Clara von Krauß

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Clara von Krauß geb. Bienert, auch Klara Krauss (* 28. Juli 1850 in Dresden; † 12. Oktober 1926 in Gröditz bei Bautzen) war eine Tochter des Mühlenbesitzers Traugott Bienert und die Ehefrau des später geadelten, Königlich Sächsischen Generalmajors Oskar von Krauß.

[Bearbeiten] Familie

Clara Bienert entstammte aus der gleichnamigen, traditionsreichen Müllerfamilie Bienert, die bis in das 14. Jahrhundert zurück verfolgbar ist. Erster Namensträger war Heinrich Bener, der 1360 Müller in Freitelsdorf war. Die ununterbrochene Stammfolge beginnt mit Georg Biner (auch Georg Bienert, 15101585), der Müller in Leppersdorf bei Radeberg war und teilt sich ab dem Ende des 16. Jahrhunderts und Anfang des 17. Jahrhunderts in vier Hauptlinien, von denen drei Linien das Müllergewerbe weiterverfolgten.

Clara wurde als drittes Kind von Gottlieb Traugott Bienert (* 21. Juli 1813 in Eschdorf; † 22. Oktober 1894 in Dresden) und dessen Ehefrau Christiane Wilhelmine Leitholdt (* 29. Januar 1819 in Schullwitz bei Dresden; † 4. Oktober 1904 in Dresden), die Tochter des Rittergutsbesitzers und Landrichters zu Schullwitz sowie späterem Landtagsabgeordnetem Johann Gottlob Leitholdt († 1859)[1] geboren. Clara hatte noch vier Schwestern und zwei Brüder:

Clara Bienert heiratete den königlich-sächsischen Offizier Gustav Herrmann Oskar Krauß (* 1835; † 7. April 1915 in Dresden),[3] zuletzt im Rang eines Generalmajors. Das Paar hatte einen Sohn:

[Bearbeiten] Leben und Wirken

Über die Töchter von Traugott Bienert ist nur wenig überliefert. Sie waren - entsprechend der damaligen Einstellung zu Frau und Familie - meist „nur“ eine „gute Partie“, brachten aber für ihre Ehegatten ein nicht unbeträchtliches Vermögen mit in die gemeinsame Ehe.

So kaufte Clara vom Vermögen ihres Vaters 1896 das Rittergut Gröditz bei Weißenberg mit einer Größe von 434 Hektar und 10.197 Morgen samt Mobilar. Weitere 37 Hektar, die zum Rittergut dazugehörten, befanden sich auf preußischem Territorium. Zum Rittergut gehörten eine Brennerei, eine Schneidemühle, eine Ziegelei und ein Elektrizitätswerk sowie das kleine, aber durchaus ansehnliche Schloss. Clara überschieb das Rittergut ihrem Mann Oskar, der das Gut in ein Fideikommissgut umwandelte. Oskar Krauß ließ die Gartenanlagen des Schlosses umgestalten und erweitern.[5] Clara stiftete zusammen mit ihrem Ehemann 1897 in Gröditz einen neuen Wasserturm an der Gemeindegrenze sowie ein Elektrizitätswerk für die Gemeinde.[6] 1920 ging das Gut an den einzigen Sohn des Paares über.[7]

1911 wurde Claras Mann Oskar durch den sächsischen König Friedrich August III. in den erblichen Adelsstand erhoben.[8] 1912 hatte das Rittergut einen Wert von 800.000 Mark. 1921 brannte das Schloss Gröditz teilweise ab. Bis heute hält sich unter Einheimischen das Gerücht, dass dabei ein „Goldschatz der Bienert-Tochter“ mit verbrannt sei. 1922 bis 1924 wurde das Schloss durch den Burgenforscher und -restaurator sowie Architekten Bodo Ebhardt (18651945) wieder in ursprünglicher Form aufgebaut und um einen Altan erweitert.[9] Das Ehepaar Krauß wurde nach deren Tod auf dem Friedhof in Gröditz begraben.

[Bearbeiten] Quellen

[Bearbeiten] Einzelnachweise

  1. In vielen Publikationen wird der Name seiner Frau und des Schwiegervaters mit Leuthold(t) angegeben. Die hier verwendete Namensform orientiert sich an dem in der Datenbank des Sächsischen Landtags verwendeten Familiennamens von Johann Gottlob Leitholdt
  2. Veit Harlan in der Neuen Deutschen Biographie
  3. Datensatz auf Ancestry, Anmeldung erforderlich
  4. Schloss, Rittergut und Dorf Gröditz auf www.schlossarchiv.de
  5. Geschichte Schlosspark Gröditz auf: www.gartenkulturpfad-neisse.org
  6. B. Pätzig: Revitalisierung Gröditzer Park und Skalental auf: www.dbu.de, Online-pdf, S. 18
  7. Gröditzer Skala auf pro-groeditz.de
  8. Geschichte des Schlosses Gröditz auf www.heykodehn.de
  9. Geschichte des Schlosses Gröditz auf pro-groeditz.de
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