Samuel Benedikt Carpzov

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Samuel Benedikt Carpzov

Samuel Benedikt Carpzov (* 17. Januar 1647 in Leipzig; † 31. August 1707 in Dresden) war ein Theologe.

[Bearbeiten] Leben und Wirken

Carpzov erlangte 1666 den Titel Magister. Auf Rat seines Schwagers, des Dresdner Oberhofpredigers Martin Geier, ging er 1668 nach Wittenberg. 1671 wurde Carpzov Professor der Dichtkunst. In Wittenberg hatte er engen Kontakt zu den seinerzeit extremsten der lutherischen Streittheologen, Abraham Calov und Aegidius Strauch. Er selbst blieb jedoch bei einer gemäßigten Haltung.

1674 kam Carpzov als Hofprediger nach Dresden. 1680 wurde er Superintendent und Prediger an der Kreuzkirche, 1681 Mitglied im Oberkonsistorium und 1692 Oberhofprediger. Als Mitglied des Oberkonsistoriums zeichnete Carpzov 1686 verantwortlich für die Berufung des Pietisten Philipp Jacob Spener als Oberhofprediger nach Dresden, von dem er sich jedoch später distanzierte, als sein Bruder Johann Benedikt Carpzov Partei gegen die Pietisten ergriff. Nach Speners Weggang aus Dresden übernahm Carpzov selbst dessen Stelle und unterdrückte nun seinerseits die Pietisten. 1688 weihte er die Dreikönigskirche. In Trachenberge besaß er einen Weinberg, der 1721 von Lüder Hildebrand übernommen wurde.

[Bearbeiten] Familie

Carpzovs Vater, Johann Benedikt Carpzov (* 22. Juni 1607 in Rochlitz; † 22. Oktober 1657 in Leipzig), war ein Bruder von Benedikt Carpzov. Er wurde 1633 Pastor in Meuselwitz. Als Professor der Theologie begründete er in Leipzig die Disziplin der Symbolik (nachgelassenes Werk »Isagoge in libros ecclesiarum Lutheranarum symbolicos etc.«, Leipzig 1665).

Zwei Brüder von Carpzov waren Professoren in Leipzig. Der Theologe und Orientalist Johann Benedikt Carpzov (* 24. April 1639; † 23. März 1699) wurde 1662 Prediger in Leipzig, 1668 Professor der orientalischen Sprachen und 1684 der Theologie. Er machte sich durch seinen Kampf gegen die Pietisten und hauptsächlich dadurch bekannt, dass er die Collegia philobiblica unterdrückte. August Benedikt Carpzov (* 2. November 1644; † 4. März 1708) war Professor der Rechte in Leipzig und schrieb über Zivilrecht. Eine Schwester, Christine Elisabeth Carpzov, verheiratet mit Martin Geier, war eine Vorfahrin der niederländischen Königsfamilie.[1]

Johann Gottlieb Carpzov war sein Sohn. Ein weiterer Sohn, Johann Benedikt Carpzov, war Kreisamtmann in Wittenberg († 1739). Dessen Sohn Friedrich Benedikt Carpzov (* 21. Oktober 1702 in Zittau; † 1744) war Professor des Natur- und Völkerrechts in Wittenberg.

[Bearbeiten] Quellen

[Bearbeiten] Einzelnachweise

  1. Bernhard Pabst: „Die Gelehrtenfamilie Carpzov in Brandenburg und Leipzig“

[Bearbeiten] Weblinks

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