Georgenbau

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altes Georgentor, jetzt an der Westseite, mit vertriebener Eva und Totenkopf
Herakles befreit einen Sklaven, Georgentor, Stadtseite

Das Georgentor, auch Georgenbau ist der Verbindungsbau zwischen Residenzschloss und Stallhof in der Altstadt und die Überbauung der Schloßstraße.

[Bearbeiten] Geschichte

Das Tor wurde wahrscheinlich durch den Dresdner Baumeister Bastian Kramer zwischen 1530 bis 1535 unter der Herrschaft von Herzog Georg dem Bärtigen an Stelle des "Brückenthores" errichtet. Beim Bau wurden zwei Bögen der Elbbrücke verschüttet. [1] Als Bauintendant fungierte Hans von Dehn-Rothfelser (* 1500 in Wittenberg (?); † 13. Juni 1561 in Dresden). Ihm oblag als Verwaltungsbeamter am sächsischen Hof die Organisation und Bauaufsicht beim Georgenbau.

Das Georgentor gilt als erster Renaissancebau Dresdens und Mitteldeutschlands. Das Gebäude bestand aus drei Geschossen mit zwei mächtigen Portalen, vier Volutengiebeln und einem reichen plastischen Schmuckwerk. Es war ursprünglich mit dem Dresdner Totentanz von Christoph Walther I. geschmückt und trug die Inschrift "Durch die Mißgunst des Teufels kam der Tod in die Welt".

Unter Kurfürst Moritz werden beim Umbau der Befestigungsanlagen ab 1547 fünf Pfeiler und vier Bögen der Elbbrücke auf einer Gesamtlänge von etwa 150 Metern zugeschüttet, dabei wird über dem nun ersten Pfeiler am Altstädter Ufer ein neues Brückentor (das Schöne Tor) errichtet.

Das Georgentor war von 1556 bis 1738 zugemauert. In diesen 182 Jahren wurde der Verkehr nicht wie bis dahin über die Schloßstraße geleitet, die am Georgentor beginnt, sondern durch das von Melchior Trost erweiterte neue Elbtor über die Augustusstraße. In dieser Zeit war auch der Südausgang der Stadt Dresden, das Seetor, vermauert, das sogar erst 1746 wieder geöffnet wurde. Der Verkehrsfluß verlief nicht mehr wie seit alters her über den Altmarkt (1400 "margt", 1410 "ring", 1452 "forum"), sondern über den erst um 1530 eingemeindeten und um 1550 durch Abtragung der ältesten Stadtmauer erweiterten Neumarkt um die Frauenkirche.

1701 ausgebrannt, wurde das Georgentor 1730 durch Johann Georg Maximilian von Fürstenhoff als zweigeschossiges, mit Ausnahmen von Lisenen, schmuckloses Gebäude wiedererrichtet, wobei Fürstenhoff als Bauherr das Palais selbst entwarf. Dabei wurden die beiden alten Portale wieder mit integriert. Schon 1718 und 1719 wurden durch den Franzosen Raymond Leplat die kurfürstlichen Prunkgemächer Augusts des Starken (* 12. Mai 1670 in Dresden; † 1. Februar 1733 in Warschau) eingerichtet, der damals auch König von Polen war.

Um 1833 wurde der Georgenbau aufgestockt. Dies eröffnete die Möglichkeit, von 1866 bis 1868 den königlichen Kleinen Ballsaal einzurichten.

Der heutige Bau im Stil der Neorenaissance entstand von 1889 bis 1901 nach Entwürfen von Gustav Frölich und Gustav Dunger im Zusammenhang mit dem Umbau des Dresdner Schlosses. Der Georgenbau wurde noch bis 1918 von den sächsischen Königen bewohnt, zuletzt von Friedrich August III..

Nach dem Wiederaufbau und der Sanierung ab dem Ende des 20. Jahrhunderts finden im Georgentor mehrfach im Jahr Sonderausstellungen statt.

[Bearbeiten] Quellen

  1. RAUDA, Wolfgang: Als baugeschichtlicher "Höhlenforscher" unterm Dresdner Schlosse, in: Mitteilungen des Landesvereins Sächsischer Heimatschutz, 1931

[Bearbeiten] Weblink

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