Paul Alfred Stübel

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Paul Alfred Stübel
Stübel im Jahr 1888
Grab von Paul Alfred Stübel und seiner Ehefrau auf dem Annenfriedhof in der Südvorstadt in Dresden

Dr. jur. Paul Alfred Stübel (* 3. April 1827 in Dresden; † 9. März 1895 ebenda) war Oberbürgermeister von Dresden in der Zeit von 1877 bis 1895.

[Bearbeiten] Familie

Paul Alfred Stübel entstammte enstammte aus einer alten sächsischen Juristenfamilie Stübel. Die Geschichte der Dresdner Gelehrtenfamilie Stübel lässt sich bis in das 17. Jahrhundert zurück verfolgen. Stübel war der Sohn des Senators und Stadtgerichtsrates Dr. jur. Carl Julius Stübel (18021891) und dessen Ehefrau Auguste Sophie Kupfer (18041890), die 1831 in der Schössergasse 367, einer kleinen Nebengasse der Schloßstraße in der Altstadt wohnten.[1] Paul Alfred Stübel hatte noch drei Geschwister:

Paul Alfred heiratete seine Cousine Ida Julie Mathilde Stübel (* 10. August 1832 in Paußnitz bei Strehla; † 16. Juni 1919 in Dresden), die Tochter des Juristen und Ratsherren Otto Moritz Stübel (17971849) und dessen Ehefrau Julie von der Becke (18021836). Der gemeinsame Großvater der beiden Eheleute Paul Alfred und Ida war der Rechtswissenschaftler und Universitätsprofessor Christoph Carl Stübel (1764-1828). Ida's Bruder war der deutsche Naturforscher Moritz Alphons Stübel.

Ida, Moritz Alphons und eine weitere Schwester (Helene) wurden nach dem Tod ihres Vaters von Carl Julius Stübel, dem Vater von Paul Alfred in Dresden aufgenommen und erzogen, nachdem ihre Mutter bereits frühzeitig verstorben war.

[Bearbeiten] Leben und Wirken

Paul Alfred Stübel stammt aus einer Juristen- und Ratsherrenfamilie und wird am 3. April 1827 im Haus "Zur Goldenen Kugel" an der Frauenkirche am Neumarkt geboren. Nach dem Besuch der Grundschule besucht Paul Alfred von 1839 bis 1841 die Kreuzschule, wechselt anschließend bis 1846 an die Meißner Fürstenschule St. Afra und studierte ab demgleichen Jahr an der Universität in Leipzig Rechtswissenschaften. Dort legt er 1849 wie viele seiner Vorfahren und Familienmitglieder die juristische Staatsprüfung ab.

Nach seinem Studium arbeitet Stübel zuerst in Leipzig und später in seiner Heimatstadt Dresden bei mehreren Rechtsanwälten und lässt sich 1853, im Alter von 26 Jahren als Advokat mit einer eigenen Kanzlei nieder. 1856, mit knapp 30 Jahren wird er einer der jüngsten Stadtverordneten von Dresden, womit seine fast 40-jährige Tätigkeit für die Stadt Dresden beginnt. Dem Stadtverordnetenkollegium gehört Stübel bis 1866 an, als er zum sogenannten "besoldeten" Stadtrat gewählt wird. Dieses Amt hat er etwa zehn Jahre inne, wobei er dabei viele Erfahrungen im Bereich der Kommunalpolitik macht. Aufgrund der manchmal nicht deckungsgleichen Interessen zwischen der Residenzstadt des sächsischen Königs einerseits und der durch das aufstrebende Bürgertum zur Großstadt gewordenen Stadt Dresden anderseits, ergeben sich oft Streitpunkte des Stadtrats mit der königlich-sächsischen Regierung. 1875 rückt Stübel schließlich vom Stadtrat zum dritten Bürgermeister von Dresden auf.

Stübel bemüht sich vor allem um die notwendigen infrastrukturellen Verbesserungen nach der Schleifung der Festung Dresden, um dem Bürgertum die entsprechenden Entwicklungschancen einräumen zu können. So gehen die Durchbrüche der König-Johann-Straße und der Moritzstraße, der Johann-Georgen-Allee, der Grunaer Straße und Marschallstraße sowie die Etablierung des 26er Ringes auf seine Pläne zurück. Besonders auf dem Gebiet des Gesundheitswesens und im Wohnungsbau erwirbt er sich Anerkennung. Er war als Vorstand der Güntz-Stiftung und der Tiedge-Stiftung sowie als Vorsitzender des Kunstvereins von 1875 bis 1892 tätig.

Nach dem Tod seines Vorgängers Pfotenhauer wird der inzwischen fünfzigjährige Rechtsanwalt am 28. April 1877[2] von der Stadtversammlung zum Oberbürgermeister gewählt. Er galt aufgrund seiner langjährigen Tätigkeit als Stadtrat als Mittler zwischen dem Bürgertum und der königlich-sächsischen Staatsregierung. Parallel zu seinem Amt als Oberbürgermeister wurde Stübel 1881 für eine Legislaturperiode in den Reichstag gewählt.

Paul Alfred Stübel war Mitglied im Verein für Geschichte Dresdens, der der Herausgeber der Dresdner Geschichtsblätter von 1892 bis 1940 war. Er verschaffte dem Verein neue Räume in den städtischen Sammlungen des Stadtmuseums und setzte sich im verein für eine historische Aufarbeitung der Traditionen der sächsischen Residenzstadt ein. Der 1869 gegründete Verein widmete Stübel 1892 die Veröffentlichung der "Dresdner Stadtansichten vom Jahre 1678", die Nachbildung des großen Kupferwerkes seines Amtsvorgängers aus dem 17. Jahrhundert, Gabriel Tzschimmer (16291694).

Anfang 1895 muss der altgewordene Paul Alfred Stübel sein Amt aus gesundheitlichen Gründen abgeben. Seine letzte öffentliche Amtshandlung war die feierliche Einweisung der neugewählten Stadtverordneten am 3. Januar 1895. Wenige Wochen später stirbt er am 9. März 1895 nachmittags kurz nach 14:00 Uhr in seiner Wohnung in der Sidonienstraße 6 in der Seevorstadt. Stübel wurde drei Tage später, am 12. März nachmittags gegen 15:00 Uhr auf dem Annenfriedhof an der Chemnitzer Straße in der Dresdner Südvorstadt begraben.

[Bearbeiten] Ehrungen

Paul Alfred Stübel wurde zu Ehren seines 25-jährigen Dienstjubiläums seiner Ratsmitgliedschaft am 9. August 1891 - wie sein Vater - Ehrenbürger der Stadt Dresden. In seinem Nachruf nach seinem Tod wird seine Arbeit als die bedeutungsvollste gegenüber allen seiner Amtsvorgänger gewürdigt. 1895 wurde die nördliche Querallee am Großen Garten fertig gestellt und wenige Wchen nach seinem Tod als Stübelallee nach ihm benannt. Der heutige Straßburger Platz in Dresden trug ab 1898 den Namen Stübelplatz. [3]

[Bearbeiten] Quellen

  1. Dresdner Adress-Kalender 1831, Seite 267 auf adressbuecher.genealogy.net
  2. Georg Beutel: Bildnisse hervorragender Dresdner aus fünf Jahrhunderten. Verlag Heinrich, Dresden 1908.
  3. s.a. "Plan von Dresden mit verbreiterten Straßenzügen", C.C. Meinhold& Söhne, Dresden, 1911

[Bearbeiten] Weblinks

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