Franz Pillnay

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Franz Josef Paul Pillnay (* 17. März 1856 in Dresden; † 24. September 1928 ebenda) war ein königlich-sächsischer Kommerzienrat, Fabrikbesitzer und Gründer der „Lackfabrik Franz Pillnay“ in Dresden-Neustadt.

[Bearbeiten] Unternehmen

Die „Lackfabrik Franz Pillnay“ wurde 1882 von Franz Pillnay gegründet. Die Geschäftsräume und die Fabrik lagen an der Großenhainer Straße 31 bis 33. Die Herstellung und der Katalog umfassten neben Lacken und Farben auch Harze, Firnisse, Kunstharze und Latex. Später kamen noch Zweigwerke in Freital-Deuben[1] und in Berlin dazu. Das Berliner „Lack- und Farbenkontor“ wurde 1934 verkauft und firmierte seitdem unter „Teschner & Schwips“.[2] Waren anfangs vor allem Holz- und Möbellacke im Sortiment, spezialisierte sich die spätere „Franz Pillnay Lack- und Farbenfabriken G.M.B.H.“ nach der aufkommenden Industrialisierung um die Jahrhundertwende auf Auto- und Schiffslacke auf Öl- und Zellulosebasis bzw. auf synthetische Lacke wie Lymanol. Da die Farben auch beim U-Boot-Bau im Dritten Reich verwendet wurden, enteignete man den Familienbetrieb nach 1945, überführte ihn zuerst in eine Sowjetische Aktiengesellschaft (SAG) und übergab ihn am 10. März 1947 an die Sächsische Landesregierung zur Verstaatlichung.[3]

Über das Unternehmen erschien 1932 in der Güntzschen Stiftung ein kurzer Abriss zur Geschichte unter dem Titel „Ein Halbjahrhundert - Lackfabriken Franz Pillnay in Dresden-Neustadt und Freital-Deuben“.[4]

Franz Pillnay war auch sozialpolitisch tätig und gründete den „Verband für Jugendhilfe“. Julius Winkler veröffentlichte im Jahr 1900 das Buch „Der böse Dreier oder Ehrlich währt am längsten - Erziehung für die Jugend und ihre Freunde“, das dem Verband für Jugendhilfe gewidmet war.[5]

[Bearbeiten] Familie

Franz Pillnay war mit Minna Emilie Pillnay geb. Killig (* 10. September 1867; † 26. Oktober 1948) verheiratet. Sein Bruder, Karl Theodor Paul Pillnay (* 1. Januar 1858 in Dresden; † 8. Januar 1917 in Wiesbaden) war technischer Direktor und Mitbegründer der 1888 gegründeten Lokomotivfabrik Jungenthal in Kirchen im Siegerland. Franz Pillnay und seine Frau sowie sein Bruder Paul sind im Familiengrab Pillnay auf dem St. Pauli-Friedhof im Dresdner Hechtviertel begraben.

[Bearbeiten] Quellen und Einzelnachweise

  1. Datensatz zur Lackfabrik Franz Pillnay im Sachkatalog der Staatsbibliothek Berlin auf ark.staatsbibliothek-berlin.de
  2. Datensatz zu Teschner & Schwips, vormals Franz Pillnay unter „Firmenangaben ehemaliger Hersteller von Farben und Lacken“ beim Freundeskreis klassische Yachten auf www.fky.org
  3. DN 4/1799 im Bundesrachiv zur Garantie- und Kreditbank AG, Filiale Dresden, Korrespondenzabteilung unter startext.net-build.de
  4. „Ein Halbjahrhundert - Lackfabriken Franz Pillnay in Dresden-Neustadt und Freital-Deuben“ im Katalog der Staatsbibliothek Berlin auf stabikat.de
  5. „Der böse Dreier oder Ehrlich währt am längsten - Erziehung für die Jugend und ihre Freunde“, Dem Verbande für Jugendhilfe gestiftet von Franz Pillnay, Julius Winkler, Heinrich-Verlag 1900 auf Google Books
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