Moritz von Brescius

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Karl Moritz von Brescius, anfangs auch Carl Moritz Brescius (* 15. Juni 1806 in Bautzen; † 21. November 1881) war ein sächsischer Jurist, Rittergutsbesitzer, Politiker und Abgeordneter des sächsischen Landtages in der damaligen II. Kammer des Königreiches Sachsen.

[Bearbeiten] Familie

Karl Moritz Brescius entstammte der Lausitzer Familie Brescius. Er war der jüngste Sohn des Kamenzer Juristen und Bürgermeisters Wilhelm Gottfried Brescius (* 22. Dezember 1758 in Bautzen; † 15. Juni 1835 in Kamenz) und dessen 1794 geheirateter Ehefrau. Johanna Henrietta Martha geb. Compaß (* 1766; † 2. April 1839 in Dresden), Erbin des Ritterguts Rothnaußlitz und einzige Tochter des Kamenzer Bürgermeisters Dr. Karl Gottlob Compaß auf Rothnaußlitz († 1800).

Moritz’ Großeltern väterlicherseits waren der Jurist, kaiserliche Post- und Kommissionsrat sowie Oberpostmeister der Oberlausitz, Karl Ehrenfried Brescius (17301802) und dessen Ehefrau, Friederike Caroline geb. Pöppelmann (17401803), einer Enkelin des Dresdner Oberlandbaumeisters Matthäus Daniel Pöppelmann. Moritz hatte noch drei ältere Brüder:

Moritz von Brescius heiratete 1839 Amalie Ernestine geb. Lehmann (* 8. März 1819; † 24. Juni 1877 in Klein-Seitschen), die Tochter des Rittergutsbesitzers Johann Gottfried Lehmann auf Reichwalde († 1857). Das Paar hatte sechs Töchter:

[Bearbeiten] Leben und Wirken

Moritz Brescius studierte Rechtswissenschaften und wirkte 1835, beim Tod seines Vaters als Assessor in Bautzen.[6]

Nach dem Tod von Georg Barth, kaufte Moritz Brescius 1837 das Rittergut Klein-Seitschen bei Bautzen von den Erben der Familie Barth [7] und ließ in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts auf den Grundmauern des Vorgängerbaus ein neues Gutshaus errichten.[8] Das Rittergut Klein-Seitschen befand sich bis 1894 im Besitz der Familie von Brescius.

Ab dem 2. Ordentlichen Landtag des Königreiches Sachsen 1842/43 war Moritz Brescius stellvertretender Abgeordneter in der II. Kammer für die Rittergutsbesitzer der Oberlausitz. In dieser Funktion blieb er in den folgenden Legislaturperioden bis zum 6. Landtag 1850/51. An dem 7. Ordentlichen Landtag fungierte Brescius als Abgeordneter.[9] Dies blieb er bis zum Ende des 8. Ordentlichen Landtages 1855.[10]

Nachdem Brescius Schwiegervater, Johann Gottfried Lehmann 1848 das Gut und die Herrschaft Jahmen mit dem dazugehörigen Schloss erwarb,[11] zu dem die Güter Dürrbach, Boxberg und drei weitere gehörten,[12] fiel dieses Rittergut nach dem Tod seines Schwiegervaters ab 1857 an Moritz von Brescius. Dieses Rittergut war aber nur bis 1870 im Familienbesitz.[13]

Nachdem am 26. Juni 1858 durch die amtliche Bekanntmachung des Königreiches Sachsen die bereits am 17. August 1831 Adelsanerkennung mit dem königlich-sächsischen Adelsdiplom erfolgte, dessen Veröffentlichung aber jahrzehntelang aufgrund des Ersuchens des Kaufmannes Karl Eduard von Brescius ausgesetzt war, führten die meisten Familienmitglieder ab diesem Zeitpunkt das Adelsprädikat „von“, so auch Moritz von Brescius.[14]

[Bearbeiten] Quellen

[Bearbeiten] Einzelnachweise

  1. Adressbuch Dresden 1887, SLUB, S. 79
  2. Adressbuch Dresden 1918, SLUB, S. 154
  3. Adressbuch Blasewitz 1879, SLUB, S. 16
  4. Noch im Adressbuch Bautzen 1935, SLUB, S. 157
  5. Letztmalig im Adressbuch Bautzen 1919, SLUB, S. 120
  6. Neuer Nekrolog der Deutschen, 13. Jahrgang, 1. Teil, Friedrich August Schmidt/ Bernhard Friedrich Voigt, Weimar 1837, Digitalisat auf Google Books, S. 548
  7. Rittergut Kleinseitschen auf www.alleburgen.de
  8. Rittergut Kleinseitschen auf www.mobile-geschichte.de
  9. Die deutschsprachige Wikipedia zum Thema „Liste der Mitglieder des Sächsischen Landtags 1851/52“
  10. Karl Moritz von Brescius in den Historischen Protokollen des sächsischen Landtages
  11. Oberlausitzer Heide- und Teichlandschaft…, Böhlau-Verlag 2005, Leseprobe auf Google Books, S. 178, ISBN 3-412-08903-6
  12. Herrenhaus Jahmen auf www.ausflugs-tipp.de
  13. Schloss und Rittergut, Herrschaft Jahmen im Schlossarchiv
  14. Brescius im Neuen allgemeinen deutschen Adels-Lexicon auf archive.org

[Bearbeiten] Weblinks

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