Curt von Loeben

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Wappen der Adelsfamilie von Loeben/ von Löben

Curt von Loeben, teilweise auch Kurt von Löben (* 1. Dezember 1841 in Rüsseina bei Nossen; † 3. Juni 1920 in Dresden)[1] war ein königlich-sächsischer Offizier und General, zuletzt als Kommandeur eines sächsischen Großverbandes im Rang eines Generalleutnants.

Inhaltsverzeichnis

[Bearbeiten] Familie

Curt von Loeben enstammte der Adelsfamilie von Loeben/von Löben, die zum sächsisch-schlesischen Uradel zählt. Die gesicherte Stammreihe des sächsischen Stammes der Familie beginnt 1448 mit Kaspar von Loeben. Von Loeben entstammte dem Oberlausitz-schlesischen Stamm mit dem Stammvater Kaspar von Loeben (* um 1477), Herr auf Freywalda, Schlieben und Bollensdorf, dort der I. Linie und dem 1. Ast mit von Loebens Großvater als Stammvater, dem königlich-sächsischen Major Karl August Albrecht von Loeben (17621821).

Eine Reihe von Familienmitgliedern erhielten in Sachsen und Preußen hohe Ämter oder Militärsränge, ein Stamm erhielt den Freiherrenstand, eine Linie den Grafenstand, die allerdings beide im Mannesstamm ausgestorben sind. Der königlich-sächsische Generalleutnant Robert von Loeben (18101890) war ein Onkel, der Wirkliche Geheime Kriegsrat Aemil Gustav von Loeben (18571940) sowie die beiden königlich-sächsischen Oberst Paul Wolf von Loeben (18311907) und Max Ernst von Loeben (18391918) Cousins, der Amtshauptmann Max Georg von Loeben (18791958) ein Neffe 2. Grades von ihm. Die königlich-preußischen Generäle Heinrich Richard Wilhelm von Loeben (18331895), Konrad von Loeben (18521911) und Richard Friedrich Maria von Loeben (18531930) waren entfernte Vetter von ihm, ersterer aus der II. Linie des Oberlausitz-schlesischen Stammes, die beiden anderen aus der I. Linie des niederlausitzischen Stammes.

Curt von Loeben war das sechste Kind und der jüngste Sohn des Dompredigers zu Meißen und Pfarrers in Rüsseina, Otto von Loeben (* 11. November 1799 in Dresden; † 29. Dezember 1873 ebenda) und dessen 1826 geheirateter Ehefrau Agnes Elisabeth geb. von Ehrenstein (* 17. Februar 1802; † 1. März 1888 in Wildenhain bei Großenhain). Von Loeben hatte sieben Geschwister:

Curt von Loeben heirate am 20. Mai 1869 in Bautzen Kamilla Pauline geb. Weltz (* 14. Februar 1843 in Bautzen; † 13. März 1919 in Dresden). Das Ehepaar von Loeben hatte drei Söhne:

[Bearbeiten] Leben und Wirken

Curt von Loeben entschied sich wie mehrere andere männliche Familienangehörige für eine militärische Karriere. Bereits im Alter von 15 Jahren trat er 1857 als Kadett bei der sächsischen Armee ein und erhielt seine erste militärische sowie seine höhere Schulbildung im Dresdner Kadettenhaus, das sich in der Dresdner Neustadt befand. Am 1. April 1860 erhielt von Loeben sein Patent als Portepee-Fähnrich und damit als Offiziersanwärter im 16. Infanterie-Bataillon in Bautzen in der dortigen alten Kaserne. Am 7. Juli 1861 erhielt er auch sein Offizierspatent im ersten Leutnantsdienstgrad als Sekondé-Lieutenant im 16. Infanteriebataillon, zugehörig zur (4.) königlich-sächsischen Leib-Brigade, in Bautzen, wo er die nächsten fünf Jahre seinen Dienst versah.[2]

1865 wurde von Loeben zum - noch als Leutnant - in das 14. Infanterie-Batillon in der Ritterstraße 1 in der damaligen Infanteriekaserne in der Dresdner Neustadt versetzt. Als solcher ist er erstmals 1866 im Dresdner Adressbuch verzeichnet.[3] Am 6. Juli 1866 erhielt von Loeben seine Beförderung zum Premier-Lieutenant unter gleichzeitiger Versetzung als Adjutant zum 2. Bataillon im 1. (Leib-)Grenadier-Regiment Nr. 100. 1866, nach dem Deutschen Krieg zog er an den Altmarkt 25,[4] 1867 in die Theresienstraße 14, [5] 1869 dann in die Markgrafenstraße 7.[6]

Am 5. Februar 1871 wurde von Loeben zum Hauptmann befördert und Kompaniechef der 2. Kompanie im 1. Bataillon des 1. (Leib-)Grenadier-Regiments Nr. 100, das sich in der neuen Grenadierkaserne in der Dresdner Albertstadt befand.[7] 1873 zog er an den Obergraben 1,[8] 1875 in die Bautzner Straße 64.[9] In der Dienstellung als Kompaniechef blieb er bis Anfang 1881. Am 1. April 1881 erhielt von Loeben seine Beförderung zum Major und wurde damit Bataillonskommandeur im Leib-Grenadier-Regiments Nr. 100.[10] 1882 zog er in die Nordstraße 36.[11] 1884 wurde von Loeben als Bataillonskommandeur in das 2. Grenadierregiment Nr. 101 versetzt.[12]

Am 1. April 1887 wurde von Loeben zum Oberstleutnant befördert und als etatmäßiger Stabsoffizier in das 11. Infanterieregiments Nr. 139 nach Döbeln versetzt, wo sich der Stab des Regiments sowie das 1. und 2. Bataillon befand. Das 3. Bataillon dieses Regiments war in Leisnig disloziert. In Döbeln zog von Loeben in das Haus 560C in der dortigen Bahnhofsstraße.[13] Am 20. März 1890 wurde von Loeben unter gleichzeitiger Beförderung zum Oberst zum Kommandeur des 10. Infanterieregiments Nr. 134 in Leipzig ernannt. Dort zog er anfangs an den dortigen Nordplatz 1.[14]

Am 25. März 1893 erhielt von Loeben vom sächsischen König Albert seine Ernennung zum Generalmajor und zum Kommandeur der 4. königlich-sächsischen Infanterie-Brigade Nr. 48, deren Stab in Leipzig war. Noch im gleichen Jahr erhielt von Loeben für seine Verdienste vom sächsischen König mit dem Komturkreuz des Albrechtsordens einen der höchsten Orden des Königreiches.[15] Von Loeben führte den Großverband der sächsischen Armee ungefähr drei Jahre, bevor er am 12. April 1896 bei gleichzeitiger Beförderung zum Generalleutnant z.D. (zur Disposition) unter Fortzahlung der gesetzlichen Pension in den vorläufigen Ruhestand verabschiedet wurde. Mit diesem Dienstrang durften er und seine Ehefrau den Ehrentitel "Exzellenz" führen. Von Loeben übergab das Kommando der 4. Infanterie-Brigade Nr. 48 an seinen Nachfolger, Paul Hingst, der damals bereits den Rang als Generalmajor inne hatte.

1896 kehrte von Loeben mit seiner Frau in die Elsasser Straße 6 nach Dresden zurück.[16] 1902 zogen sie in die Elisenstraße 16.[17] 1919, nach dem Tod seiner Ehefrau zog von Loeben noch in die Zittauer Straße 10,[18] wo er bis zu seinem Tod wohnte. Eigentümer dieses Hauses war der Obergeneralarzt Dr. med. Ernst Georg Schill (18521925). [19] Noch bis in das hohe Alter war von Loeben Senior des Familienverbandes der Adelsfamilie von Loeben.

[Bearbeiten] Auszeichnungen (Auswahl)

[Bearbeiten] Quellen

[Bearbeiten] Einzelnachweise

  1. Datensatz auf Ancestry
  2. Staatshandbuch des Königreiches Sachsen 1863, Digitalisat der Bayerischen Staatsbibliothek, S. 451
  3. Adressbuch Dresden 1866, S. 186, SLUB
  4. Adressbuch Dresden 1867, S. 191, SLUB
  5. Adressbuch Dresden 1868, S. 196, SLUB
  6. Adressbuch Dresden 1870, S. 196, SLUB
  7. Adressbuch Dresden 1872, S. 208, SLUB
  8. Adressbuch Dresden 1874, S. 227, SLUB
  9. Adressbuch Dresden 1876, S. 243, SLUB
  10. Adressbuch Dresden 1882, S. 259, SLUB
  11. Adressbuch Dresden 1883, S. 264, SLUB
  12. Adressbuch Dresden 1885, S. 296, SLUB
  13. Adressbuch Döbeln 1888/89, S. 62, SLUB
  14. Adressbuch Leipzig 1891, S. 387, SLUB
  15. Adressbuch Leipzig 1894, S. 520, SLUB
  16. Adressbuch Dresden 1897, S. 350, SLUB
  17. Adressbuch Dresden 1903, S. 546, SLUB
  18. Adressbuch Dresden 1920, S. 536, SLUB
  19. Datensatz im Forum für deutsche Militärgeschichte

[Bearbeiten] Weblinks

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