freiberg, dort anfangs in der 3. Kompanie. 1884 wechselte er in die 4. Kompanie, 1886 in die 2. Kompanie. Zu dieser Zeit wohnte er in der Freiberger Jägerkaserne in der Kasernenstraße 270.[4]

1887 wurde von Koppenfels als Adjutant zum 1. Bataillon des 9. Landwehr-Regiments Nr. 133 kommandiert, dessen Stabsquartier sich ebenfalls in Freiberg befand. Dort blieb er nur etwa zwei Jahre und kehrte 1889 zurück in das Jägerbataillon, wo er 1890 zum Bataillonsadjutanten ernannt wurde. Im gleichen Jahr zog er in Freiberg in eine private Wohnung in der dortigen Petersstraße 25.[5] In der Dienststellung als Adjutant wurde von Koppenfels am 16. September 1891 zum Premier-Lieutenant befördert. 1894 wurde er stellvertretender Kompaniechef in der 1. Kompanie des Jägerbataillons, zog wieder in die Jägerkaserne[6] und wechselte 1895 in die 4. Kompanie bei den Jägern. Zuletzt wohnte er in Freiberg in der Hornstraße 7.[7]

Am 22. September 1897 wurde von Koppenfels unter gleichzeitiger Beförderung zum Hauptmann 2. Klasse mit der Dienststellung als Platzmajor in Dresden betraut. Er übernahm diesen Posten von Kurt von Reyher. Als Platzmajor war er dem Generalmajor von Schmalz in der Kommandantur Dresden unterstellt und regelte im Auftrag des Stadtkommandanten den Garnisons- und Wachdienst. Als Platzmajor gab er die Befehle aus und ordnete auch die Einquartierung durchmarschierender Truppen. Er war für die Wachdienste und die militärischen Arrestanstalten zuständig. In diesem Posten wurde von Koppenfels à la suite des 1. Jägerbataillons Nr. 12 gestellt. In Dresden ist er erstmals 1898 im Adressbuch verzeichnet und zog in die Königsbrücker Straße 8.[8]

1899 wurde von Koppenfels als Mitarbeiter der Abteilung IV für die persönlichen Angelegenheiten in das sächsische Kriegsministerium versetzt. Dort wurde er 1900 zum vortragenden Rat im königlichen Ministerium ernannt. 1902 zog er in die Nordstraße 13.[9] 1903 wurde er zum Kompaniechef der 10. Kompanie im Schützen-(Füsilier-)Regiment Nr. 108 ernannt, die in der Dresdner Schützenkaserne am Alaunplatz untergebracht war.

Am 21. Mai 1907 wurde von Koppenfels zum Major befördert und nichtetatmäßiger Stabsoffizier im Dresdner Schützenregiment, 1908 dort aggregierter (überzähliger) Offizier, als er im 3. Bataillon als Kommandeur eingearbeitet wurde. Ende 1909 wurde er zum Chef des 3. Bataillon im Schützenregiment ernannt. In dieser Dienststellung erhielt er 1912 seine Beförderung zum Oberstleutnant.[10] Er blieb im Dresdner Schützenregiment bis 1913. Im gleichen Jahr wurde von Koppenfels als Oberstleutnant und Stabsoffizier in das 8. Infanterie-Regiment Nr. 107 nach Leipzig versetzt, das in der Infanteriekaserne im Stadtteil Gohlis untergebracht war. In Leipzig wohnte er in die Luisenstraße 1b.[11] Mit Ausbruch des Ersten Weltkrieges wurde von Koppenfels - weiter im Rang als Oberstleutnant zum Kommandeur des Reserve-Infanterie-Regeiments Nr. 107 ernannt, einer Mobilmachungseinheit. Mit diesem Regiment wurde er neben dem Stammregiment Nr. 107 an die Westfront verlegt. Im 9. September 1914 nahm er mit seiner Einheit an den Gefechten bei Oeuvy-Gourgançon südlich von Châlons-en-Champagne an der Marneschlacht teil und wurde dafür, wie auch für seine Kämpfe nahe Dontrien-Baudesincourt mit dem höchsten militärischen Orden des Königreiches Sachsen, dem Militär-St.-Heinrichs-Orden ausgezeichnet.[12] In der Folge wurde er 1915 zum Oberst im Reserve-Infanterie-Regiment Nr. 107 befördert,[13][14]

1917 wieder nach Dresden zurück gekehrt, zog von Koppenfels in die Löwenstraße 4.[15] 1918, noch vor Beendigung des Ersten Weltkrieges wurde er mit dem Charakter als Generalmajor z.D. (zur Disposition) unter Fortzahlung der gesetzlichen Pension und mit der Erlaubnis zum Tragen der Generalsuniform in den einstweiligen Ruhestand versetzt.[16] Mit der Auflösung der sächsischen Armee und der Verkleinerung auf eine 100.000 Mann starke Reichswehr wurde von Koppenfels 1921 als Generalmajor a.D. (außer Diensten) in den endgültigen Ruhestand verabschiedet.[17] Die von Koppenfels wohnten zuletzt in der Löwenstraße 4, I. Stock[18], die Gattin Adelheid ab etwa 1937 in der Zittauer Straße 23, II. Stock.

[Bearbeiten] Auszeichnungen

  • Ritterkreuz 1. Klasse des königlich-sächsischen Verdienstordens
  • Komturkreuz 2. Klasse mit Schwertern des königlich-sächsischen Albrechtsordens

[Bearbeiten] Quellen

[Bearbeiten] Einzelnachweise

  1. Johann Christian von Hellbach, Adels-Lexikon, Erster Band A-K, Ilmenau 1825, Verlag B.F. Voigt, Online-pdf auf Google Books, S. 687
  2. von lat. maturitas ‚die Reifeprüfung'
  3. Programm des Gymnasiums zu Bautzen, Jahresbericht auf das Schuljahr 1882-1883, Karl Ernst Mucke 1854-1932, auf archive.org, digitalisiert von COLUMBIA UNIVERSITY LIBRARIES/ NEW YORK
  4. Adressbuch Freiberg 1886, S. 100, SLUB
  5. Adressbuch Freiberg 1891, S. 122, SLUB
  6. Adressbuch Freiberg 1895, S. 104, SLUB
  7. Adressbuch Freiberg 1897, S. 130, SLUB
  8. Adressbuch Dresden 1898, S. 343, SLUB
  9. Adressbuch Dresden 1903, S. 483, SLUB
  10. Adressbuch Dresden 1913, S. 609, SLUB
  11. Adressbuch Leipzig 1914, S. 500, SLUB
  12. Oberst a.D. Georg Richter: Der Königlich Sächsische Militär-St.Heinrichs-Orden, 1736-1918, Ein Ehrenblatt der Sächsischen Armee, Göppingen 1937, S. 391
  13. Adressbuch Leipzig 1915, S. 503, SLUB
  14. Adressbuch Leipzig 1916, S. 497, SLUB
  15. Adressbuch Dresden 1918, S. 467, SLUB
  16. Adressbuch Dresden 1919, S. 454, SLUB
  17. Adressbuch Dresden 1922/23, S. 523, SLUB
  18. Adressbuch von 1936
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