Christoph Sigismund Freiherr von Gutschmid

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Wappen der Freiherren von Gutschmid

Christoph Sigismund Freiherr von Gutschmid (* 14. Oktober 1762 in Dresden; † 7. Juni 1812 in Puławy, Herzogtum Warschau, Polen) war ein anfangs kurfürstlich-sächsischer, später königlich-sächsischer Offizier und General, zuletzt als Kommandeur eines sächsischen Großverbandes der Kavallerie im Rang eines Generalleutnants.

Inhaltsverzeichnis

[Bearbeiten] Familie

Gottlieb August Freiherr von Gutschmid entstammte dem 1770 durch Kaiser Joseph in den erblichen Reichsfreiherrenstand erhobenen Adelsgeschlecht von Gutschmid.

Gottlieb August Freiherr von Gutschmid war der Sohn des kurfürstlich-sächsischen Vizekanzlers und Kursächsischen Geheimen Kabinettsministers, Baron Christian Gotthelf von Gutschmid (* 12. Dezember 1721 in Kahren bei Cottbus; † 30. Dezember 1798 in Dresden) und dessen Ehefrau Karoline Marie Wilhelmine geb. Müller (* 3. Januar 1733 in Knauthain bei Leipzig; † 13. Juni 1801 in Kleinwolmsdorf bei Radeberg), Tochter des kursächsischen Kammerkonsulanten, Steuerprokuratoren und Leipziger Advokats Johann Wilhelm Müller (16971773) und Schwester des Leipziger Bürgermeisters Carl Wilhelm Müller (17281801). Gottlieb August hatte noch sieben Geschwister, vier Brüder und drei Schwestern, u.a.:

Christoph Sigismund Freiherr von Gutschmid heiratete am 9. September 1798 in Walda bei Großenhain Friederike Rudolfine Ursula Fischer (* 18. August 1777 in Walda bei Großenhain; † 22. Dezember 1858 in Dresden), Tochter des Juristen und kursächsischen Appellationsrates, Prof. Dr. jur. Friedrich August Fischer (17271787). Ihr Sohn, Hermann Otto Theodor Freiherr von Gutschmid (* 22. März 1800 in Dresden; † 10. Februar 1836), später königlich-sächsischer Justizrat, heiratete seine Cousine, Luise Wilhelmine Freiin von Gutschmid (17971848), Tochter von Gottlieb August Freiherr von Gutschmid.

[Bearbeiten] Leben und Wirken

Christoph Sigismund Freiherr von Gutschmid entschied sich für eine militärische Laufbahn in der kursächsischen Armee, allerdings ohne jemals dort Kadett oder Fähnrich gewesen zu sein. Er erhielt sein Offizierspatent am 7. Dezember 1778 im ersten Leutnantsdienstgrad als Sous-Lieutenant bei der sächsischen Kavallerie und diente anfangs bei den Karabiniers im Regiment des Grafen Carl Adolph Graf von Brühl unter der Führung von Oberst Christian August Graf von Bassewitz.

1785zum Premier-Lieutenant befördert, 1790 dann zum Rittmeister und Kommandeur einer Schwadron, war von Gutschmid 1792 Teil des mobil gemachten sächsischen Korps der deutschen Reichsarmee gegen Frankreich. Er nahm 1793 an der Schlacht bei Kaiserslautern im Ersten Koalitionskrieg teil und erhielt im gleichen Jahr den preußischen Militärverdienstorden. 1795, noch vor der Rückkehr nach Sachsen, wurde von Gutschmid zum Major und Stabsoffizier befördert. Von Gutschmid war bis 1798 Berichterstatter von Militärangelegenheiten im sächsischen Generalstab. Während dieser Zeit wohnte er in der Großen Frauengasse 791 in der Dresdner Altstadt.[2] 1802 wurde von Gutschmid zum Obrist-Lieutenant (Oberstleutnant) befördert.

Am 16. Juli 1805 wurde von Gutschmid unter gleichzeitiger Beförderung zum Oberst kurfürstlicher, ab 1806, nach dem Beitritt Sachsens zum Rheinbund und der Erhebung zum Königreich durch den französischen Kaiser Napoleon königlicher Generaldjutant des sächsischen Staatsoberhaupts Friedrich August der Gerechte während des Vierten Koalitionskrieges. Im Mai 1807 nahm von Gutschmid an der Belagerung von Danzig teil, wofür er am 11. Januar 1809 mit dem höchsten militärischen Orden des Königreiches Sachsen, dem Militär-St.-Heinrichs-Orden ausgezeichnet wurde.

Im Januar 1809 übertrug der sächsische König von Gutschmid das Kommando über das sächsische Husarenregiment, nachdem der bisherige Regimentskommandeur Oberst von Pflugk, der es seit 1805 geführt hatte, im gleichen Jahr pensioniert wurde. Das Husarenregiment war zu dieser Zeit mit acht Schwadronen in Artern, Kölleda, Wiehe, Gebesee, Kindelbrück, Heldrungen und Roßleben stationiert. Noch im gleichen Monat wurde von Gutschmid zum Generalmajor ernannt. Auch bei der Schlacht bei Wagram im Juli 1809 führte er das Husarenregiment.

Am 23. Februar 1810 wurde von Gutschmid zum Generalleutnant befördert und übernahm als Kommandeur die sächsische Kavalleriedivision. Dieser Großverband der sächsischen Armee bestand aus der Garde du Corps und sämtlichen Kavallerie-Regimentern. Der Stab befand sich in Dresden. Aufgrund der Rangerhöhung zum Generalleutnant durften von Gutschmid und seine Ehefrau den Ehrentitel "Exzellenz" tragen. Als solcher ist er 1812 auch im königlich-sächsischen Hof- und Staatskalender erwähnt. Im gleichen Jahr nahm er am Feldzug gegen Rußland teil, wo er aber schon zu Beginn an einer Krankheit in Pulawy in Polen starb.[3] Freiherr von Gutschmid war Mitglied der Kommission zur Reorganisation des sächsischen Heeres. 1812, nach der Aufstockung der sächsischen Armee und damit auch der Kavallerie hatte von Gutschmid als Divisionskommandeur die Befehlsgewalt über folgende berittene Einheiten mit über 6500 Mann:

Im 25. Band des Neuen Archives für Sächsische Geschichte und Altertumskunde von 1904 wird Gutschmid mehrmals für seine Verdienste gewürdigt.[4] Darin heißt es unter der Abhandlung von General von Thielmann, dass:

Im Zusammenhang mit dem Tod von Gutschmid beim Rußlandfeldzug heißt es weiter:

Auch ein Unterstützer Thielemanns, der Bürgermeister Heyme schrieb in einem seiner Briefe:

[Bearbeiten] Auszeichnungen (Auswahl)

[Bearbeiten] Quellen

[Bearbeiten] Einzelnachweise

  1. Schlechte, Horst, „Gutschmid, Christian Gotthelf Freiherr von“, in: Neue Deutsche Biographie 7 (1966), S. 349, Onlinefassung, Genealogie Christian Gotthelf Freiherr von Gutschmid
  2. Dresden zur zweckmäßigen Kenntniß seiner Häuser und deren Bewohner 1799, Seite 177 auf adressbuecher.genealogy.net]
  3. Königlich Sächsischer Hof- und Staats-Kalender auf das Schaltjahr 1812, Leipzig, Weidmannsche Buchhandlung, Onlinefassung auf Google Books, S. 288
  4. Neues Archiv für Sächsische Geschichte und Altertumskunde, Herausg. Dr. Hubert Ermisch, Oberregierungsrat, 25. Band, Dresden 1904, Verlag Wilhelm Baensch, Onlineausgabe in archive.org
  5. a.a.O., S. 135f.

[Bearbeiten] Weblinks

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