Fritz Löffler

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Löfflers Hauptwerk: Das alte Dresden (Buchumschlag)

Dr. Fritz Löffler (* 12. September 1899 Dresden; † 15. Mai 1988 ebenda) war der Jahrhundert-Denkmalpfleger für Dresden, Kunsthistoriker und Literaturwissenschaftler.

Er gehörte zum Freundeskreis von Ida Bienert. Zu diesem Kreis gehörten u.a. so bedeutende Künstler wie Walter Gropius, Oskar Kokoschka, Paul Klee, Otto Dix und Mary Wigman. Die Freunde unternahm Kunstfahrten mit Theodor Däubler nach Italien. Er widmete ihnen 1916 das expressionistische Bekenntnis „Der neue Standpunkt“.

Bis 1919 war Fritz Löffler Soldat im Ersten Weltkrieg. Nach seinem Studium in Jena, Greifswald und Italien promovierte er 1927 an der Ludwig-Maximilians-Universität München. Danach kam er nach Dresden zurück. Hier trat er die Stelle eines Assistenten im Stadtmuseum an. Er schrieb bedeutende Monographien über Otto Dix, Josef Hegenbarth und Eberhard Kretschmer. Einige Jahre nach der Machtübernahme der Nationalsozialisten wurde ihm im Jahre 1937 fristlos gekündigt. Grund war seine Unterstützung jüdischer und anderer Dresdner Künstler. Er musste ein zweites Mal als Soldat dienen bis 1942. Nach Ende des 2. Weltkriegs war es in diesen ersten Nachkriegsjahren kein leichtes Arbeiten. Wo gehungert und gefroren wurde, fiel es schwer, Geld und Verständnis für den Aufbau der ehemals königlichen Residenzbauten zu finden. Und so war es das Ziel mancher seinen kompromisslosen Kämpfe, die Ruinen für ihre Wiederherstellung zu konservieren und nicht einfach wegzusprengen. Die Zeit hat Fritz Löffler in vielem Recht gegeben. Sein schönster Lohn sind bis heute die Semperoper und das Schloss.

Fritz Löffler arbeitete bis 1951 in der Staatlichen Kunstsammlung, danach am Institut für Denkmalpflege bis ins Jahr 1967. Er unterstützte maßgeblich die Erhaltung der Bausubstanz älterer Bauwerke. Löffler veröffentlichte 1955/1956 sein Hauptwerk „Das alte Dresden“ über die Architekturgeschichte Dresdens. Dieses Buch wurde als Mahnung und als Aufforderung zum Wiederaufbau wichtiger Bauwerke verstanden. Für Kommunalpolitiker der DDR stellte es einen Affront gegen die sozialistische Stadt dar. Mit diesem Buch ist Fritz Löffler weltweit bekannt geworden, und in vielen Städten Europas ist man neidisch geworden auf solch ein umfangreiches dokumentarisches Wissen. Trotz aller Widrigkeiten bestimmte er an vielen Gebäuden, dass diese historisch wertvoll sind, erhalten werden müssen und nicht – wie vorgesehen – abgerissen werden sollten. Somit ergaben sich in der Zeit der DDR vielfältige Auseinandersetzungen mit der Dresdner Obrigkeit, nicht zuletzt mit dem SED-Oberbürgermeister Walter Weidauer (1946–1958). Auseinandersetzungen: Vor allem mit Oberbürgermeister Walter Weitnauer; Typoskripte zu den Stadtverordnetenversammlungen 1958 [1]

Bei seinem Tod am 15. Mai 1988 hinterließ Löffler zahlreiche Niederschriften, die sich heute in der SLUB befinden. Seine private Kunstsammlung vermachte er den Staatlichen Kunstsammlungen Dresden.

1983 erhielt Fritz Löffler den Martin-Andersen-Nexö-Kunstpreis.

Fritz Löffler wurde auf dem Äußeren Plauenschen Friedhof beerdigt.

Nach ihm wurde 1993 in der Südvorstadt die Juri-Gagarin-Straße in Fritz-Löffler-Straße umbenannt. Sie führt vom Hauptbahnhof bis zur Bergstraße. Bis 2007 trug zudem das Fritz-Löffler-Gymnasium seinen Namen – das Gebäude wird seit 2018 vom Ehrenfried-Walther-von-Tschirnhaus-Gymnasium genutzt.

Zitat über Fritz Löffler von Werner Schmidt (Kupferstichkabinett):

1999 wurde eine Denkmalstele für Fritz Löffler vor der Liebigstraße 29 enthüllt.

[Bearbeiten] Ausstellungen

[Bearbeiten] Literatur

[Bearbeiten] Einzelnachweise

  1. Sigrid Walther (Hrsg.): Fritz Löffler 1899–1988. Ein Leben für Kunst und Denkmalpflege in Dresden. Sandstein Verlag, Dresden 1999, ISBN 3-930382-31-8, S. 210.
  2. Ernst Hirsch: Das Auge von Dresden. Dresden 2017, ISBN 978-3-936240-33-7; S. 154.
  3. Sigrid Walther (Hrsg.): Fritz Löffler 1899–1988. Ein Leben für Kunst und Denkmalpflege in Dresden. Sandstein Verlag, Dresden 1999, ISBN 3-930382-31-8, S. 156.
  4. Sigrid Walther (Hrsg.): Fritz Löffler 1899–1988. Ein Leben für Kunst und Denkmalpflege in Dresden. Sandstein Verlag, Dresden 1999, ISBN 3-930382-31-8, S. 236.

[Bearbeiten] Quelle

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