Gustav Otto Beutler

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Oberbürgermeister Gustav Otto Beutler
Gustav Otto Beutler, Oberbürgermeister und geheimer Finanzrat
Grab des Dresdner Oberbürgermeisters Otto Beutler, seiner Frau und seiner Tochter auf dem Johannisfriedhof in Dresden

Gustav Otto Beutler (* 6. August 1853 in Waldkirchen (Vogtland); † 1. August 1926 in Dresden) war Oberbürgermeister von Dresden in der Zeit von 1895 bis 1915.

[Bearbeiten] Leben und Wirken

Otto Beutler übernahm das Amt des Bürgermeisters von seinem im Januar 1895 aus gesundheitlichen Gründen zurückgetretenen Vorgänger Paul Alfred Stübel. Während für die Stadtverordnetenversammlung nur 13.378 Gemeindebürger von Dresden mit einem offiziellen Bürgerstatus wählen dürfen, waren es für die Reichstagswahlen im gleichen Jahr 63.187 Wahlberechtigte. Der Grund lag im komplizierten Stadtwahlrecht von Dresden, wonach ein wahlberechtigter Bürger der Stadt neben einem polizeiamtlich beglaubigten guten Zeugnis - dem heutigen polizeilichen Führungszeugnis vergleichbar - auch einen ausreichenden Besitz an Eigentum sowie eine jährliche Mindeststeuer nachweisen musste. [1]

Otto Beutler hatte als Sohn eines evangelischen Pfarrers im Staats- und Beamtendienst bereits eine große Karriere gemacht, bevor er nach Dresden kam. Er war bereits Bürgermeister in Meerane und Freiberg und hatte den Titel eines "Geheimen Finanzrats" erworben. Er war außerdem promovierter Jurist.

1893 wird Beutler zum zweiten Bürgermeister von Dresden gewählt, 1895 dann zum Nachfolger von Stübel. Als Oberbürgermeister war er nun gleichzeitig wieder Abgeordneter der 1. Kammer des sächsischen Landtags, wo er auch als Vizepräsident fungierte. Aufgrund seiner Tätigkeiten als Bürgermeister von Meerane und Freiberg war Beutler bereits von 1885 bis 1890 im sächsischen Landtag als Abgeordneter vertreten.

Beutler stand vor allem für die weitere Industrialisierung in Dresden, er förderte den Industrie- und Finanzsektor und setzte seine sicher großen kommunalwirtschaftlichen Fähigkeiten manchmal auch mit starrköpfiger Energie durch. Er trieb die Entwicklung Dresdens als Großstadt voran, indem er eine Vielzahl von bisher selbstständigen Dörfern nach Dresden eingemeindete. Gegenüber der immer weiter erstarkenden Sozialdemokratie in der Dresdner Stadtverordnetenversammlung stand er jedoch ablehnend gegenüber. Diese waren bei der Stadtverordnetenwahl 1909 mit immerhin 16 Vertretern von 84 Stadtverordneten in die Dresdner Stadtverordnetenversammlung gewählt worden.

Otto Beutler wohnte ab dem 1. April 1901 bis 1921 in der Reichenbachstraße 77 in der Dresdner Südvorstadt.[2]

1915 reichte er aus gesundheitlichen Gründen seinen Rücktritt vom Amt des Oberbürgermeisters sowie als Abgeordneter in der 1. Kammer des sächsischen Landtags ein, verblieb aber danach noch für mehrere Jahre in ehrenamtlichen Funktionen tätig.

[Bearbeiten] Familie

Die Familie Beutler stammte ursprünglich aus Regensburg, gingen später nach Nürnberg und Anfang des 16. Jahrhunderts nach Sachsen. Viele männliche Mitglieder der Familie waren Geistliche oder Juristen. Der Urgroßvater von Gustav Otto war Benjamin Gotthelf Beutler (1747-1804), Lehrer und Rektor an der Kreuzschule in Dresden.

Gustav Otto Beutler war der Sohn des evangelischen Pfarrers Moritz Beutler und dessen Ehefrau Clementine Richter. Er heiratete Marie Loeser (* 27. Juli 1862; † 10. August 1925 in Dresden). Das Paar hatte eine Tochter, Paula Helene Alita Ilse Beutler (1898-1989), die die zweite Ehefrau von Hans Leopold von Reppert (1883-1946) wurde. [3] Alle drei Personen sind im gemeinsamen Familiengrab auf dem Johannisfriedhof in Dresden begraben.

[Bearbeiten] Ehrungen

Nach seinem Ausscheiden aus dem Amt des Oberbürgermeisters wurde Otto Beutler noch im gleichen Jahr zum Ehrenbürger der Stadt Dresden ernannt. Außerdem wurde nach seinem Tod der Schanzenpark an der Reichenbachstraße in der Südvorstadt zu seinen Ehren in Beutlerpark umbenannt. Für seine Verdienste wurde ihm außerdem der Ehrendoktortitel Dr. ing. h.c. verliehen.

[Bearbeiten] Quellen

  1. Damals in Dresden, Porträt einer Stadt um 1900, Rudolf Förster, VEB Deutscher Verlag der Wissenschaften, Berlin 1988, ISBN 3-326-00153-3, S. 154
  2. Adressbuch Dresden 1901, SLUB, S. 155
  3. Stammfolge von Reppert in der Familienchronik von Reppert

[Bearbeiten] Weblinks

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