Johann-Meyer-Straße

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Straßenschild
Römmler-Häuser als Beispiel sozialen Wohnungsbaus in der Johann-Meyer-Straße

Die Johann-Meyer-Straße ist eine Straße in der Leipziger Vorstadt von Dresden, die das Hechtviertel auf westlicher Seite begrenzt. Benannt wurde die Straße 1874 nach dem Großkaufmann, Stifter und Mäzen Johann Meyer (18001887)[1].

[Bearbeiten] Geschichte

Als nach dem Bevölkerungsanstieg in Dresden in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts die Wohnungsnot speziell in den Jahren 1872 und 1873 sehr groß war, was Meyer bei einem Aufenthalt in der Schweiz aus der Zeitung „Dresdner Nachrichten“ erfuhr, beschloss er speziell für Arbeiter neue Wohnhäuser erbauen zu lassen.

Zurück in Dresden, händigte Meyer dem damaligen Oberbürgermeister Friedrich Wilhelm Pfotenhauer (18121877) umgehend die Summe von 100.000 Talern zur Linderung der Wohnungsnot aus. Sie wurde gleich bei der 1873 einsetzenden Bebauung der vormals Scheffelschen Felder in der Leipziger Vorstadt eingesetzt. In der westlich der oberen Hechtstraße neu angelegten und nach Johann Meyer benannten Straße ließ die Stadt bis 1874 vier zweistöckige Langhäuser nach Entwürfen Karl Lisskes errichten. Zur gleichen Zeit entstanden auch die zwei, um die Ecke in der Hechtstraße 20-21b (heute 75-77a) liegenden Häuser.[2] Das vordere wurde als eines von vier geplanten Eckhäusern erbaut und blieb das einzige seiner Art.[3] Im folgenden Jahrzehnt kamen, statt der im Plan vorgesehenen sechs, nur noch zwei Langhäuser hinzu.

Da der Abschnitt der ursprünglichen Johann-Meyer-Straße bis zur Hechtstraße 1893 der Buchenstraße zugeschlagen wurde, befinden sich zwei jener Langhäuser[4] heute in der Buchenstraße (Nr. 24-27)[5]. Bei den Luftangriffen auf Dresden im Februar 1945 wurde die Hälfte der insgesamt acht Arbeiterwohnhäuser zerstört, so dass in der heutigen Johann-Meyer-Straße keines mehr von ihnen zu finden ist.

Alle südlicher gelegenen Häuser in der Johann-Meyer-Straße sind jüngeren Datums als die Johann-Meyer-Häuser, die Bebauung der Straße erfolgte von Norden her. Interessanterweise wurde die Tradition des sozialen Wohnungsbaus jedoch fortgesetzt. Von 1913 bis 1914 ließ der Kleinwohnungsbauverein Dresden eGmbH an der Ecke Bischofsplatz / Johann-Meyer-Straße eine dreiflügelige Wohnanlage nach Plänen des Architekten Theodor Richter erbauen. Offenbar trugen die Häuser (Bischofsplatz 12/14/16 und Johann-Meyer-Straße 2–6b) den Namen des bekannten Dresdner Fotografen und Verlegers Emil Römmler (18421941). Dieser unterstützte die Genossenschaft aktiv und hatte zur Finanzierung des Baus beigetragen. [6]


[Bearbeiten] Adressen (Auswahl)

[Bearbeiten] Quellen und Einzelnachweise

  1. Adolf Hantzsch: Namenbuch der Straßen und Plätze Dresdens. Baensch, Dresden 1905.
    Schriftenreihe Mitteilungen des Vereins für Geschichte Dresdens, 17/18.
  2. Adreß- und Geschäftshandbuch der königlichen Residenz- und Hauptstadt Dresden 1880
  3. Die Bauten, technischen und industriellen Anlagen von Dresden, Seiten 404-406, 1878.
  4. Adreß- und Geschäftshandbuch der königlichen Residenz- und Hauptstadt Dresden 1892
  5. Adreß- und Geschäftshandbuch der königlichen Residenz- und Hauptstadt Dresden 1893
  6. Liste der Kulturdenkmale in der Leipziger Vorstadt (A–H)
  7. http://www.heizhaus.de/projekt_detail.php?ref_id=68&pageNum_referenzen=2&totalRows_referenzen=59
  8. Pressemitteilung der Stadt Dresden, 9.5.2017
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