Flughafen

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Flugzeug auf Flughafen DD
Roll-out der 152 im April 1958
Flughafenmodell der Werkfeuerwehr (2005)

Der Dresdner Flughafen heißt jetzt Flughafen Dresden International (IATA-Code DRS, ICAO-Code EDDC), liegt in Klotzsche und wird von der Mitteldeutschen Flughafen AG betrieben. Seit 2000 ist die Mitteldeutsche Airport Holding die Dachmarke der Mitteldeutschen Flughafen AG, ein Unternehmen der Öffentlichen Hand.

Die Entscheidung für den bereits dritten Dresdner Flughafen, den Flughafen Klotzsche (230 Meter über Normal), fiel schon im Jahr 1934. Der erste Flugplatz Dresden-Kaditz wurde 1926 stillgelegt. Der zweite Flugplatz Dresden-Heller konnte am 26. April 1926 auf dem Dresdner Heller eröffnet werden. Aber auch auf dem „Hellerplatz“ gab es Schwierigkeiten und nach der Fertigstellung des Flughafens Klotzsche 1935 wurde er aufgegeben. Tägliche Flugverbindungen führten nach Berlin, Breslau und Prag. Im modernen Flughafengebäude gab es ein Dachgartenlokal mit 750 Plätzen.

Um die Sicherheit gewährleisten zu können, wurde eine Feuerwehr gegründet. Am 10. Januar 1945: Großfeuer im Flughafengelände (Barackenbrand), zum Einsatz kam die Freiwillige Feuerwehr Hellerau (aus dem Jahresbericht für das Jahr 1944/45 der FFw Hellerau).

Die B 152 (auch Typ 152, Flugzeug 152 oder Baade 152) war das erste in den 1950er-Jahren entwickelte deutsche Passagierstrahlflugzeug. Es wurde vom VEB Flugzeugwerke Dresden entwickelt. Die Vorstellung des ersten Prototypen fand am 30. April 1958 auf dem Flughafen Klotzsche statt. Der erste 35-minütige Testflug des Prototyps 152/I V1 (DM-ZYA) erfolgte am 4. Dezember 1958.

Inhaltsverzeichnis

[Bearbeiten] Technische Daten

Die Start- und Landebahn (SLB) des Flughafens ist 2850 Meter lang und 60 Meter breit und damit für alle Passagierflugzeuge (auch Airbus A 380) geeignet. Sie wurde im Jahr 2007 fertiggestellt und hat eine alte SLB aus dem Jahr 1955 ersetzt. Es gibt 26 Abstellpositionen für Flugzeuge. Sechs davon haben mittels Fluggastbrücken direkten Zugang zum im Jahr 2001 eröffneten Terminal. Im Jahr 2013 wurden knapp 1,8 Millionen Passagiere abgefertigt, die gesamte Kapazität des Terminals liegt bei 3,5 Millionen Passagieren. Des Weiteren können jährlich jeweils 10.000 Tonnen Luftfracht und Luftpost abgefertigt werden.

Nach einem Tief der Passagierzahlen 2014 stiegen die Zahlen trotz gestrichener Verbindungen von Etihad Airways wieder. Mit 1,76 Millionen Passagieren lag der Flughafen 2018 von 22 Flughäfen an 14. Stelle in Deutschland. Im Jahr 2019 verzeichnete der Flughafen nur noch 1,59 Millionen Passagiere und damit einen Rückgang um 9,3 Prozent. Aufgrund der Corona-Pandemie 2020 wurde der Flughafenbetrieb stark beeinträchtigt und kam aber seitdem bis heute (2026) nicht wieder auf die Beine. 2024 zählte der Flughafen Dresden nur noch 882.424 Fluggäste; 5,1 Prozent weniger als 2023. Dieser Abwärtstrend scheint sich weiter fortzusetzen - für einen Flughafen einer Landeshauptstadt und über Halbmillionenstadt unakzeptabel.

Allerdings hat sich die Wettbewerbsfähigkeit des Luftverkehrsstandortes Deutschland in den vergangenen Jahren massiv verschlechtert. Steuern und Gebühren für Flüge ab Deutschland sind seit 2019 um teilweise mehr als 100 Prozent gestiegen und liegen mit 35 Euro für eine innerdeutsche oder -europäische Flugstrecke höher als irgendwo sonst in Europa. Das ist zum Beispiel sieben Mal mehr als in Spanien. Daher ziehen Airlines zunehmend Flugzeuge aus Deutschland ab und verlagern diese an attraktivere Standorte. Geld verdienen Airlines derzeit vor allem außerhalb Deutschlands - da boomt die Luftfahrt.

[Bearbeiten] Verbindungen bis 2019

Diverse Fluggesellschaften boten ab Dresden (DRS) Nonstopverbindungen an, teilweise mehrmals täglich. Über die Drehkreuze Frankfurt, München, Düsseldorf und Zürich konnten weltweit Ziele erreicht werden:

[Bearbeiten] 2021: Absetzung des Aufsichtsratsvorsitzenden wegen fragwürdiger Spesenabrechnungen und überhöhter Aufwandsentschädigungen

Im Sommer 2021 war der Aufsichtratsvorsitzende (seit 2000) Erich Staake nicht mehr tragbar.

Um die Arbeitsfähigkeit des MFAG-Aufsichtsrats sicherzustellen, amtierte seitdem Sachsens Finanzminister Hartmut Vorjohann (CDU) als dessen Vorsitzender.

Der 15-köpfige Aufsichtsrat der sächsischen Flughäfen war zu seiner Konstituierung Ende August nicht komplett. So besetzt Sachsen-Anhalt seine beiden Plätze erst nach der Regierungsbildung Mitte September.

Deswegen war eine außerordentliche Sitzung notwendig geworden, die im November 2021 stattfand.

Der Aufsichtsrat der Mitteldeutschen Flughafen AG (MFAG) wird seitdem erstmals von einer Frau geführt. Das Kontrollgremium hat Hiltrud Dorothea Werner, Vorstand der Volkswagen AG für Integrität und Recht, zu seiner Vorsitzenden gewählt. Der Freistaat Sachsen, Haupteigentümer des Konzerns, hatte die Managerin vorgeschlagen. Sie war die einzige Kandidatin und wurde einstimmig gewählt.

[Bearbeiten] Verbindungen nach der Coronapandemie und während des Ukrainekrieges (2024)

Durch den Konkurs der Germania Fluggesellschaft im Jahr 2019 verlor der Flughafen Dresden den größten Teil seiner Direktflüge.

Durch die multiplen Krisen wie die sich ab März 2020 anschließende Corona-Pandemie und die weltwirtschaftliche Misere durch den Ukraine-Krieg und den Palästina-Krieg hat sich diese Situation immer noch nicht verbessert, sondern sogar noch weiter verschlechtert.

Zum Jahreswechsel 2023/24 wurden lediglich noch sechs fernere Ziele angeflogen, drei davon auf den zu Spanien gehörenden ultraperipheren Kanarischen Inseln (geographisch zu Afrika):

  1. Palma de Mallorca (Spanien, westliches Mittelmeer)
  2. Antalya (Türkei, östliches Mittelmeer)
  3. Hurghada (Ägypten, Rotes Meer)
  4. Teneriffa (Kanarische Inseln, Atlantischer Ozean)
  5. Gran Canaria (Kanarische Inseln, Atlantischer Ozean)
  6. Fuerteventura (Kanarische Inseln, Atlantischer Ozean)

Darüber hinaus bestehen auch nur noch fünf direkte Städteverbindungen mit

  1. Frankfurt
  2. Düsseldorf
  3. München
  4. Zürich und
  5. Amsterdam

Damit verblieben von den mindestens[2] 189 ehemaligen Zielen vom Flughafen Dresden aktuell noch gerade einmal elf. Hier schlägt insbesondere die schlechte wirtschaftliche und finanzielle Situation im Osten Deutschlands voll durch.

siehe Direktflüge ab Dresden

[Bearbeiten] 2025: Verluste in Dresden verursachten eine Finanzierungslücke von 145 Millionen Euro bei der Mitteldeutschen Flughafen AG

Die Mitteldeutsche Flughafen AG konnte eine Finanzierungslücke von 145 Millionen Euro nur durch Kredite und Zuschüsse schließen. Erwartet wird, dass der Wegfall der Unterstützung aus Sachsen-Anhalt ab 2027 die finanzielle Belastung weiter verschärfen wird.

Der Flughafen Dresden verliert zunehmend an Bedeutung, insbesondere im Vergleich zum Nachbarflughafen Leipzig/Halle. Während in Leipzig 2023 die Passagierzahlen um 4,7 Prozent stiegen, musste Dresden ein Minus von 5,1 Prozent hinnehmen. Der Sommerflugplan macht den Unterschied noch deutlicher. Leipzig bedient 29 Ziele in 13 Ländern, Dresden lediglich 14 Ziele in sieben Ländern.

Das spiegelt sich auch in den Passagierzahlen wider. Am ersten Sommerferienwochenende 2025 wurden in Leipzig/Halle rund 24.500 Reisende erwartet. In Dresden blieb es vergleichsweise ruhig. Deswegen mussten bereits tiefgreifende Einschnitte vorgenommen werden, etwa durch den Abbau von 250 Verwaltungsstellen bis 2026.

[Bearbeiten] Chaos 2025: Flughafen Dresden wegen fehlender Lohnzahlungen ohne festes Sicherheitspersonal

Das Bundesinnenministerium (BMI) hatte 2024 dem damaligen Sicherheitsdienstleister ESA Luftsicherheit GmbH überraschend gekündigt. Grund waren wiederholte Beschwerden von Mitarbeitern. Unter anderem ging es um fehlende Lohnzahlungen. Die Zahl der Krankmeldungen stieg in kurzer Zeit deutlich an.

Das BMI reagierte. Die Kündigung kam außerordentlich. Damit verlor das Unternehmen sofort alle Rechte am Standort Dresden. Der Flughafen im Osten stand plötzlich ohne festes Sicherheitspersonal da.

Um den Betrieb aufrechtzuerhalten, sprang zunächst das Unternehmen Securitas ein. Der Dienstleister führte die Fluggast- und Gepäckkontrollen im Auftrag der Bundespolizei übergangsweise weiter. Nun steht fest: Securitas bleibt. Der Vertrag gilt ab dem 1. November 2025 für fünf Jahre.

Nach dem Chaos im Osten, ausgelöst durch fehlende Gehaltszahlungen und Personalengpässe, steht der Flughafen nun wieder auf festem Boden. Die Herausforderungen der letzten Monate waren groß. Doch mit dem Zuschlag für Securitas scheint sich die Lage zu stabilisieren.

Rund 80 Beschäftigte, die bereits in der Übergangszeit von Securitas übernommen wurden, können nun langfristig am Flughafen Dresden bleiben. Für sie bedeutet die Entscheidung ein Stück Planungssicherheit.

[Bearbeiten] 2026: Sachsen und Sachsen-Anhalt werden bis 2030 ihre Subventionen auf Null reduzieren

Im Januar 2026 hatten Sachsen und Sachsen-Anhalt angekündigt, ihre finanziellen Hilfen für die Mitteldeutsche Flughafen AG (MFAG) schrittweise reduzieren zu wollen. Ab 2030 sollen grundsätzlich keine Kompensationszahlungen mehr fließen. Zugleich geht Dresden künftig einen Sonderweg: Sachsen-Anhalt will sich ab 2027 nicht mehr an Zuschüssen für den Standort beteiligen. Sachsen plant deshalb einen Strukturausgleich und will den Airport ab 2027 bis zunächst 2030 zusätzlich mit jährlich neun Millionen Euro stützen. Allerdings ist es fraglich, ob die Flughäfen - insbesondere Dresden - ab 2030 ohne Subventionen auskommen können: Die DLR-Auswertungen zeigen, dass der Low-Cost-Anteil in Dresden von über 40 Prozent vor Corona auf nur noch rund 6 Prozent in 2025 gesunken ist, in Leipzig von knapp 18 auf unter 10 Prozent. Gegenüber 2019 liegt das Low-Cost-Flugangebot in Dresden um rund 89 Prozent niedriger, in Leipzig um 61 Prozent. Außerdem liegt das BIP je Einwohner in der Region Leipzig bei lediglich 36.200 Euro. Für Dresden und Leipzig/Halle erschwert das die Rückkehr zu mehr Passagierverkehr zusätzlich. Dresden liegt außerdem im Einzugsbereich der internationalen Flughäfen in Berlin und Prag, die ein deutlich breiteres Angebot haben.[3]

[Bearbeiten] Zukunft des Flughafens

Für die Zukunft des Flughafens wird das Jahr 2030 entscheidend. Sollte kein tragfähiges Konzept präsentiert werden, droht Dresden die Abkopplung von der internationalen Luftfahrt. Der Flughafen könnte geschlossen werden wie der Schwerin-Parchim International Airport (SZW und EDOP) im Februar 2023, der demnächst wegen seiner östlichen Lage zweiter Standort des Marinefliegerkommandos werden soll.

Erschwerend kommt hinzu, daß die EU-Kommission fordert, Subventionen für Flughäfen mit weniger als drei Millionen Passagieren pro Jahr zu beenden, was Sachsen und Sachsen-Anhalt im Januar 2026 auch beschlossen haben. Der Flughafen Dresden lag mit 383.955 Flugpassagieren im ersten Halbjahr 2025 hoffnungslos hinter dieser Vorgabe der EU. Allein Sachsen subventioniert zwischen 2024 und 2026 mit rund 100 Millionen Euro an Steuergeldern die Betreiber-Gesellschaft.

An der Mitteldeutschen Flughafen AG (MFAG) halten Sachsen 77,29 Prozent und Sachsen-Anhalt 18,54 Prozent der Anteile, den Rest halten die drei Städte Dresden, Leipzig und Halle. Alle Anteilseigner müssen ständig subventionieren.

Wegen des sehr niedrigen BIP und der sehr niedrigen Vermögen in Sachsen und Sachsen-Anhalt wird es für die Flughäfen auch sehr schwierig werden, wirtschaftlich auf eigenen Füßen zu stehen.

[Bearbeiten] Flugzeugtypen

Flugzeugtypen, die Dresden im regelmäßigen Verkehr anfliegen/anflogen:

[Bearbeiten] Billigflieger

Sogenannte Billigflieger auf dem Dresdner Flughafen gibt es in größerem Umfang erst seit 2005/2006. Im Dezember 2014 boten Easyjet, Germanwings und Vueling Flüge ab Dresden an.

Durch die Covid-19-Pandemie und den Ukrainekrieg gibt es aktuell (August 2024) keine sogenannten Billigflieger mehr ab Dresden (vgl. Direktflüge ab Dresden).

[Bearbeiten] Erreichbarkeit


[Bearbeiten] Siehe auch

Siehe auch: Direktflüge ab Dresden

[Bearbeiten] Weblinks

[Bearbeiten] Anmerkungen

  1. "VW-Managerin soll Sachsens Flughafen-Konzern kontrollieren". Sächsische Zeitung vom 8. November 2021.
  2. Die 189 inzwischen zumeist historischen Direktverbindungen beziehen sich insbesondere auf die Interflug der DDR und die Germania Fluggesellschaft. Tatsächlich liegt die Gesamtzahl bei wahrscheinlich deutlich über 200 Direktzielen.
  3. "Warum Ost-Airports schwächeln, während andere wieder boomen. Während andere Flughäfen boomen, hinken die ostdeutschen Airports dem Vorkrisenniveau hinterher. Woran das liegt - und was das Deutsche Zentrum für Luft- und Raumfahrt als zentrale Hürden nennt." Der Stern vom 25. Januar 2026.
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